„Land und Leute brauchen Sie“

von Redaktion

Trotz vieler Herausforderungen steht der Nachwuchs in der Hausund Landwirtschaft gut da. Das wurde bei der Freisprechungsfeier für 162 Absolventen aus vier Landkreisen in Altötting deutlich.

Altötting – Die Landwirtschaft steht heute zwar oft in der öffentlichen Kritik, aber sie hat eine wichtige Rolle und ihr Nachwuchs ist so gut ausgebildet, dass ihm um seine Zukunft nicht bange sein muss: Das war der „rote Faden“, der sich durch die Freisprechungsfeier für die frischgebackenen Absolventen der Berufsausbildungen in der Haus- und Landwirtschaft zog, die kürzlich in Altötting stattfand.

Die Regierung von Oberbayern als die für die Bildung in Haus- und Landwirtschaft zuständige Behörde hatte dazu erstmals in einem großen Rahmen zu insgesamt fünf Veranstaltungen in ganz Oberbayern eingeladen. Von insgesamt 720 Kandidaten hatten 570 die Prüfung bestanden.

Im Kultur- und Kongress-Forum Altötting wurden die Absolventen aus den Landkreisen Altötting, Mühldorf, Traunstein und Berchtesgadener Land geehrt, die während ihrer Ausbildung von den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Töging und Traunstein betreut worden waren.

„Rahmenbedingungen
sind schwierig“

162 junge Leute versammelten sich, die im Sommer ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Gastgeber Dr. Peter Nawroth, der das Sachgebiet Bildung in der Haus- und Landwirtschaft bei der Regierung von Oberbayern leitet, begrüßte die Gäste und betonte, wie wichtig die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft bei deren Nachwuchsausbildung sei und welch wichtige Funktion dabei den Berufsschulen zukomme.

Bei der anschließenden Grußwort-Runde erklärte der Altöttinger Landrat Erwin Schneider, dass er während der Corona-Pandemie und zu Beginn des Ukraine-Krieges befürchtet habe, dass die Ernährungssicherheit gefährdet sei. Deshalb sei er den jungen Leuten besonders dankbar, dass sie sich für diese für die Zukunft so wichtigen Berufe entschieden hätten. Die wichtigste Aufgabe eines Landwirts sei es, Nahrungsmittel zu erzeugen. „Die Rahmenbedingungen sind zwar schwierig, aber man darf nicht verzweifeln“, erklärte der ausgebildete Landwirt. Doch er versicherte: „Das wird sich in eurer Berufszeit auch wieder ändern.“

Hans-Jörg Steinberger, Vorsitzender des Verbandes für landwirtschaftliche Fachbildung in Bayern (vlf) für die Landkreise Altötting und Mühldorf, erklärte dem Nachwuchs, künftig werde „digitale Medienkompetenz gegen Desinformation“ gebraucht. Sein Verband und der bayerische Bauernverband seien mit Online-Veranstaltungen „hochkarätig“ dabei, das nötige Rüstzeug zu vermitteln. Er wünschte den jungen Absolventen eine erfolgreiche Zeit.

Laut Sonja Bergmeier, Bereichsleiterin Landwirtschaft des AELF Traunstein, ist der Stellenwert der Landwirtschaft in der Voralpenregion noch so hoch, dass ihre Schulen für die Haus- und Landwirtschaft gar nicht alle Bewerber aufnehmen könnten. Trotzdem sollten die jungen Leute neugierig bleiben und weiter lernen, denn nur wer selbst begeistert sei, könne auch andere begeistern.

Dank an Familien
und Ausbilder

Bergmeiers Kollegin Angela Vaas als Behördenleiterin der AELF Töging legte den jungen Menschen ans Herz, dass sie bei den Bildungsberatern der AELF gute Hilfestellungen bekämen. „Seien Sie bereit für Neues und bleiben Sie in Ihrem Beruf, denn Land und Leute brauchen Sie“, lautete ihr Schlussappell

Hans Grabner, Vorsitzender des Prüfungsausschusses für die Landwirtschaft in Traunstein, berichtete, dass der Prüfungsdurchschnitt in Traunstein 2,70, in Töging 2,75, bei den Absolventen des Bildungsprogramms Landwirt (BiLa) für Nebenerwerbslandwirte 2,37 und bei der Akademie für Land- und Almwirtschaft Südostoberbayern (SOLA) 2,71 betragen habe. Danach wurden nacheinander zuerst die jeweils drei besten Absolventen und dann alle weiteren auf die Bühne gerufen.

„Ihre Eltern haben Ihnen ihre Liebe zum Beruf weitergegeben“, erklärte Angelika Spitzer, Bereichsleiterin Ernährung und Landwirtschaft bei der Regierung von Oberbayern, in ihrem Schlusswort. „Mein besonderer Dank gilt auch allen Ausbilderinnen und Ausbildern, denn der Erfolg dieser jungen Menschen ist auch ihr Erfolg.“

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