Töging – So oder so ähnlich passiert es bei Viscotec in Töging immer wieder: Veronika Lägel (33) wertet wichtige Daten aus, da klingelt ihr Handy. Eines ihrer Kinder ist krank. Sie packt und beendet ihren Bürotag vorzeitig. „Das ist hier kein Problem“, freut sie sich. Bei Viscotec kann die zweifache Mutter Familie und Beruf problemlos unter einen Hut bringen, ist jederzeit für ihre Kinder da und hat als „Transformation Managerin“ trotzdem anspruchsvolle Aufgaben: „Das Unternehmen geht da voll mit.“
Kranke Kinder
sind kein Stress
Viscotec wird für seine Familienfreundlichkeit immer wieder gelobt und ausgezeichnet; zuletzt vom Familienpakt Bayern mit der Auszeichnung „Erfolgreich. Familienfreundlich“.
„Wir leben das seit Jahren“, betont Personalleiter Manuel Hönig. Auch weil den Firmenchefs neben dem Beruf die eigene Familie immer schon wichtig war: sei es Georg Senftl mit vier Kindern oder der heutige Geschäftsführer und dreifache Vater Franz Kamhuber: „Als Familienvater kenne auch ich die Herausforderungen, die Eltern tagtäglich zu meistern haben. Deshalb legen wir bei Viscotec besonderen Wert darauf, jedem und jeder Einzelnen die Flexibilität zu bieten, die benötigt wird. Nur so kann man Job und Familie unter einen Hut bringen.“
Kamhuber bringe seine Kinder selber in den Kindergarten, sagt Bereichsleiter und dreifacher Vater Sebastian Gerauer (39): „Er weiß, wie das ist, wenn das Kind plötzlich nicht mehr rein möchte und es 20 Minuten länger dauert.“ Wenn daheim etwas ist, „dann kann ich sofort ausstempeln, mein Kind abholen und von zu Hause aus weiterarbeiten.“
„,Kind krank‘ ist für uns kein großer Stress“, sagt Personalleiter Hönig. Das bestätigt Service-Mitarbeiterin Susanne Csoti (42). Sie hat zwei Kinder: „Da ist immer was los. Ich kann mir die Arbeit so gestalten, wie ich es brauche.“
Flexible Arbeitszeiten ohne Kernzeit und Homeoffice sind ein Baustein. Hinzu kommen 32 Tage Urlaub, monatlich ein steuerfreier Zuschuss von 250 Euro für den Kindergarten, familienfreundliche Dienstwagen, Job-Räder auch für Partner, kostenlose Ladestationen für die Elektro-Mobilität und seit Neuestem ein bundesweit gültiger Gesundheitspass für Fitness-Studios, Yoga und vieles mehr. „Damit kann ich meine Kinder auch mal zum Klettern oder Schwimmen mitnehmen“, sagt Gerauer.
Hinzu kommen Teilzeitmodelle und Elternzeit. Letzteres werde bis in die Führungsebene in Anspruch genommen, sagt Personalleiter Hönig. Vor allem in Verbindung mit Teilzeit habe es sich bewährt: „Die sind dann nie ganz weg und der Laden läuft gut weiter.“
Teilzeit, Elternzeit, flexibles Arbeiten: „Es hat Null Komma Null Auswirkungen auf die Karriere“, weiß Gerauer. „Es wird bei uns nicht nach Stunden, sondern nach Leistung beurteilt.“ Die Flexibilität hat ihm in seinem Team „noch nie Stress“ gemacht: „Jeder hat einen eigenständigen Verantwortungsbereich. Wie er seine Aufgaben macht, ist egal. Hauptsache, die Arbeit ist gemacht.“
Der Aufwand für Abstimmung und Absprachen sei sicher höher, meint Personalleiter Hönig. Aber es lohne sich: „Nur so kann man die Mitarbeiter langfristig halten.“ Gerauer ergänzt: „Wenn die Firma was gibt, dann kriegt man es vom Mitarbeiter zurück.“
Diese Flexibilität hilft nicht nur jungen Familien, sie hilft auch den Mitarbeitern, die Angehörige pflegen müssen oder ein Sabbatical einlegen wollen. Die verlängerte Auszeit sei, so Hönig, gerade bei Mitarbeitern über 50 gefragt: „Die kommen dann ausgeruht und motivierter zurück.“
Die Mitarbeiter sind nicht nur zufrieden, ihr Stress ist geringer und sie seien, so Personalleiter Hönig, im Branchen-Vergleich auch gesünder. Hönig: „Uns ist es wichtig, dass es den Mitarbeitern gut geht.“
Unternehmen
gewinnt Mitarbeiter
Die Familienfreundlichkeit ist ein Baustein für das anhaltende Wachstum von Viscotec. Die Auftragsbücher sind voll und im ersten Halbjahr konnte Personalleiter Hönig schon 42 neue Mitarbeiter einstellen. Auch, weil das Unternehmen auf Bewertungsplattformen wie Kununu gute Noten bekommt. „Das wird immer wichtiger. Wir wollen entspannt arbeiten und entspannt wachsen.“