Ainring – „Unser Handwerk floriert weiterhin!“, betonte der Obermeister der Zimmerer-Innung Traunstein-Berchtesgadener Land, Martin Kollmeier, kürzlich bei der Jahreshauptversammlung in Ainring. Das Handwerk habe ein gutes Image, mit dem Baustoff Holz sei man auch in Zukunft gut positioniert. Er freue sich, dass alle Anwesenden aus Mitgliedsbetrieben, Handwerkskammer, Kreishandwerkerschaft, Lehrer, Ausbilder und Fördermitglieder im Team zusammenarbeiten würden, um das Zimmererhandwerk „modern, innovativ und zukunftssicher weiterzuentwickeln“.
Gerade die Innung biete, so Kollmeier, ein gutes Netzwerk, um für die Veränderungen in der Zukunft gewappnet zu sein. Man habe als Innung einen erfreulichen Mitgliederzuwachs auf nunmehr 46 Betriebe in den beiden Landkreisen.
Kritik an
Regulierungswahn
Kritisch führte er aus, dass das Handwerk mit Bürokratie und einem Regulierungswahn überladen werde und sich einer kriselnden Bauwirtschaft gegenübersehe.
Erfreut stellte er hingegen fest, dass das Interesse junger Menschen am Zimmererberuf unverändert hoch sei. Für eine attraktive Ausbildung werde in der Region viel getan: Die gewerbliche Berufsschule, der Campus Chiemgau sowie die Berufsschule Freilassing mit gesamt deutlich über 400 Millionen Euro Investitionssumme zeigten auch das politische Bekenntnis in der Region zum Handwerk, betonte Kollmeier und benannte hier namentlich die beiden Landräte Siegfried Walch und Bernhard Kern und letztlich den gesamten Kreistag der beiden Landkreise, die sich hinter die Großprojekte stellen würden.
Prüfungsausschussvorsitzender und Lehrlingswart Ludwig Hartl sagte, es gäbe viele junge Menschen, die einen Handwerksberuf erlernen wollten. Aktuell werden in den Berufsschulen Traunstein und Traunreut 139 Auszubildende beschult.
Jens Holst gab Informationen zum berufsbegleitenden Meisterkurs im Bildungszentrum der Handwerkskammer weiter. 21 Gesellen bereiten sich derzeit auf die Prüfung in Traunstein vor. Aktuell habe man bereits zehn Voranmeldungen für den nächsten Kurs.
Manuela Deneri, Geschäftsstellenleiterin der Kreishandwerkerschaft Traunstein-Berchtesgadener Land (Kreiha) ging auf aktuelle Fragen der Innungssatzung ein, die im Nachgang an einigen Punkten geändert wurde. Auch hier fand sich komplette Einigkeit unter den Mitgliedern, die die Änderungen einstimmig durchwinkten.
Innung hat gut
gewirtschaftet
Dagmar Sinzinger legte die Jahresrechnung vor. Trotz gestiegener Aktivitäten hat die Innung auch in diesem Jahr gut gewirtschaftet, was der ausgeglichene Jahresabschluss zeigte. Nach dem positiven Votum der beiden Rechnungsprüfer Josef Pletzer und Arthur Roth wurde die Einnahmen-Überschussrechnung durchgewunken, dem Innungsvorstand und der Geschäftsführung Entlastung erteilt, was im Anschluss auch für den Haushaltsplan des laufenden Jahres galt. Kreiha-Mitarbeiterin Monika Auer stellte die Aktivitäten der Innung im Bereich der sozialen Medien vor, die auf gute Resonanz stoßen und vor allem auch junge Menschen ansprechen, was die Klicks beweisen.
Einen wichtigen Raum der mehrstündigen Versammlung nahm die Wahl der Innungsleitung ein. Martin Kollmeier wurde ohne Gegenstimme wieder für die kommenden drei Jahre als Obermeister gewählt, als sein Stellvertreter wurde nach dem Motto „Wie der Vater so der Sohn“ nach Norbert Kendler nun einstimmig Martin Kendler gewählt. Ludwig Hartl, Bernhard Resch, Franz Plank, Lukas Lechner, Max Doppler und Herbert Koch sind gewählte Vorstandsmitglieder. Pletzer und Roth sind wieder in den Rechnungsprüfungsausschuss gewählt. Pletzer und Christian Weiß wurden in den Prüfungsausschuss als Meisterbeisitzer nachgewählt. Erfreulich war dabei, dass zum Teil auch junge Zimmerer in die Innungs-Verantwortung nachrücken.
Sicherheitsrechtliche
Neuerungen
Im Fachvortrag ging Andreas Kraft vom Landesinnungsverband auf aktuelle Änderungen in technischen Fragen rund um den Holzbau ein und wies auf sicherheitsrechtliche Neuerungen hin, die von den heimischen Betrieben umgesetzt werden müssen.
Peter Aicher, Präsident von Holzbau Deutschland, ging auf Erfolgsgeschichten im Innungs- und Verbandsleben ein. Man präsentiere den Holzbau gut in der Öffentlichkeit. Alle Marketingmaßnahmen sollten zeigen, was das Zimmerer-Handwerk leisten kann. Forschung und Entwicklung habe man frühzeitig forciert, nun zeige sich der Erfolg. „Der Holzbau wird bis 2045 einen Anteil von bis zu 40 Prozent haben“, freute er sich. Dies sei eine deutliche Steigerung der aktuell 22 Prozent. Lobend erwähnte er das Engagement von Bayerns Ministerin für Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber, und nannte hier exemplarisch die Förderung der Fachberatung Holzbau in Freising. wz