Reger Austausch über verschiedene Arbeitszeitmodelle

von Redaktion

Empfang des DGB in Bad Feilnbach – Blick auf die Rente

Bad Feilnbach – Betriebsräte, Gewerkschafter und Kollegen des Deutschen Gewerkschaftsbundes trafen sich in Bad Feilnbach, um Möglichkeiten und Voraussetzungen für die kommenden Tarifrunden auszutauschen und zu diskutieren. Im Hinblick auf die kommenden Eintritte in die Altersrente wird es mehr und mehr notwendig sein, die verfügbare Arbeitskraft länger zu erhalten.

Der Abteilungsleiter im DGB-Bezirk Bayern, David Schmitt, berichtete über die unterschiedliche Betriebssituation in einem Krankenhaus, wo viele verschiedene Aufgaben und Berufe gegeben und notwendig sind. An diesem Beispiel zeige sich, dass betriebseinheitliche Lösungen unmöglich sind. Auch sei festzustellen, dass zu viele Mitarbeiter vor der Überlastung in die Teilzeit flüchten.

Tatjana Fuchs von der Gesellschaft für gute Arbeit plädierte für ein belegbares Mandat, mit dessen Hilfe schlagkräftige Argumente in eine Tarifverhandlung gebracht werden könnten. In diesem Zusammenhang führte sie Mitgliederbefragungen zu den jeweiligen Themen ins Feld. Betriebsrat Yakub Bukut stellte fest, dass er der Firma in der er arbeitet, sieben bis 17 Arbeitsstunden monatlich „schenkt“. Er wünscht sich Gutschriften in Tagen, die er für sich flexibel einsetzen und verwerten kann. Jeder Betrieb habe ökonomische Grenzen, darauf verwies Rechtsanwalt und Arbeitsrechtler Michael Huber-Himmel. Außerdem warnte er vor innerbetrieblichen Absprachen, weil solche arbeitsrechtlich im Streitfalle nichtig seien. Solche Arbeitszeitmodelle seien in verschiedenen Versionen längst existent, jedoch seien pauschale Modelle, etwa von Montag bis Donnerstag zu arbeiten, weder praktikabel noch möglich.

Das Modell Post stellte Andrea Allwang vor, wo Entlastungs-Zeitmodelle bereits etabliert sind. Allerdings gelte es, diese nun auszubauen, was zum Ende des Jahres in der neuen Tarifrunde anstehe. Fuchs stellte fest: „Es wird immer mehr produziert, als von den Einzelnen gearbeitet wird.“ Deshalb seien Zeitschienen unverzichtbar. Allerdings dürften sich die Arbeitgeber nicht aus der sozialen Verantwortung stehlen. Es wurden österreichische und skandinavische Modelle vorgestellt, bei denen es beispielsweise für körperliche und psychische Schwerarbeit frühere Renteneinstiegsmodelle gibt. Einzig in Deutschland scheitere das an der Politik.

Die Teilnehmer stellten fest, dass es Ziel sein müsse, verschiedene Arbeitszeitmodelle an die Bedürfnisse und Möglichkeiten von Arbeitnehmern und Betrieben abzuwägen und entsprechend durchzusetzen. Dazu sei aber ein Konsens unter den Kollegen herzustellen. Die Gesprächsteilnehmer stimmten überein, dass die Arbeitszeit von vielen personen- und betriebsbezogenen Faktoren abhängig sei. Es sei eine Herausforderung, aber bereits existierende Tarifverträge beweisen, dass dies möglich ist. au

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