Wachstum in herausforderndem Umfeld

von Redaktion

Genossenschafts-Kreisverband legt Zahlen vor – Wohnbaukredite rückläufig

Traunstein/Berchtsgadener Land – Mit einem soliden Ergebnis in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld kann der Genossenschafts-Kreisverband Traunstein-Berchtesgadener Land für das vergangene Geschäftsjahr aufwarten. Die Bilanzsumme reduzierte sich zwar um 3,2 Prozent auf 3,036 Milliarden Euro. Die Zahlen weisen trotzdem in wichtigen Kernfeldern überwiegend – wenn auch zum Teil moderate – Steigerungen auf. Insbesondere konnte man im gesamten betreuten Kundenvolumen eine Steigerung von 3,3 Prozent, auf 6,465 Milliarden Euro erzielen. Hier sind auch die Anlagen und Geschäfte mit den Partnern in der genossenschaftlichen Finanzgruppe beinhaltet
(R+V Versicherung, Allianz, Bausparkasse Schwäbisch Hall und Union Investment).

Geschäftszahlen sind

zufriedenstellend

Mitglieder des Kreisverbandes sind die vier heimischen Genossenschaftsbanken Raiffeisenbank Anger eG (juristischer Sitz: Anger, Bilanzsumme 134,1 Millionen Euro), Raiffeisenbank Chiemgau-Nord-Obing eG (Sitz: Seeon, 376,1 Millionen Euro), Raiffeisenbank Rupertiwinkel (Sitz: Teisendorf, 515,8 Millionen Euro) und Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG (Sitz: Bad Reichenhall, 2,010 Milliarden Euro).

Kreisverbandsvorsitzender Jürgen Hubel zeigte sich mit den kumulierten Geschäftszahlen zufrieden: „Vor dem Hintergrund eines wirtschaftlich enorm herausfordernden Umfeldes sowie den extremen Ausschlägen am Kapitalmarkt insbesondere im dritten Quartal des vergangenen Jahres ist es uns trotzdem gelungen unsere Marktposition weiter zu festigen. Davon profitieren unsere Kunden wie auch unsere Mitglieder gleichermaßen. Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Bei uns geht Solidität und Nachhaltigkeit vor kurzfristigem, riskantem Wachstum.“

Dass diese seit vielen Jahren betriebene Ausrichtung und Fokussierung auf die heimische Wirtschaft und Kunden dort honoriert wird, zeigt sich auch daran, dass die wesentlichen Kernfelder der Banken des Kreisverbandes, das Anlage- und Kreditgeschäft, sich im positiven Bereich bewegt. „Wir versorgen unsere gewerblichen Kunden mit ausreichender Liquidität, um sich auch den Herausforderungen des Klimawandels, aber auch der nachhaltigen Geschäftsausweitung stellen zu können“, so Hubel weiter.

Im privaten wohnwirtschaftlichen Bereich sorgten die im Herbst 2023 rapide gesunkenen Kapitalmarktzinsen nach fast neun Monaten branchengleicher Flaute für eine kräftige Belebung der Nachfrage nach Baufinanzierungskredite, wenn auch hier im neuen Jahr die Zinsen im mittleren- bis langfristigen Bereich zunächst eine Gegenbewegung zu wieder steigenden Zahlen zeigten, was sich wieder dämpfend auswirkte. „Aber wichtig ist gesamtwirtschaftlich betrachtet, dass wir von den für alle Beteiligten extrem problembehafteten Negativzinsen weggekommen sind. Zurückgehende Inflationszahlen sorgen nach und nach auch für eine Normalisierung der immer noch vorhandenen inversen Zinsstruktur.“ Gleichzeitig mahnt der Kreisverbandsvorsitzende bei anhaltend hohen Baukosten eine Intensivierung der staatlichen Förderprogramme im Wohnungsbau an, die nicht zuletzt auch der angeschlagenen Bauwirtschaft wieder auf die Füße helfen könnte. Kunden brachten den Banken des Kreisverbandes weiterhin hohes Vertrauen entgegen: Im Anlagebereich bestand aufgrund eines attraktiveren Zinsumfeldes im kurzen Laufzeitbereich eine hohe Nachfrage nach Termineinlagen, die sich um 17,4 Prozent erhöhten.

Dass die heimischen Raiffeisen- und Volksbanken auch ein bedeutender Arbeitgeber in der Region sind, zeigt sich auch an leicht gestiegenen Mitarbeiterzahlen, die inklusive des Warenbereichs bei 630 liegen. „Dabei freut uns besonders, dass wir die Zahl der Auszubildenden mit 44 um zehn Prozent steigern konnten“ resümierte der stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende Wolfgang Thanbichler.

Unterstützung
über Spenden

Die regionale Fokussierung zeige sich auch in dem hohen Spendenaufkommen, mit denen die Kreisverbandsbanken – im Sinne der Stärkung des Ehrenamts heimische kulturelle, sportliche und soziale Projekte, aber auch unverschuldet in Not gekommene Bürger über die Bürgerstiftung Berchtesgadener Land und Traunstein mit über einer halben Million Euro unterstützten. Aufträge, beispielsweise für Bau- und Investitionsmaßnahmen, vergebe man so weit als möglich an Firmen der Region, wovon gerade auch das Handwerk profitiere. „Das unterscheidet uns neben vielen anderen Aspekten von dem Bankgeschäft der reinen Onlinebanken. Wir sind vor Ort, Teil des regionalen Wirtschaftskreislaufes und der regionalen Wertschöpfungskette.“

Trotz des gestiegenen Kostendrucks wollen die vier Kreisverbandsbanken in Zukunft an der bestehenden Filialstruktur festhalten, wie Vorsitzender Hubel im Gespräch mit ihrer Zeitung betonte: Auch Fusionen unter den vier Mitgliedsbanken seien derzeit nicht geplant.

Für das Kalenderjahr 2024 und die kommenden Jahre sei man nach einem guten Start in das laufende Jahr vorsichtig optimistisch. Von der Politik wünsche man sich zur Unterstützung von Wachstumsimpulsen vor allem eine Senkung von Steuern, Abgaben und Bürokratielasten sowie keinesfalls ein Vorantreiben der Kapitalmarktunion zu Lasten der Kreditfinanzierung für den deutschen Mittelstand positioniert man sich im Kreisverband klar.

Ausgewählte Zahlen im Einzelnen

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