Oberneukirchen/Taufkirchen – Zur Generalversammlung hatte kürzlich die Raiffeisenbank Taufkirchen-Oberneukirchen eingeladen. Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Koch informierte über die aktuellen Zahlen der Bank und über die allgemeine derzeitige Finanzlage.
Der vor Kurzem in den Vorstand berufene Helmut Langreiter erklärte, dass sich Kunden der Volks- und Raiffeisenbanken keine Sorgen zu machen bräuchten, dass ihrer Bank ein Schicksal ähnlich dem der Credit Suisse oder der Silicon Valley Bank blühen könnte. Bei den regelmäßig durchgeführten Ratings von Bankhäusern lägen die Genossenschaftsbanken stets auf dem ersten Platz. Durch vorausschauende und besonnene Geschäftspolitik hätten die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank keine negativen Auswirkungen für die Bank. Sparer könnten sich über die steigenden Zinsen freuen – auch wenn die Inflation nicht ausgeglichen werden könne. Die Kehrseite, so Langreiter, würden aber die privaten Häuslebauer spüren, für die sich der Traum vom Eigenheim verteuert hat.
Die Bilanzsumme der Raiffeisenbank Taufkirchen-Oberneukirchen steigerte sich 2022 um über 15 Prozent auf 361 Millionen Euro. Das insgesamt betreute Kundenvolumen – dazu gehören auch Anlagen und Kredite bei Verbundpartnern wie der Bausparkasse – betrug 719 Millionen Euro.
Den Vorteil der Raiffeisenbank, eigene Kredite, aber auch solche von Verbundpartnern und Förderbanken anbieten zu können, nutzen die Kunden laut den Verantwortlichen gerne. So steigerte sich das Kreditgeschäft auf 384 Millionen Euro. Allein im Jahr 2022 wurden 108 Millionen Euro neu vergeben.
Auch auf der Bilanzgegenseite, den Einlagen der Kunden, gab es einen Zuwachs um 15,7 Prozent auf 250 Millionen Euro. Das gesamte betreute Einlagevolumen wuchs um 10,7 Prozent auf 349 Millionen Euro und bescherte der Raiffeisenbank einen Platz unter den besten fünf von insgesamt 194 Genossenschaftsbanken in Bayern.
Durch die Zuwächse, kombiniert mit niedrig gehaltenen Verwaltungs- und Personalkosten, kann die Bank einen Bilanzgewinn von 1,09 Millionen Euro ausweisen. So kommen die Mitglieder der genossenschaftlich geführten Bank in den Genuss einer ausgeschütteten Dividende und zusätzlicher Boni. Durchschnittlich vier Prozent Rendite können Inhaber von Geschäftsanteilen der Bank verbuchen.
Auch das in Taufkirchen geführte Lagerhaus wartete 2022 mit einer deutlichen Umsatzsteigerung auf, die mit den allgemein gestiegenen Preisen und der erfreulichen Entwicklung beim Agrargeschäft der Bank begründet wird.
Turnusmäßig fanden Wahlen im Aufsichtsrat statt. Franz Wastlhuber und Engelbert Hopf stellten sich zur Wiederwahl und wurden einstimmig in ihrem Amt bestätigt. Wastlhuber betätigt sich seit 32 Jahren als Aufsichtsrat und wurde mit der goldenen Ehrennadel des Genossenschaftsverbands Bayern geehrt.
Den aktuellen Trend zu Bankenfusionen geht die Raiffeisenbank Taufkirchen-Oberneukirchen nicht mit. Gegründet wurde sie in Taufkirchen am 1. Mai 1898, sie feiert also heuer ihr 125-jähriges Jubiläum. Seither gab es nur drei Zusammenschlüsse. Mit ihren vier Geschäftsstellen in Flossing, Kraiburg, Taufkirchen und der Hauptstelle in Oberneukirchen steht sie wirtschaftlich gesund da. Zum Jubiläum der Bank gratulierte Wolfgang Altmüller, der Verbandsvorsitzende des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken.