Miesbach – Nachdem bei der Rinderzucht-Süd-Schau in Weilheim die Kühe aus dem Miesbacher Zuchtgebiet nahezu alle Siegerkühe stellten, am Kälbermarkt erstmalig über zehn Euro pro Kilo Lebendgewicht für ein männliches Kalb zur Mast bezahlt wurde und die durchschnittlichen Steigerungspreise für Jungkühe bei 3000 Euro liegen, folgte als Krönung beim jüngsten Miesbacher Zuchtviehmarkt der Zuschlag für einen Megastar-Sohn bei genau 100000 Euro.
Der Zuchtbetrieb von Irmingard und Johann Hochwind aus der Gemeinde Bruckmühl sind die stolzen Züchter dieses Stieres. Die nächsten Megastar-Söhne sind zwei Monate jünger und dieser Zuchtstier erreichte bereits mit 310 Tagen die Marktreife. Sehr gut erwies sich auch die Kombination mit dem Muttervater Wintertraum, weil hier ein gutes Fundament mit einer guten Eutervererbung von Megastar kombiniert wurde. Auch weitere Einzelzuchtwerte wie ein hoher Milchwert von 136, eine positive Abweichung in der Fettprozentvererbung, Kalbinneneignung und ein Melkbarkeitszuchtwert von 114 zeichneten diesen Stier aus.
In die Versteigerung waren sehr lange fünf Stationen involviert, bis letztlich Andreas Maier für die Besamungsstation Bayern Genetik den Zuschlag erhielt.
Von den restlichen 17 angebotenen Zuchtstieren wurde keiner an eine Besamungsstation verkauft, wobei inzwischen für Stiere in den Natursprung annähernd gleiche Preise erzielt werden. Nur zwei Zuchtstiere erreichten einen Steigerungspreis unter 3000 Euro. Der teuerste Natursprungstier kam aus der Zucht im Staatsgut Achselschwang. 4050 Euro war der Steigerungspreis für diesen reinerbig hornlos vererbenden Wirbelwind-Sohn, der von der Familie Fech aus Buttenwiesen bei Wertingen aufgezogen wurde. Der mittlere Steigerungspreis für Stiere in den Natursprung betrug 3125 Euro, wobei fünf reinerbig hornlos vererbende Bullen rund 300 Euro über diesem Preis lagen. Käufer bevorzugten zum Teil Stiere, die bereits im Deckeinsatz waren und die mit einem Alter von 17 oder 18 Monaten wiederverkauft wurden.
Eine Kalbin wurde für 2500 Euro und eine Zweitkalbskuh für 2150 Euro versteigert. Von 98 angebotenen Jungkühen erhielten 97 Jungkühe bei einem mittleren Versteigerungspreis von 2736 Euro den Zuschlag, wobei deren Milchleistung im Durchschnitt bei 28,8 Kilo Milch lag. Der Durchschnittspreis besaß aber bei diesem Markt geringere Aussagekraft, da qualitätsbedingt Preisunterschiede von 1400 bis 4300 Euro Steigerungspreis gegeben waren.
Nachdem beim letzten Markt sein Bruder für eine Jungkuh 4000 Euro Steigerungspreis erzielen konnte, zog Kaspar Reiser aus Lenggries bei diesem Markt nach. 4300 Euro Steigerungspreis war eine Defacto- Tochter mit einer Milchleistung von 32 Kilo, einer Melkbarkeit von 2,8 Kilo Milch pro Minute und einem Lebendgewicht von 695 Kilo einem einheimischen Züchter wert. Drei weitere Jungkühe wechselten noch zu Preisen über 3500 Euro den Besitzer. Züchter dieser Kühe waren Georg Stürzer aus Tuntenhausen, die Resenberger GbR aus Wackersberg und Maximilian Kranz aus Dietramszell. Weitere 28 Jungkühe wechselten noch für Steigerungspreise zwischen 3000 und 3500 Euro den Besitzer. Bei 29 Jungkühen mussten sich die Züchter mit Steigerungspreisen unter 2500 Euro abfinden.
36 Zuchttiere verblieben im Verbandsgebiet. 35 Tiere wechselten ins restliche Bayern, ein Stier und drei Jungkühe in andere Bundesländer. 42 Jungkühe gingen in die Niederlande. Der nächste Großviehmarkt in Miesbach findet am Mittwoch, 19. März, statt.