Traunstein – „Die Auftragslage ist noch gut, aber die massiven Bremsspuren im Wohnungs- und Gewerbebau sind unverkennbar“, betonte der Obermeister der Metall-Innung Traunstein-Berchtesgadener Land, Wolfgang Petry, im Rahmen der kürzlich in Kraimoos bei Traunstein durchgeführten Jahreshauptversammlung der Handwerkervereinigung. Der Krieg in der Ukraine, Unsicherheiten in den Lieferketten, stark schwankende Rohstoffpreise und rasant steigende Inflation und Zinsen seien eine Gemengelage, in der viele Investoren Projekte zurückstellen würden. „Die kommenden Monate werden für das Bauhaupt- und Baunebengewerbe nicht einfach“, so der Obermeister.
Es fehlen Azubis
und Fachkräfte
Hinzu kämen die auch für das Handwerk problematische Ausbildungssituation und der Fachkräftemangel. „Keine einfache Situation. Auf der anderen Seite ist unser Handwerk ein unverzichtbarer Bestandteil auf jeder Baustelle – und das über alle Trends und Veränderungen am Bau hinweg“, verwies Petry auf die Stärken des Metallhandwerks.
Kritik übte er an der überbordenden Bürokratie bei öffentlichen Ausschreibungen, die dazu führe, dass sich einige seiner Kollegen nicht mehr daran beteiligten.
Die finanzielle Ausstattung der Innung ist komfortabel und ihrer Größe angemessen. Davon konnten sich die anwesenden Mitglieder bei der Vorstellung der Jahresrechnung 2022 durch die Geschäftsstellenleiterin der Kreishandwerkerschaft, Manuela Deneri, überzeugen. Das positive Ergebnis wurde nach dem Votum der beiden Rechnungsprüfer Andreas Brand und Michael Kettenberger junior einstimmig angenommen und auch der Haushaltsplan für das laufende Jahr wurde einstimmig verabschiedet. Im Anschluss wurde der Rechnungsprüfungsausschuss neu gewählt: Brand und Kettenberger begleiten das Ehrenamt auch im kommenden Geschäftsjahr.
Eine besondere Herausforderung stellt die Ausrichtung des Landesverbandstages dar, wie Fritz Graßl den Anwesenden berichtete. Dieser wird vom 25. Mai bis 27. Mai dieses Jahres federführend von der Innung Berchtesgaden ausgerichtet. „Ehre und Verpflichtung zugleich“, wie der stellvertretende Obermeister kurz und knapp betonte. Man wolle sich als guter Gastgeber präsentieren und habe in Abstimmung mit dem Fachverband Metall Bayern ein attraktives Rahmenprogramm zusammengestellt. Dieses umfasst neben umfangreichen Vorträgen und dem Austausch unter Kollegen aus ganz Bayern auch den Besuch einiger touristischer Höhepunkte. So sind unter anderem eine Führung durch das Haus der Berge, eine Fahrt nach Salzburg und eine geführte Bergtour zum Schneibsteinhaus sowie der Besuch des Salzbergwerks vorgesehen.
Graßl appellierte an die Innungsmitglieder, am Verbandstag teilzunehmen und sich aktiv für einen reibungslosen Ablauf einzusetzen. „Wir wollen unsere Innung und das Metallhandwerk in der Region bestmöglich präsentieren. Und natürlich freuen wir uns, wenn unsere bayerischen Kollegen sehen, in welch schöner Region wir leben und arbeiten“, ergänzte sein Kollege Wolfgang Petry.
Ehrennadel in
Silber für Josef Lex
Eine besondere Ehrung wurde Josef Lex zuteil: Der Metallbauergeselle wurde von der Handwerkskammer mit der silbernen Ehrennadel der Kammer ausgezeichnet – Ehrenurkunde inklusive. Immerhin ist Lex seit 35 Jahren ununterbrochen im Prüfungsausschuss der Innung tätig. „Unsere Innung lebt vom Ehrenamt. Deshalb freut es mich besonders, dass Du über einen so langen Zeitraum im wichtigsten Ausschuss tätig bist“, betonte Obermeister Petry. Viele der heute erfolgreichen Meister und Betriebsinhaber hätten „unter ihm“ die Gesellenprüfung abgelegt.