Eine „Startrampe“ für nachhaltige Ideen

von Redaktion

Bei einem Gründerwettbewerb am Campus Sankt Michael in Traunstein stellen Start-ups aus der Region kreative Geschäftsideen für eine klimafreundliche Zukunft vor. Das Publikum kommt dabei ganz schön ins Staunen.

Traunstein – Der Campus Sankt Michael in Traunstein etabliert sich immer deutlicher als Bildungs- und Ideenschmiede unter anderem zu den Schwerpunktthemen Nachhaltigkeit, Schöpfungsspiritualität und enkeltaugliche Lebenspraxis von morgen. Neue Denkimpulse und Ideen vermittelte jetzt die Abschlusspräsentation eines Gründerwettbewerbs für nachhaltige Geschäftsideen.

Gefördert durch das Leader-Programm und in Zusammenarbeit mit dem „Impact Hub München“, einem Netzwerk für enkeltaugliches Wirtschaften, erhielten sechs Gruppen des Campus-Projekts „Startrampe“ für ein halbes Jahr professionelle Unterstützung während des Wettbewerbs. Grundgedanke war, ausgewählte Gruppen mit Ideen für eine klimafreundliche Zukunft von der Entwicklung bis zur Umsetzung ihrer Vorhaben zu begleiten. „Vom Reden und Wissen ins Handeln kommen“, so lautete das Motto.

Als Unternehmer den
Wandel mitgestalten

In Workshops, Impulsen und Mentoring erarbeiteten die Teilnehmer Ansätze, wie sich aus den öko-sozial orientierten Geschäftsideen eine berufliche Perspektive auf wirtschaftlich solider Basis entwickeln lässt. Auf den Prüfstand kamen dabei Themen wie Finanzierungsmöglichkeiten, Teamorganisation und zeitliche Umsetzbarkeit sowie Zielgruppe und Marketingstrategien.

Wie Campus-Managerin Johanna Nimmervoll erläuterte, ging es außerdem darum, „Unternehmertum als Werkzeug erfahrbar zu machen, um einen positiven, gemeinwohlorientierten gesellschaftlichen Wandel mitzugestalten“. Amelie Mertens vom „Impact Hub München“ ergänzte zudem: „Wir verstehen Unternehmertum auch als Chance, die Probleme der Gegenwart mit kreativen Geschäftsideen anzupacken.“ Die erarbeiteten Konzepte ließen Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer, den CSU-Stimmkreisabgeordneten Klaus Steiner sowie Vertreter der Erzdiözese München-Freising ins Staunen geraten.

Nachhaltigkeit als
Trend im Tourismus

Der Gedanke, dass nachhaltiger Urlaub ein zunehmend gefragter Zukunftstrend im Tourismus ist, kam der Siegsdorferin Katharina Schwangler auf einem Campingplatz in Slowenien. Von der Idee beseelt, unterzog sie auch die Vermietung ihres Ferien-Apartments einer Neuausrichtung: Energieeffizienz, durchgehende Digitalisierung, Reinigung, Anreisemöglichkeiten und andere Details wurden auf den Prüfstand gestellt. Sie bietet nun unter www.yesguest.de eine Full-Service-Agentur an für nachhaltig vermietete Ferienimmobilen im Chiemgau.

Wie aus der bestehenden Nahwärmeversorgung mit einem Hackschnitzelheizwerk in Sankt Leonhard und regional verfügbaren Brennstoffen ein „zukunftsweisendes Pionierprojekt und Netzwerk für nachhaltige Energieversorgung“ in der eigenen und anderen Kommunen und Quartieren werden kann, darüber sprachen Alexander Reinmiedl und Martin Wimmer aus Wonneberg. Miteinbezogen werden soll dabei die „ganze Dorfgemeinschaft“.

Noch im Entstehen ist die neue, gemeinwohlorientierte Social-Media-Plattform SUSY „Sustainable Systems Thought by all of us“) von Martin Zillner aus Palling. Zusammen mit einem Team aus Programmierern und Freunden arbeitet er daran, im Internet ein Forum zum Austausch von Wissen, Zukunftsideen, Best-Practice-Beispielen und Erfahrungen zu etablieren. Es soll nicht nur Privatleuten nutzen, sondern auch den Wissenstransfer zwischen Kommunen beschleunigen.

Das „erste aufblasbare Fitness-Studio“ stellte Tobi Deckert aus Siegsdorf vor. Deckert hat schon verschiedene andere Erfindungen gemacht und präsentierte mit „BOLSTtair“ ein zusammenfaltbares Polster aus nachhaltig produziertem Kunststoff mit Handpumpe. Es wird unter anderem in einer integrativen Werkstätte in Rosenheim produziert und ermöglicht dank Begleitvideos im Netz Tipps für Workouts, ganzheitliche Körperfitness und Entspannung.

Die „Initiative Regionalwert AG in Südostbayern“ stellten Stefan Wilk aus Riedering und Bernd Honerkamp aus Nußdorf vor. Sie will das 2006 erstmals in Freiburg im Breisgau begründete Konzept zur Vermarktungsförderung hochwertiger regionaler Ernährungsprodukte zwischen Rosenheim und Freilassing etablieren. „Gerade die Ökomodellregion Waginger See bietet hier sehr gute Voraussetzungen“, ist sich Honerkamp sicher. Neben der Suche nach Investoren und der Vernetzung von Erzeuger- und Vermarktungsbetrieben steht aktuell die Konzeption eines rund um die Uhr per App zugänglichen Verkaufscontainers mit etwa 500 Produkten auf der Agenda.

Mitstreiter für
Pilgerweg gesucht

„Die Menschen zum Staunen bringen über die lebendige Vielfalt der Heimat“, lautet das Anliegen von Martin Jochner und seiner Frau Dr. Lucia Jochner-Freitag aus Inzell. Für ihren Lebenstraum eines „Chiemgau-Pilgerwegs“ mit der Möglichkeit, selbst schöpferisch tätig zu werden und damit regionale Biodiversitäts-Projekte für die CO2-Kompensation zu schaffen, suchen sie noch Mitstreiter. In der ersten Augustwoche will sich das Projektteam auf den Pilgerweg machen, um sich über erste Umsetzungsmöglichkeiten auszutauschen.

Weitere Infos zu den Projekten gibt es im Internet unter www.campusstmichael.de.

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