Andreas Weinzierl als Obermeister der Schreiner-Innung bestätigt

von Redaktion

Mitglieder bei Jahreshauptversammlung mit wirtschaftlicher Entwicklung zufrieden – Sorgen bereitet der Nachwuchsmangel

Seeon/Traunstein – Andreas Weinzierl bleibt auch für die kommenden drei Jahre Obermeister der Schreiner-Innung Traunstein. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Innung, die kürzlich in Seeon stattfand, wurde er für weitere drei Jahre im Ehrenamt bestätigt.

Der Obermeister betonte nach Begrüßung und Totenehrung in seinem Bericht die konjunkturellen Herausforderungen im Berichtszeitraum. „Unsicherheiten sind immer schlecht, aber wir haben alle Arbeit“, blickte er mit Sorge auf die sich verschlechternde wirtschaftliche Entwicklung. „Was wir pauschal wissen, ist, dass es immer zu wenig Handwerker gibt“, sagte er in Bezug auf den Fachkräftemangel. Das Schreinerhandwerk betreffend fügte er hinzu: „Wir sind Luxushandwerker. Man braucht uns und unsere Arbeit nicht zwingend.“ Er wies auf die sich verschlechternden wirtschaftlichen Rahmeneckdaten und auf einen möglicherweise drohenden schleppenden Auftragseingang hin.

Einen breiten Raum nahm der Rückblick auf den Bayerischen Schreinertag 2022 ein, den die Innung in Ising ausgerichtet hatte, wobei sie für das ausgefeilte Programm viel Zuspruch der bayerischen Schreinerkollegen bekam. Man habe über ein Jahr intensiver Planung investiert. Viele verliehene Goldene Meisterbriefe zeugten zudem von einem jahrzehntelang erfolgreichen Schreinerhandwerk in der Region.

Appell: „Bildet
weiter aus!“

Mit Blick auf das Thema Künstliche Intelligenz (KI) sagte Weinzierl: „Da rollt etwas auf uns zu.“ Inwieweit davon auch das Schreinerhandwerk betroffen sein wird, lasse sich aber aktuell schwer abschätzen. „Es bleibt spannend“, war sein Resümee zu dem Zukunftsthema. Bei den Bewerbungsgesprächen verbleibe man wie bisher: „Schaut euch die Leute an, verlasst euch auf euer Bauchgefühl.“

Zufrieden zeigte sich Weinzierl mit der Teilnahme an der Berufsinformationsmesse im Bildungszentrum der Handwerkskammer im vergangenen Jahr. Der Tag des Handwerks habe sich bewährt, die Zielgruppenwerbung für eine Ausbildung im Handwerk sei erfolgreich.

Mit einer neu anzuschaffenden handgeführten CNC-Oberfräse, einer Shaper Origin, will die Innung Jugendliche zusätzlich für die Schreiner-Ausbildung begeistern. Der Bedarf an Gesellen nehme zu. Der Obermeister appellierte an die anwesenden Innungsmitglieder: „Bildet weiter aus!“

Bernhard Daxenberger, Präsident des Bayerischen Schreinerhandwerks, lobte das Engagement des Obermeisters und die positive Außendarstellung der Innung, die sich gerade auch am bayerischen Schreinertag gezeigt habe.

Gute Zusammenarbeit mit den Schulen

Die Meisterschule im Bildungszentrum der Handwerkskammer in Traunstein ist laut Daxenberger von enormer Bedeutung. Die gute Zusammenarbeit mit der Innung brachte auch Franz Ertl, Leiter des Bildungszentrums, zum Ausdruck. Dem schloss sich ebenso der Schulleiter der Staatlichen Berufsschule I in Traunstein, Wolfgang Kurfer, an.

Prüfungsvorsitzender Gerhard Fuschlberger gab in seinen Ausführungen die Zusammensetzung der Berufsschuljahrgänge bekannt: An der Berufsschule I werden aktuell 46 junge Leute im ersten Lehrjahr, 36 im zweiten und 43 im dritten Lehrjahr für den Beruf ausgebildet. Innungssieger 2022 war Laurin Huber mit seinem Gesellenstück, einer selbst gefertigten Kommode. Die Prüfungen und die anschließende Freisprechung seien gut verlaufen.

Helmut Thanbichler von der privaten Jugendsiedlung Traunreut ging auf die Ausbildungsmöglichkeiten in Traunreut ein. Dort bilde man Fachpraktiker und Schreiner aus. Viele, die die Ausbildung dort durchlaufen hätten, blieben dem Schreinerhandwerk treu. Jason Aicher war bei der vergangenen Prüfung Bester der Jugendsiedlung.

Die Vorlage der Jahresrechnung 2022 durch Dagmar Sinzinger von der geschäftsführenden Kreishandwerkerschaft Traunstein – Berchtesgadener Land gestaltete sich unproblematisch: Das Zahlenwerk wies solide Ergebnisse auf und wurde ohne Gegenstimme durchgewunken. Auch der Haushaltsplan 2023 fand die uneingeschränkte Zustimmung der anwesenden Innungsmitglieder.

Einen breiten Raum nahm die turnusgemäße Neuwahl der kompletten Leitung der Innung ein: Andreas Weinzierl stellte sich zur Wiederwahl und wurde ohne Gegenstimme wiedergewählt. Auch sein Stellvertreter bleibt wie bisher Bernhard Daxenberger.

Diskussion um
Löhne für Gesellen

In der Diskussion ging es auch um die Frage, ob die Entlohnung von Angestellten nicht deutlich steigen müsse, um den Schreinerberuf für Gesellen auch langfristig attraktiv zu gestalten. Sepp Daxenberger lobte mit Blick auf den anstehenden Neubau der Berufsschule I und den Campus Chiemgau das hohe Engagement für den Mittelstand: „Das wird das Highlight für den Mittelstand und das Handwerk.“

Bei der Veranstaltung zeigte sich, dass der Zusammenhalt der heimischen Schreinermeister stimmt. Die Handwerkervereinigung kann auf ein traditionell gut funktionierendes Innungsleben blicken. So will man sich bei eventuell auftretenden Lieferengpässen künftig auch bei Bedarf über eine gemeinsame Whatsapp-gruppe gegenseitig unterstützen.

Andreas Wittenzellner

Die gewählte Vorstandschaft:

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