Töging – Nach der Schließung der Landwirtschaftsschule mit der Verabschiedung des letzten Jahrgangs im Jahr 2022 macht das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Töging den ersten Baustein einer Nachfolgeregelung auf seiner Homepage bekannt: die „LandwirtschaftsAkademie Töging“ für die überregionale Weiterbildung. Sie ist der erste von mehreren Bildungs-Bausteinen, die Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber dem Amt als Ersatz für die geschlossene Landwirtschaftsschule in Aussicht gestellt hatte. Geleitet wird die neue „Behörde in der Behörde“, wie es die in Mettenheim wohnende Behördenleiterin Angela Vaas ausdrückt, von Dr. Bernhard Hübner.
Verantwortlicher der Landwirtschaftsschule
Im Zuge einer Umstrukturierung ist er seit Anfang Januar 2023 Bereichsleiter Landwirtschaft und für die Schulleitung der Landwirtschaftsschule mit verantwortlich, die bis zum Abschied von Vaas´ Vorgänger Josef Kobler im Herbst 2021 noch mit der Behördenleitung vereint war. Hübner trägt damit auch die Verantwortung für die Hauswirtschaftsschule. Sie wird seit dem Jahreswechsel von seiner Stellvertreterin Susanne Berger geleitet, weil sich die langjährige Schulleiterin Sieglinde Eicher in den Ruhestand verabschiedet hat. Der neue Bereichs- und Schulleiter war auch bei den letzten Vorbesprechungen für die erste „Zukunftswerkstatt Milchviehhaltung“ eingebunden. Deren Konzept hat die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) mit den Bayerischen Staatsgütern und ein paar Landwirtschaftsämtern erarbeitet. Für die organisatorische Umsetzung ist nun die LandwirtschaftsAkademie zuständig. Das Programm sieht eine eineinhalbtägige Präsenzveranstaltung am 21./22. Juni und einen nachfolgenden dreistündigen Online-Erfahrungsaustausch am 8. November vor. Dafür kann man sich bis zum 14. April anmelden. Weil die Veranstaltung bis zu 30 Teilnehmenden aus ganz Bayern offensteht, ist am ersten Abend im Anschluss an ein gemeinsames Abendessen beim Pauliwirt in Erharting eine Plenumsrunde geplant. Die Auswärtigen könnten dann dort übernachten. „Generell wollen wir durch den Workshop-Charakter einen Austausch zwischen Praktikern und Wissenschaftlern einleiten.“ Deshalb müssen die Teilnehmenden auch erst einmal einige Daten aus ihren Betrieben einreichen, auf die sich die Referenten einstellen können. Gesichtspunkte wie die Betriebsgröße und konventionelles oder biologisches Wirtschaften spielen dabei keine Rolle. Für die Milchviehhaltung als erstes Thema habe man sich entschieden, weil sie im Zusammenhang mit der Diskussion um das Tierwohl auch gesellschaftlich und politisch eine Rolle spiele, erklärt die Behördenleiterin. „Wir wollen nun einfach mal ausprobieren, wie das Konzept bei den Praktikern ankommt“, sagt Akademie-Leiter Hübner. „Danach können wir einschätzen, wie es weitergehen kann. Momentan sind drei solcher Zukunftswerkstätten pro Jahr angedacht.“ Anregungen für weitere Themen sammelt sein Team natürlich bereits selbst, aber Landwirte können ihm auch welche übermitteln.
Auch Meistermodule
möglich
Die Zukunftswerkstätten finden in zwei Tagungsräumen im ersten Stock des AELF im Grünen Zentrum statt, die getrennt oder für bis zu 60 Teilnehmende gemeinsam genutzt werden können. Außerdem verfügt die Landwirtschaftsakademie über einen kleineren Tagungsraum, der speziell für Online-Veranstaltungen eingerichtet ist. Da auch in den größeren Räumen Technik für hybride Veranstaltungen installiert ist, ist das Amt auch gerüstet für die Durchführung sogenannter Meistermodule. Sie sind der zweite Zukunftsbaustein, den die Ministerin dem Töginger Amt in Aussicht gestellt hat. Derzeit läuft noch die Auswertung zweier Pilotversuche in Weiden in der Oberpfalz und in Kaufbeuren. Im Herbst solle entschieden werden, ob solche Meistermodule flächendeckend in Bayern eingeführt werden, erklärte dazu auf Anfrage Dr. Michael Karrer, Leiter des Bildungsreferats im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Zu einem Personalabbau habe die Schließung der Landwirtschaftsschule nicht geführt, sagte Angela Vaas. Neu hinzugekommen sei inzwischen das überregionale Sachgebiet Nutztierhaltung und außerdem seien einige Lehrkräfte in Töging stationiert, die anderswo unterrichteten, zum Beispiel an der Höheren Landbauschule Rottalmünster.