Arbeitskräftemangel ist das größte Zukunftsrisiko

von Redaktion

Wirtschaft in Südostoberbayern steht laut IHK-Konjunkturabfrage auf dünnem Eis – Geschäftserwartungen ziehen wieder an

München/Rosenheim – Die Stimmung in der südostoberbayerischen Wirtschaft ist nach dem Tief im vergangenen Herbst wieder angestiegen. Wegen des Kriegs in der Ukraine, der weltwirtschaftlichen Lage, geopolitischer Unsicherheiten und der noch immer nicht wettbewerbsfähigen Energiepreise bewegt sich die regionale Wirtschaft aber auf dünnem Eis, wie die Konjunkturumfrage der IHK für München und Oberbayern zum Jahresbeginn zeigt.

Die Material- sowie Rohstoffknappheit ließ als aktuelles Problem spürbar nach. Hatten noch 72 Prozent der Betriebe im Herbst damit zu kämpfen, sind es zum Jahresbeginn 56 Prozent. Die Geschäftserwartungen ziehen deutlich an. Noch immer überwiegen jedoch die pessimistischen Stimmen: Jedes siebte Unternehmen rechnet mit einer Belebung der Geschäfte, jedes vierte aber mit einer Verschlechterung. Der Rest geht von einer gleichbleibenden Geschäftslage aus. Das größte Geschäftsrisiko sehen die Betriebe mit 69 Prozent im Arbeitskräftemangel. Die hohen Energie- und Rohstoffpreise stellen mit 66 Prozent nach wie vor ein großes Risiko dar.

Nach einer stark verlangsamten Investitionsdynamik im Herbst nimmt diese nun wieder Fahrt auf. Etwa jedes fünfte Unternehmen möchte seine Investitionen ausbauen, ebenso viele jedoch zurückfahren. Der Anteil der Unternehmen, die gar keine Investitionen planen, ist von 18 Prozent auf 15 Prozent gesunken.

Wollten die Betriebe im Herbst noch eher Stellen abbauen, so planen die Betriebe in Südostoberbayern nun einen Stellenaufbau: 19 Prozent wollen Personal einstellen und 13 Prozent Stellen streichen. „Wir haben die Corona-Zeit und den ersten Schock nach dem russischen Einmarsch gut überstanden“, sagt Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Rosenheim. „Außerdem ist eine Gasmangellage unwahrscheinlich geworden, die Energiepreise sind gesunken und die Lieferschwierigkeiten sind weniger geworden. Aber die Unternehmen schauen angesichts der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen hierzulande und global mit Verunsicherung in die Zukunft – jeder neuerliche Schock kann das dünne Eis zum Brechen bringen. Demnach brauche es „vor allem Tatendrang beim Erstellen eines zukunftsgerichteten Energiekonzepts beim Ausbau der erneuerbaren Energien, pragmatische Lösungen beim Kampf gegen den Arbeitskräftemangel und eine Entlastung von der Flut an Bürokratien, Regularien und Vorschriften“, so Bensegger weiter.

Die IHK befragte für ihren Konjunkturbericht zahlreiche Unternehmen in den Landkreisen Mühldorf, Altötting, Traunstein, Berchtesgadener Land sowie in Stadt und Landkreis Rosenheim.

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