Wasser, Solar und Wind

von Redaktion

Exklusiver Blick in den Konzern: Wie Neenah Gessner die Papierfabrik am Laufen hält

Der Triftbach speist die Turbinen im Werk Bruckmühl. Foto Baumann

Bruckmühl/Feldkirchen-Westerham – Die Papierfabrik Neenah Gessner, ein Unternehmen der Mativ Gruppe, setzt ihren Fokus auf Nachhaltigkeit und umweltfreundliche Energiequellen mit einer neuen Partnerschaft und erweiterten Energielösungen konsequent fort. „Als Papierfabrik arbeiten wir sehr energieintensiv, wir sind der größte Energieverbraucher in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham“, erläutert Siegfried Schönacher, Direktor für Qualität, Umwelt und Energie, beim Gespräch mit dem OVB und führt weiter aus: „Bereits jetzt produzieren die Werke in Weidach und Bruckmühl Strom aus Wasserkraftanlagen in Bruckmühl sowie aus Solarenergie, die auf den Produktionsstätten erzeugt wird. Die Wasserkraftanlage im Werk Bruckmühl erzeugt mit ihren drei Turbinen rund 850 kW und deckt damit ein gutes Drittel des dortigen Stromverbrauchs ab. Wir sind froh, dass wir sie haben.“

Wasserkraft als
großer Antrieb

Dabei ist die Firma nicht alleine. Entlang des Triftbachs und des Mangfall-Kanals gibt es weitere Betreiber von Wasserkraftanlagen. So deckt die Firma Salus (Bruckmühl) mit 450 kW rund 70 Prozent ihres Stromverbrauchs ab und auch bei der Firma Clariant Heufeld stellen die erzeugten 500 kW einen substanziellen Teil des Strombedarfs dar. In beiden Firmen sind jeweils drei Turbinen in Betrieb.

Ab dem Jahr 2025 geht Neenah Gessner noch einen Schritt weiter und wird zusätzlich Strom aus zwei Windkrafträdern beziehen und damit in der ersten Stufe circa fünf Prozent des gesamten Strombedarfs abdecken. Mit dem neuen Vertrag in Zusammenarbeit mit ECO2GROW verfolgt Neenah Gessner das Ziel, den Anteil ökologischer Energiequellen stetig zu erhöhen und einen konkreten Beitrag zu einem nachhaltigeren Wirtschaften zu leisten. „Das ist ein erster wichtiger Schritt bei unserem Plan, in den nächsten Jahren mehr Strom aus erneuerbarer Energie zu beziehen. Wir wollen den Dekarbonisierungsprozess gehen“, konstatiert Siegfried Schönacher.

Einkaufsleiter Henning Dinges fügt hinzu: „Nachhaltigkeit ist für uns nicht nur ein Begriff, sondern eine Verantwortung. Durch unsere Erzeugung und Nutzung der Windenergie sparen wir 1200 Tonnen CO2 ein. Diese Entwicklungen unterstreichen die Bestrebungen des Unternehmens, ressourcenschonend zu produzieren und sich als Vorreiter in der nachhaltigen Energieversorgung der Region und darüber hinaus zu positionieren.“ Energiewende? Paul Appel, Geschäftsführer von ECO2GROW, ergänzt: „Die Zusammenarbeit mit Neenah Gessner zeigt eindrucksvoll, wie mittelständische Unternehmen ihre Energieversorgung nachhaltiger gestalten können. Windenergie ist eine Schlüsseltechnologie, um die Energiewende voranzutreiben, und ermöglicht Unternehmen gleichzeitig, ihre Wertschöpfung zu steigern.“ ECO2GROW hat sich als Vorreiter im Bereich der erneuerbaren Energien etabliert und bietet industriellen, mittelständischen Unternehmen Zugang zu grünem Strom direkt aus Solar- und Windanlagen.

Neenah Gessner ist ein führender Partner in der Spezialpapier- und Filtermaterialindustrie und gehört zur international agierenden Mativ Gruppe. Sie hat ihren Sitz in der Gemeinde Bruckmühl und ist ein langjähriger, verantwortungsvoller Arbeitgeber in der Region. Die nachhaltigen Entwicklungen sollen nicht nur den ökologischen Fußabdruck des Unternehmens verbessern, sondern auch ein positives Signal an neue Bewerber und lokale Partner senden. Ziel ist es, gemeinsam mit der Gemeinde Feldkirchen-Westerham und der Gemeinde Bruckmühl eine zukunftsorientierte, umweltbewusste Zusammenarbeit weiter voranzutreiben. „Das erste große Projekt ist hierbei schon gestartet“ berichtet Siegfried Schönacher: „In Weidach wird die Abwärme der RTO (Regenerative thermische Abluftreinigung) in verschiedenen Stufen genutzt.

Und es entsteht
Fernwärme

In einer zweiten Stufe soll die Wärme, die nicht mehr zur Dampferzeugung genutzt wird, als Fernwärme der Gemeinde Feldkirchen-Westerham zur Verfügung stehen. „Und wir nutzen sogar noch eine dritte Stufe“, meint Schönacher: „Die Wärme, die nach der Nutzung durch die Gemeinde übrig bleibt, nutzen wir zur Vorwärmung von Warmwasser.“ Weitere Wirtschaftsberichte auf ovb-online.de

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