Rosenheim – Die aktuellen Ergebnisse des Wirtschaftsbarometers Rosenheim, das von der Fakultät für Betriebswirtschaft an der Technischen Hochschule (TH) Rosenheim erhoben wird, zeigen – nach einer deutlichen Verbesserung im Monat April – für den Monat Mai bei den teilnehmenden Unternehmen eine Eintrübung sowohl in der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage, als auch in den Geschäftserwartungen.
Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage fiel auf einen immer noch recht positiven Wert von plus 30,7. Er liegt damit aber um fast neun Punkte unter dem Wert im April.
Auch die Geschäftsaussichten verschlechterten sich auf einen Wert von plus 13,3 und sind damit nur noch leicht optimistisch. Im Vormonat erreichte dieser Saldo in der monatlichen Umfrage noch optimistische plus 24,9.
Die vergleichbaren Indikatoren des Ifo-Institutes für Deutschland entwickelten sich noch schwächer. Der Saldo für die Geschäftslage hat sich hier mit plus 6,3 im Vergleich zum Vormonat mehr als halbiert. Die ohnehin schon leicht negativen Geschäftsaussichten mit einem Wert im April von minus 14,4 sind zunehmend pessimistischer mit einem aktuellen Saldo von minus 21,6. Der aus beiden Komponenten bestehende Ifo-Geschäftsklimaindex fiel – nach sechs Anstiegen in Folge – deutlich.
Die sich verschlechternde wirtschaftliche Situation spiegelt sich auch in negativen Wachstumsraten wider. So fiel das Bruttoinlandsprodukt sowohl im vierten Quartal 2022, wie auch im ersten Quartal 2023 geringfügig. Bei zwei aufeinanderfolgenden Rückgängen spricht man von einer Rezession.
Im Mai wurden die teilnehmenden Unternehmen gefragt, welches die größten Hindernisse für ein erweitertes Angebot an Ausbildungsplätzen für sie sind. Überraschenderweise werden von 41 Prozent lange Berufsschulzeiten genannt, im Vorjahr nannten dies nur fünf Prozent. Das Problem, keine Bewerber zu finden, ist immer noch für jedes dritte Unternehmen ein wesentliches Hindernis, allerdings nannten diesen Aspekt vor einem Jahr noch 55 Prozent der Unternehmen. Deutlich zugenommen haben auch fehlende Möglichkeiten für eine spätere Übernahme. Dies wurde von 17 Prozent der Unternehmen als Hindernis genannt (acht Prozent im Vorjahr). Die schlechte Vorbildung der Bewerber war im Vorjahr noch für 33 Prozent der teilnehmenden Unternehmen ein Hindernis, nun wird dies nur noch von neun Prozent genannt.