Kurzarbeit bei Sengewald in Thansau

von Redaktion

OP-Tuch-Hersteller kämpft mit günstiger Konkurrenz aus Asien

Thansau/Rohrdorf – Ein hoher Kostendruck, strenge Auflagen und der harte Wettbewerb mit Asien machen der Firma Sengewald zu schaffen. Und das bekommen die Mitarbeiter in Thansau nun zu spüren. „Als Reaktion auf diese Entwicklungen hat Sengewald in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat zum 1. Juni 2025 Kurzarbeit im Produktionsbereich eingeführt“, heißt es vonseiten des Unternehmens auf OVB-Nachfrage.

Druck der
Konkurrenz zu groß

Wie viele Angestellte genau davon betroffen sind, verrät die Firma nicht. Nach OVB-Informationen arbeiten allerdings rund 60 Personen in Thansau, die zumindest in Teilen in Kurzarbeit geschickt wurden. „Die Verwaltung sowie kundenbezogene Funktionen innerhalb der Logistik sind von dieser Maßnahme nicht betroffen”, versichert die Geschäftsleitung der STS Medical Group, die das Tochterunternehmen Sengewald von Italien aus leitet. 

Der Hauptgrund für die Kurzarbeit ist wohl, dass der Druck der Konkurrenz für den Produzenten von OP-Abdecktüchern zu groß geworden ist. „Gerade für Hersteller mit europäischen Produktionsstandorten wird es immer schwieriger, sich am Markt zu behaupten“, erklärt die Geschäftsleitung. Speziell die Preise aus China sind wohl ein Problem. Die „hochwertigen Abdecktücher“, die für sämtliche Operationen in Kliniken gebraucht werden, werden seit 1979 in Thansau hergestellt. Die Produktion in der Region ist aber teurer als die aus Asien. 

„Diese Entwicklung haben wir schon in den vergangenen Jahren mitbekommen“, bestätigt auch der Rohrdorfer Bürgermeister Simon Hausstetter. Klagen wegen größeren Stellenabbaus oder Kurzarbeit hätten die Gemeindeverwaltung jedoch nicht erreicht. „Wir hatten im vergangenen Jahr lediglich aufgrund des Hochwassers mit der Firma zu tun”, meint Hausstetter. 

Nach Hochwasser
Renovierung nötig

Auch hier war Sengewald nicht verschont geblieben. Am 3. Juni 2024 wurde das Gelände nahezu vollständig überschwemmt. Immerhin hier hat das Unternehmen gute Neuigkeiten: „Nach dem Starkregenereignis sind die Renovierungsarbeiten am Standort abgeschlossen“, sagt die Geschäftsleitung. Sowohl die Büros, als auch die Sanitäranlagen, sowie Empfangs- und Schulungsräume sind wieder komplett einsatzfähig. Wie es mit der Firma weitergeht, ist nicht ganz klar. Denn die Marktbedingungen werden sich wohl kaum verbessern. Die STS Medical Group versichert dennoch: „Trotz schwieriger globaler Marktbedingungen steht fest: Der Standort Thansau bleibt erhalten.“ Korbinian Sautter

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