Söllhuben – 54 Gesellen aus dem Spengler-, Sanitär- und Heizungshandwerk (SHK), darunter eine junge Frau, sind nach dreieinhalbjähriger Ausbildungszeit kürzlich beim Hirzinger in Söllhuben freigesprochen worden. „Euer Arbeitsplatz ist in den nächsten Jahren definitiv gesichert“, sagte Obermeister Gerhard Hardrath zu den Nachwuchskräften. 60000 Stellen im Spengler-, Sanitär- und Heizungshandwerk sowie weitere 40000 im SHK-Dienstleistungsbereich seien aktuell offen.
Erwartungen an den
Berufsstand gestiegen
Hardrath dankte der Berufsschule Bad Aibling und dem Landratsamt Rosenheim für die gute Zusammenarbeit in puncto Ausbildung. Er verglich die diesjährigen Absolventen mit einem Wein: „Ihr seid ein guter Jahrgang.“ Gleichwohl gab er den Ausgebildeten mit, dass das eigentliche Lernen erst jetzt beginne: Die Erwartungen an den Berufsstand seien gestiegen. Die verschiedenen Fortbildungsmöglichkeiten und die Meisterpflicht seien ebenso wichtig für die Qualität des Handwerks. Er wünsche sich, dass die „SHK-Bachelors“ ihren Beruf mit Herz und Verstand ausüben und mit Stolz sagen können: „Ich habe den richtigen Beruf gewählt.“
Ehrenobermeister Ludwig Ziereis betonte, dass es unendlich viele Betätigungsfelder für die Nachwuchskräfte gebe. „Luft, Wasser und Energie, also Wärme, braucht der Mensch, um überleben zu können.“ SHK-Anlagenmechaniker übten einen Beruf aus, der tariflich gesehen zudem gut bezahlt sei.
Landrat Otto Lederer gratulierte den frischgebackenen Gesellen ebenfalls zum Abschluss ihrer Ausbildung: „Die Gesellenprüfung wird keinem geschenkt.“ Großen Beifall erhielt er auch für seine Aussage: „Fachkräfte werden nicht geboren, sondern ausgebildet.“ Das SHK-Handwerk sei ein Beruf der Zukunft. Wie seine Vorredner, dankte Landrat Lederer den Familien, den Ausbildern und den Lehrern der Berufsschule Bad Aibling für die Unterstützung der Auszubildenden.
Josef Rier, Fachlehrer an der Berufsschule Bad Aibling, lobte im Namen aller seiner Kollegen und Ausbilder die jungen Gesellen. Ein Meilenstein sei geschafft, aber das sei erst der Anfang. „Seid stolz auf euer Handwerk.“ Rier dankte an der Stelle auch dem Landkreis, der viel in die Schule investiert habe.
Kreishandwerkmeister Rudi Schiller betonte die Wichtigkeit des Handwerkerberufs: „Leistungsbereitschaft lohnt sich. Ihr werdet gebraucht.“ Er ermunterte die Gesellen, sich weiterzubilden und in der Innung zu bleiben.
Schorsch Hackl als
Stargast des Abends
Stargast des Abends war Rodler Schorsch Hackl, der vermittelte, dass Spitzensport und Handwerk auf Willen, Ehrgeiz und Leidenschaft basieren.
Prüfungsausschuss-Vorsitzender Josef Gantner lobte ebenfalls die Prüflinge und warb für das SHK-Handwerk: „Wir können CO2 reduzieren und wir können mit Technik umgehen.“ Er dankte Ausbildern, Lehrern und den Prüfungsausschuss- Mitgliedern für ihren Einsatz, mit dem sie zum guten Gelingen der Prüfung beigetragen hätten, sowie den Eltern, die die Lehrlinge während ihrer Ausbildung unterstützten.
Lehrlingswart Klaus Gantner übernahm die Freisprechung mit dem historischen Spruch: „Ein gütiges Geschick – das walte Gott.“ Zum Abschluss wurden die Gesellenbriefe verteilt. Die zehn Besten des Jahrgangs erhielten Präsente von Firmen aus der Region. Dazu bekamen noch fünf Anlagenmechaniker aus der letztjährigen Sommer- und fünf aus der diesjährigen Winter-Prüfung den Staatspreis für ihre sehr guten schulischen Leistungen (Notendurchschnitt besser als 1,5) verliehen.