Stabile Auftragslage im Elektrohandwerk

von Redaktion

Bei der Jahreshauptversammlung der Innung in Traunstein zeigt sich Obermeister Peter Müller trotz schwieriger Bedingungen weitgehend zufrieden mit der wirtschaftlichen Lage. Wie in vielen Branchen drückt auch hier der Schuh beim Personal.

Traunstein – Trotz Lieferkettenproblemen, steigender Inflation und zunehmenden wirtschaftlichen Unsicherheiten befindet sich das Elektrohandwerk nach dem Abklingen der Folgen der Corona-Pandemie in einer stabilen Phase. Das sagte Peter Müller, Obermeister der Innung für Elektro- und Informationstechnik Traunstein, im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Innung, die vergangene Woche im Bildungszentrum der Handwerkskammer für München und Oberbayern in Traunstein stattfand.

Die Innung ist für die Betriebe in den Landkreisen Altötting, Berchtesgaden, Mühldorf und Traunstein zuständig und hatte zum Jahresende 164 Mitglieder. Sie gehört damit zu den größten Innungen der in der Kreishandwerkerschaft Traunstein-Berchtesgadener Land zusammengeschlossenen Handwerkervereinigungen.

Fachkräftelücke wächst weiter

„Wenngleich sich das Elektrohandwerk mit neuen Problemen wie Materiallieferschwierigkeiten und unsicheren Einkaufspreisen auseinandersetzen musste, ist die Auftragslage trotz Rückläufen im Baubereich weitgehend stabil,“ führte Obermeister Müller in seiner Rede aus und wies auf die wachsende Nachfrage nach erneuerbaren Energien, Zukunftstechnologien und Digitalisierung hin. Gleichzeitig zeige aber auch die hohe Zahl der offenen Stellen, dass die Fachkräftelücke weiter wachse.

Umfrageergebnisse der Frühjahrsbefragung des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) würden zeigen, dass die Unternehmen über einen hohen Auftragsbestand verfügen – einen zeitlichen Vorlauf von bis zu vier Monaten inklusive. Mit dafür verantwortlich sei auch die von der deutschen Regierung geforderte Erfüllung der Klimaziele: „Das führt zu einer notwendigen Mehrelektrifizierung der Haushalte und Gewerbebetriebe“, so Müller. E-Mobilität, Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen sowie Energiespeicherung und effiziente Energieverteilung und -nutzung werde die Bürger, aber auch die Fachbetriebe, in Zukunft beschäftigen. Dazu seien qualifizierte Fachkräfte zur Montage und Parametrierung erforderlich. Wartung und Inspektion seien weitere umfangreiche Geschäftsfelder für die Innungsbetriebe.

Grundversorgung muss bezahlbar sein

Der Obermeister monierte den stetig steigenden bürokratischen Mehraufwand und steigende Allgemeinkosten für die Betriebe. Gleichzeitig müssten Handwerksleistungen aber auch für „Normalbürger“ bezahlbar bleiben, warnte er. „Die handwerkliche Grundversorgung muss für jeden erschwinglich bleiben.“

Sorgen macht der Innung weiterhin, dass Betriebe zunehmend mit Personalengpässen zu kämpfen haben, die sich durch die demografische Entwicklung künftig noch verschärfen dürften. Für die Innungsbetriebe gelte, dass der Zusammenhalt, gegenseitiger Austausch und gegenseitige Unterstützung in Zukunft Grundlage für erfolgreiches Arbeiten und Abarbeiten der Aufträge sein werde, so Müller. Er zeigte sich über einen Mitgliederzuwachs im Berichtsjahr erfreut. Für die Betriebe bedeute die Mitgliedschaft in der Innung einen hohen Mehrwert.

Müller ging in seinem Rückblick auch auf die diesjährige Freisprechungsfeier ein, die im März in Palling stattfand. Ein Höhepunkt war dabei unter anderem die Ehrung von Simon Metzendorf, dem Sieger des Bundesleistungswettbewerbs im Beruf Systemelektroniker, und von Lukas Rasp, dem Sieger des praktischen Leistungswettbewerbes der Handwerkskammer für München und Oberbayern. „Es ist nicht alltäglich, jemanden aus unserem Innungsbezirk für diese Leistung auszeichnen zu dürfen“, sagte Müller.

Der Obermeister warb auch für eine Teilnahme an der organisierten Busfahrt zur Fachmesse für Elektro- und Energietechnik Eltec nach Nürnberg vom 23. bis 25. Mai.

Innung steht finanziell auf gesunden Beinen

In seinem Fachvortrag ging Peter Kaiser, Technischer Delegierter des ZVEH, unter dem Motto „Building Information Modeling – Zukunft der Planung“ auf die künftige ganzheitliche Methode zur digitalen Planung und Verwaltung insbesondere von größeren Gebäuden bei gleichzeitiger Vernetzung aller an einem Projekt beteiligten Unternehmen und Personen ein. Er führte aus, dass diese Methode zu massiven Veränderungen für die an einem Bau beteiligten Firmen, Planer und Bauherren führen werde.

Über die vergangene Gesellenprüfung berichtete Lehrlingswart Alois Ortner und freute sich über zum Teil „außergewöhnlich viele erfolgreiche Teilnehmer“. So haben an der Sommerprüfung des vergangenen Jahres 41 Prüflinge teilgenommen, 38 haben bestanden. In der Winterprüfung waren es 83 Teilnehmer, wovon 77 erfolgreich waren.

Die Elektro-Innung steht finanziell auf gesunden Beinen und erwirtschaftete im vergangenen Jahr bei sparsamer Haushaltsführung deutliche Gewinne. Davon konnten sich die anwesenden Mitglieder bei der Vorlage der Jahresrechnung 2022 überzeugen, die von Dagmar Sinzinger von der geschäftsführenden Kreishandwerkerschaft vorgetragen wurde. Dem positiven Votum der Rechnungsprüfer Harald Gronert und Peter Schillinger folgten die anwesenden Mitglieder und verabschiedeten das Zahlenwerk ohne Gegenstimme.

Auch der Haushaltsplan 2023 wurde einstimmig genehmigt – ein Zeugnis für das hohe Vertrauen, das die Mitglieder der Innungsleitung entgegenbringen. Beide Rechnungsprüfer wurden turnusgemäß für das laufende Jahr wiedergewählt.

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