„Ausbildung ist das beste Mittel gegen Arbeitskräftemangel“

von Redaktion

Weniger Azubis in der Region – Bewerbungen aus dem Ausland werden auch für heimische Betriebe zunehmend wichtiger

Rosenheim/Traunstein/Mühldorf – Die IHK für München und Oberbayern hat im vergangenen Jahr 1054 neue Ausbildungsverträge in Stadt und Landkreis Rosenheim registriert. Damit starteten rund acht Prozent weniger Azubis in einem der IHK-zugehörigen Betriebe in ihre Ausbildung als noch im Jahr 2023. Laut IHK liegt das vor allem daran, dass demografisch bedingt weniger Jugendliche aus den Schulen kommen und es damit weniger Bewerber gibt.

Ausbildung weiterhin
„hochattraktiv“

„Die Berufsausbildung mit ihren ausgezeichneten beruflichen Perspektiven bleibt für Schüler wie auch für unsere Ausbildungsbetriebe weiterhin hochattraktiv“, erklärt Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Rosenheim. „Auch 2024 haben sich wieder vier von zehn Jugendlichen nach Schulabschluss für diesen Karriereweg entschieden.“

Dem Vorsitzenden zufolge setzen die Betriebe mit Blick auf die größer werdende Fach- und Arbeitskräftelücke, die die Babyboomer nach ihrem Wechsel in den Ruhestand verursachen, ungebrochen stark auf die Ausbildung. „Nur so können sie sich ihren Fachkräftenachwuchs sichern und offene Stellen bestmöglich nachbesetzen. Ausbildung ist und bleibt das beste Mittel gegen den Arbeitskräftemangel“, so Bensegger.

Dennoch konnten auch im Jahr 2024 viele heimische IHK-Ausbildungsbetriebe nicht alle Ausbildungsplätze vergeben. In Stadt und Landkreis Rosenheim blieben nach Auswertung der Arbeitsagentur über alle Ausbildungsbereiche hinweg mehr als 100 Lehrstellen unbesetzt.

Angesichts dieser Situation werden für die ausbildenden Unternehmen in der Region auch Bewerbungen aus dem Ausland zunehmend wichtiger. Als angehender Fachkräftenachwuchs können Azubis mit ausländischem Pass laut IHK helfen, den wachsenden Fachkräftemangel zumindest teilweise abzumildern.

Von den mehr als 1000 Jugendlichen, die im vergangenen Jahr in Stadt und Landkreis Rosenheim in ihre Ausbildung im IHK-Bereich gestartet sind, haben 16 Prozent keine deutsche Staatsangehörigkeit. Darunter sind Azubis unter anderem mit vietnamesischen, kosovarischen, marokkanischen sowie ukrainischen Pässen.

Einen wichtigen Beitrag zu dieser Entwicklung leistet auch das 2023 verabschiedete Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Die IHK betont, dass die berufliche Ausbildung eine starke integrative Kraft hat.

Auf dem ersten Platz der beliebtesten IHK-Berufe in der Stadt Rosenheim standen 2024 bei den Heranwachsenden die Bankkaufleute. Im Landkreis entschieden sich die meisten Mädchen für eine Ausbildung zur Industriekauffrau, bei den Jungen führt der Industriemechaniker das Ranking an.

Viele Lehrstellen
unbesetzt

Ein ähnliches Bild ergibt sich im Landkreis Traunstein. Mit 694 neuen Ausbildungsverträgen starteten dort zwar drei Prozent mehr Azubis in einem der IHK-zugehörigen Betriebe in ihre Ausbildung als noch im Jahr 2023. Dennoch blieben 2024 im Landkreis Traunstein über alle Ausbildungsbereiche hinweg fast 250 Lehrstellen unbesetzt. Von den fast 700 Jugendlichen, die hier im vergangenen Jahr in ihre Ausbildung im IHK-Bereich gestartet sind, hatten 15,7 Prozent keine deutsche Staatsangehörigkeit.

Im Landkreis Mühldorf wurden ähnlich wie in Rosenheim mit 431 Ausbildungsverträgen 2024 etwas weniger als im Vorjahr registriert. Über alle Ausbildungsbereiche hinweg blieben hier rund 80 Lehrstellen unbesetzt. Von den 431 Jugendlichen, die im vergangenen Jahr im Landkreis Mühldorf ihre Ausbildung in einem IHK-Betrieb begonnen haben, hatten zwölf Prozent keine deutsche Staatsangehörigkeit.

Auf dem ersten Platz der beliebtesten IHK-Berufe standen sowohl im Landkreis Traunstein als auch im Landkreis Mühldorf 2024 bei den Mädchen die Industriekauffrau. Bei den Jungen führten der Industrieinformatiker und Fachinformatiker das Ranking an.

Artikel 2 von 7