Traunstein – 162 Betriebe des Elektro-Handwerks der Landkreise Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Traunstein sind in der Innung für Elektro- und Informationstechnik Traunstein zusammengeschlossen. Bei der kürzlich im Bildungszentrum der Handwerkskammer in Traunstein stattfindenden Jahresversammlung wurde deutlich: Die heimischen Betriebe trotzen den schwierigen wirtschaftlichen und herausfordernden Zeiten, die Innung kann auf ein gutes Jahr zurückblicken.
Das machte Obermeister Peter Müller deutlich. „Das bayerische Handwerk ist ohne Schwung in das Jahr gestartet, die wirtschaftliche Lage bleibt weiterhin herausfordernd.“ Das Bauhaupt- und Ausbaugewerbe habe die Krise im Wohnungsbau noch nicht überwunden. Man befinde sich gemeinsam mit der Industrie in einem konjunkturellen Tal. „Die Auftragsbestände im bayerischen Handwerk gehen seit Ende 2022 kontinuierlich zurück.“ Man habe im Handwerk im Schnitt Auftragsbestände für achteinhalb Wochen in den Büchern.
Er warb dafür, sich trotz des Preisdrucks nicht unter Wert zu verkaufen. Seien ihm doch erste Betriebe mit Schieflagen bekannt. In der Innung gelte die Devise, sich gegenseitig zu unterstützen. Rückläufige Aufträge lassen den bestehenden Fachkräftemangel kurzfristig in den Hintergrund treten. Man dürfe aber nicht müde werden, junge Menschen für das Elektrohandwerk zu begeistern. Dies wurde mit der Berufsinformationsmesse (BIM) mit über 1000 Teilnehmern wie auch mit der Teilnahme am Tag der offenen Tür der Berufsschulen in Altötting und Mühldorf praktiziert. Auch in diesem Jahr will man das Elektrohandwerk bei der BIM im Bildungszentrum der Handwerkskammer präsentieren (30. September bis 2. Oktober). Obwohl der Mitgliederstand der Innung in den vergangenen Jahren weitgehend gleich blieb, sorge er sich, dass der bayernweite Trend sinkender Mitgliedsbetriebe auch der heimischen Innung drohen könne. Für die Qualität der Innungsarbeit sei eine hohe Mitgliederzahl aber von wichtiger Bedeutung. Trotz nicht geringer Probleme blies er nicht Trübsal: „Ich denke, dass wir mit Optimismus in die Zukunft gehen können.“ Stellvertretender Obermeister Ludwig Pfandl berichtete von bayernweiten Rückgängen in der Auftragslage. Bei den erneuerbaren Energien habe Bayern im Ländervergleich eine Spitzenposition inne. Das Handwerk leiste einen unverzichtbaren Beitrag für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Bayernweit gäbe es inzwischen unter 3000 Mitgliedsbetriebe im Elektro-Handwerk – Tendenz sinkend, was nicht für die Traunsteiner Innung gelte.
Lehrlingswart und Prüfungsausschussvorsitzender Alois Ortner konnte erfreut über leicht steigende Ausbildungszahlen auf Landesebene berichten. Dem politisch formulierten Wunsch nach abgespeckten Qualifikationen in der Ausbildung erteilte er für das Handwerk eine Absage. Das Elektrohandwerk setzte nicht zuletzt auch aufgrund von Sicherheitsbedenken auf den Ausbildungsumfang in bewährter Form und damit auch auf den bestehenden Meisterzwang. In der Sommer-Gesellenprüfung 2024 sind 30 erfolgreiche Gesellen angetreten (Notendurchschnitt 2,5). In der Winter-Gesellenprüfung 2025 haben von 78 Teilnehmern 72 bestanden (Notendurchschnitt 3,28).
Dagmar Sinzinger von der geschäftsführenden Kreishandwerkerschaft legte die Jahresrechnung 2024 der Innung vor und konnte ein erfreulich positives Ergebnis bei mittleren sechsstelligen Ausgaben und Einnahmen präsentieren. Diese wurde ebenso wie der Haushalt 2025 ohne Gegenstimme genehmigt. Die Innung musste im Berichtszeitraum den Verlust der verstorbenen Mitglieder Eugen Walch und Matthäus Lobensommer verkraften, denen man gemeinsam mit einer Gedenkminute gedachte. Im Rahmen der Hauptversammlung ehrt die Innung Personen, die sich in und um die Handwerkervereinigung verdient gemacht hatten. Rita Speckbacher war 56 Jahre für das Handwerk tätig und für das Elektro-Handwerk eine unverzichtbare Kraft in der Kreishandwerkerschaft. Auch Franz Xaver Enzinger wurde geehrt: Der Elektromeister aus Anger war über 25 Jahre Meisterbeisitzer im Gesellenprüfungsausschuss und ist seit 18 Jahren Mitglied des Innungsvorstandes. Der Obermeister überreichte ihm eine Ehrenurkunde. In seinen Dank schloss er auch dessen Ehefrau Evi Enzinger ein. „Ohne Rückhalt daheim ist ein Ehrenamt in der Form nicht zu stemmen.“ wit