Traunstein – Ein reges Versteigerungsgeschehen herrscht aktuell auf allen Zucht- und Mastviehmärkten. Mastkälberpreise über 1000 Euro beziehungsweise 500 Euro für weibliche Zuchtkälber sind keine Seltenheit mehr. Auch die Zuchtviehpreise liegen deutlich über dem Vorjahresniveau.
Erstmalig konnte jüngst beim Markt in Traunstein ein Durchschnittspreis für Jungkühe über 3000 Euro erreicht werden. 62 aufgetriebene Jungkühe kosteten im Mittel 3038 Euro. Für 4500 Euro konnte ein Hrom-Sohn verkauft werden, der an die Besamungsstation CRV Deutschland mit dem Namen „Hollandia“ in den Einsatz geht. Ein Natursprungstier wurde für 2700 Euro verkauft. Der mittlere Steigpreis für sieben Kalbinnen lag bei 2386 Euro, wobei die Preisspanne von 2150 bis 2600 Euro reichte. Fünf Zweitkalbskühe wechselten bei einem mittleren Versteigerungspreis von 2940 Euro den Besitzer. Begünstigt wurde das gute Preisniveau durch Milchleistungen zwischen 30 und 39 Kilo Milch sowie sehr gute Fundamente und durchwegs gute Euter.
Mit einem Gesamtzuchtwert von 144 war der Stier „Hollandia“ aus dem Zuchtbetrieb Christian Niederbuchner in Aiging der Zweitbeste von 129 getesteten Halbbrüdern. Ein hoher Milchwert von 130, ein guter Zuchtwert in der Melkbarkeit und positive Zuchtwerte bei den Milchinhaltsstoffen trugen sicherlich zur Kaufentscheidung bei. Dazu kam eine Eignung für Kalbinnen.
Vier Jungkühe wurde in die Wertklasse 1 eingereiht. Für sie mussten die Käufer im Durchschnitt 3813 Euro ausgeben. Die teuerste Jungkuh des Marktes kam allerdings aus der Wertklasse 2a. Eine „Hermelin“-Tochter aus dem Zuchtbetrieb Peter Hainz aus Froschham bei Laufen fand bei 4150 Euro einen Käufer. Die Jungkuh konnte mit einer Milchleistung von über 40 Kilo aufwarten. Zwei weitere Jungkühe aus den biologisch wirtschaftenden Betrieben Michael Huber aus Steinrab, Gemeinde Seeon, und Ludwig Pastötter aus Wimmern, Gemeinde Teisendorf, wurden für mehr als 4000 Euro verkauft. Zehn Jungkühe der Wertklasse 2a blieben noch über 3500 Euro Steigpreis und weitere zehn Jungkühe kosteten zwischen 3000 und 3500 Euro. Die billigste Jungkuh des Marktes fand für 2050 Euro einen neuen Besitzer.
Ein Stier, eine Zweitkalbskuh und 22 Jungkühe blieben diesmal im eigenen Gebiet. Ein Zuchtstier, drei Zweitkalbskühe und 16 Jungkühe ersteigerten sich bayerische Käufer. Eine Zweitkalbskuh, sieben Kalbinnen und 24 Jungkühe ersteigerte sich das Viehhandelsunternehmen Kuenen aus den Niederlanden. Der nächste Großviehmarkt in Traunstein findet am Donnerstag, 15. Mai, statt.