Stephanskirchen – Wandel bei Marc O’Polo: Das Stephanskirchner Modeunternehmen stellt seine Logistik neu auf. Mit Folgen für den Standort in der Region.
Bisher wurde die sogenannte Vor-Order-Logistik mit dem Fokus auf Liegeware – also Kleidungsstücke, die nicht am Bügel hängen – am Hauptsitz in Haidholzen abgewickelt. Das soll sich ab Herbst 2025 ändern. Dann zieht die gesamte Marc O’Polo-Logistik nach Hannover – genauer zum Dienstleister Arvato – um.
„Für Wachstum
entscheidend“
„Eine effiziente Logistik ist ein Schlüsselfaktor für unseren Erfolg. Durch die Zentralisierung werden wir für unsere Endkunden und Handelspartner unmittelbar spürbare Verbesserungen in Qualität, Effizienz und Geschwindigkeit erreichen, was für unser Wachstum in bestehenden und neuen Märkten entscheidend ist“, sagt Firmenchef Maximilian Böck zur Neugestaltung des Logistik-Bereichs. Was für das Unternehmen ein wichtiger Schritt ist, ist allerdings für die insgesamt 89 Mitarbeiter aus den Bereichen Vor-Order-Logistik, Quality Control und Retoure in Stephanskirchen ein harter Schlag. Sie verlieren ihren Job, wie das Unternehmen erklärt.
Die Trennung soll so „fair und sozialverträglich wie möglich“ ablaufen, so Marc O‘Polo. Zwar könnten aufgrund der sehr spezifischen Berufsprofile keine alternativen Positionen im Unternehmen angeboten werden, allerdings werden umfassende Beratungsangebote sowie eine Transfergesellschaft geschaffen, teilt das Unternehmen mit.
„Vorstand und Aufsichtsrat bedauern sehr, dass wir uns im Zuge dessen von Mitarbeitenden verabschieden müssen. Wir werden so fair wie möglich dabei vorgehen“, erklärt Böck. Dabei nutzt der CEO des Modelabels allerdings auch die Chance, klarzumachen, wie sehr er den Standort Stephanskirchen schätzt.
Bedeutung
des Standorts
„Diese Maßnahme ändert nichts daran, dass wir der Region und der Gemeinde Stephanskirchen auf das Engste verbunden sind. Hier ist unser Sitz, hier schlägt unser Herz und hier werden wir auch weiterhin investieren“, sagt Böck. Langfristig sei es außerdem denkbar, die Logistik wieder in der Region Rosenheim zu bündeln.
Zunächst geht es allerdings nach Hannover. Dort wird dann der Dienstleister Arvato, ein Unternehmensbereich des Bertelsmann-Konzerns, sich um Marc O‘Polos Logistik kümmern. Im Herbst dieses Jahres beginnt der Umzug. Ende 2025 soll dann alles abgeschlossen sein. Und dann enden auch die Arbeitsverträge der 89 Logistik-Mitarbeiter in Stephanskirchen.
Es ist ein Schritt, um schneller und effizienter arbeiten zu können, erklärt das Unternehmen. Und dieser Schritt passt auch in die Zukunftspläne von Marc O‘Polo. Das Unternehmen soll internationaler werden. „Internationalisierung ist der strategische Eckpfeiler, um unsere 55-jährige Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben“, sagte Böck schon im Jahr 2022, nachdem mit dem Onlineshop 18 neue Länder erschlossen wurden und die Kleidung auch in Kanada, Dänemark, Griechenland, Italien und Spanien vor Ort zu kaufen war.
Auf dem Weg zu
einer Weltmarke
Das Unternehmen mit Hauptsitz in Stephanskirchen soll – trotz des schwierigen Marktumfelds – eine Weltmarke werden. Und hierfür wird mit dem Umzug ein neuer Schritt getan – wenn auch mit schlechten Nachrichten für die 89 Mitarbeiter, die sich nun nach einer neuen Stelle umsehen müssen.
Es ist nicht das erste Mal, dass in den vergangenen Monaten Mitarbeiter aus Stephanskirchen ihre Arbeitsplätze räumen mussten. So hat auch der Bodenbelags-Hersteller Hamberger aus Stephanskirchen im November die Entlassung von rund 40 Mitarbeitern bekannt gegeben. Allerdings wegen der schwierigen Verhältnisse in der Baubranche, wie das Unternehmen damals als Begründung mitteilte.