Rosenheim – Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach will die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte verbessern. Dazu fördert ihr Ministerium mit 630000 Euro ein Forschungsprojekt der Universität Bayreuth, das neue Dienstplanmodelle erprobt.
Das bis 2026 laufende Projekt soll Dienstpläne entwickeln, die sowohl die organisatorischen Herausforderungen als auch die Bedürfnisse der Pflegekräfte berücksichtigen. Sieben bayerische Kliniken nehmen daran teil, darunter auch das Romed-Klinikum Rosenheim.
Die teilnehmenden Krankenhäuser wurden gezielt ausgewählt, um unterschiedliche Strukturen und Versorgungsstufen zu berücksichtigen.
Jedes Krankenhaus bestimmt selbst, welche Stationen einbezogen werden und setzt eigene Schwerpunkte. In einem sechsmonatigen Testlauf werden neue Dienstplanmodelle erprobt. Danach folgt eine wissenschaftliche Auswertung.
Beim Romed-Klinikum Rosenheim werden Pflegekräfte noch intensiver in die essenzielle Thematik des Dienstplans integriert und aktiv in die Entwicklung neuer Modelle einbezogen. So bewerten sie in einer ersten Phase ihre bisherigen Dienstzeiten anonym per Online-Fragebogen. Anschließend werden in Gruppeninterviews Verbesserungsvorschläge erfasst, wie sich beispielsweise Beruf und Privatleben besser vereinen lassen, wie Belastungsspitzen auf Station gut abgefangen werden können oder welche Optionen zur langfristigen Sicherstellung der personellen Besetzung möglich sind.
Die daraus resultierenden Ideen gehen in eine sechsmonatige Testphase. „Durch die intensive und enge Zusammenarbeit mit unseren Pflegekräften können wir noch mitarbeiterorientiertere und individuellere Lösungen entwickeln“, erklärt Projektleiter Simon Kitzeder. Die Erwartungen an das Projekt sind hoch. „Pflegekräfte brauchen verlässliche Dienstpläne, die ihren Bedürfnissen entgegenkommen.
Vor allem wegen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind in der Vergangenheit schon sehr kreative Arbeitszeitmodelle bei uns entstanden, um möglichst flexible Lösungen anbieten zu können. Denn so lassen sich Zufriedenheit und eine bessere Work-Life-Balance erreichen“, sagt Romed-Pflegedirektorin und Prokuristin Judith Hantl-Merget.
„Dieses Forschungsprojekt zeigt, dass Kliniken, Wissenschaft und Politik gemeinsam Lösungen finden können, die den Arbeitsalltag in der Pflege nachhaltig verbessern.“