Josef Pflügl bleibt Obermeister

von Redaktion

SHK-Innung weiter mit bewährter Führung – 159 Mitgliedsbetriebe in drei Landkreisen

Töging – Josef Pflügl aus Gars bleibt Obermeister der Innung für Spengler, Sanitär und Heizungstechnik Traunstein (SHK). Am Donnerstagabend wurde der Obermeister im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Kraftwerk Töging-Jettenbach in seinem Ehrenamt bestätigt. 159 Betriebe aus den Landkreisen Traunstein, Altötting und Mühldorf gehören der Innung an. 224 junge Menschen lernen den Beruf des Spenglers (38) oder des Anlagenmechanikers (186, Stand 31.12.2024).

Die Innungsmitglieder ehrten zu Beginn die beiden verstorbenen Mitglieder Klaus Reisinger aus Burghausen und Karl Josef Heinemann aus Schleching mit einem stillen Totengedenken.

Konjunkturelle
Bremse

Der alte und neue Obermeister ging auf die aktuelle Lage des Berufsstandes ein und berichtete von sechs Betriebsaufgaben im Berichtszeitraum. Gleichzeitig konnte man den Eintritt in die Innung von fünf neuen Mitgliedsbetrieben verzeichnen. „Fehlende Zuversicht bleibt die größte konjunkturelle Bremse für die deutsche Wirtschaft“, sagte er mit Blick auf die gesamtwirtschaftliche Situation. Hierzu trügen Kriege und hohe Energiekosten maßgeblich dazu bei. Der Pessimismus bestehe sowohl bei Unternehmen wie auch Verbrauchern und Bürgern. Die „unnötig mit hohen Emotionen geführte Diskussion“ über das Heizungsgesetz trüge zu der schlechten Entwicklung bei. „Der angekündigte Bürokratieabbau ist voll im Gange – natürlich wieder mit neuen Gesetzen“, sagte er mit einer Portion Sarkasmus. Kein gutes Haar ließ er auch an diversen Nichtregierungsorganisationen (NGO’s) und Umweltverbänden – er nannte hier explizit die Deutsche Umwelthilfe und den Bund für Umwelt und Naturschutz – , die mit dafür verantwortlich seien, dass die Kritik über das Verbrennen von Holz in der Öffentlichkeit wenig sachlich geführt werde. Die Wärmepumpe sei bei vielen SHK-Innungsbetrieben seit Jahrzehnten ein wichtiger Bestandteil zur Beheizung von Gebäuden. Öl- und Gasheizungen spielten im ländlichen Raum keine große Rolle mehr. „Es wird ‚verdammt eng‘ mit den Fachkräften“, sagte er mit Blick auf Spengler, wo in den fünf Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf, Rosenheim und Traunstein nur noch drei neue Spengler den Gesellenbrief erhalten. Er warnte vor einem Abwerben von potenziellen Lehrlingen durch den steigenden Bedarf der Bundeswehr.

Stellvertretender Obermeister Thomas Aigner lobte die gute Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft Traunstein-Berchtesgadener Land (Kreiha). Diese sei als Dachorganisation für die Vertretung und Durchführung einzelner Arbeiten der Innungen, wie beispielsweise der Geschäftsführung, wichtig und unersetzbar.

Über die politischen Impulse und Rahmenbedingungen aus München und Berlin berichtete Landesinnungsmeister Erich Schulz und konnte über erfreuliche Bürokratieerleichterungen, wie beispielsweise den Wegfall der Eintragungspflicht in ein Lobbyregister, berichten. Auch die bayerische Positionierung, dass Holz „der regenerative Brennstoff der Zukunft“ sei, sei positiv. Erfreut konnte er berichten, dass das Lieferkettengesetz das Handwerk nicht mehr betreffe. „Das Gebäudeenergiegesetz GEG ist perfekt für die Umwelt und das Klima“, sagte er mit Blick auf die Gesetzgebung. Das BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) müsse erhalten bleiben, forderte er. Auf bayerischer Ebene hätten die Betriebe derzeit 10000 Auszubildende, zuletzt mit einer erfreulichen Steigerung von drei Prozent. „Die Bodenbildung ist durchschritten“, sagte er mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der Betriebe.

Markus Fischer berichtete über die Spengler-Vereinigung Südostbayern: „Wir als Spengler haben große Probleme, Mitarbeiter und Auszubildende zu finden.“ Man müsse den Beruf bei jungen Leuten und Schülern bekannter machen. „Wir müssen ihn unter die Leute bringen.“

Prüfungsvorsitzender Stefan Hoferer blickte auf die vergangene Freisprechung der Gesellen zurück. Von 77 Anlagenmechanikern haben 57 die Gesellenprüfung erfolgreich abgelegt. Zehn Spengler sind dazu angetreten, sechs haben diese bestanden. „Wir müssen die Menschen überzeugen, dass das ein interessanter Beruf ist“, forderte er die anwesenden Mitglieder auf. Monika Auer von der Kreiha war für einen verstärkten Auftritt der Innung in den sozialen Medien. Gerade auch in der Lehrlingsgewinnung treffe man dort die richtige Altersgruppe. Unter dem Motto „Bock auf einen pfiffigen Beruf“ blickten die Anwesenden auf die letztjährige Berufsinformationsmesse (BIM) zurück, bei der rund 1200 Schüler aus 18 Schulen einen Einblick in die verschiedenen Handwerksausbildungen bekamen. Auch in diesem Jahr geht die BIM in der Zeit vom 30. September bis 2. Oktober in eine neue Runde. Kreiha-Geschäftsstellenleiterin Manuela Deneri warb um das Engagement der einzelnen Firmeninhaber. Dabei sei es besonders wertvoll, wenn auch junge Meister die Schüler für das SHK-Handwerk begeistern würden.

Dagmar Sinzinger von der Kreiha legte die Jahresrechnung 2024 vor. Das geordnete Zahlenwerk wurde nach dem positiven Votum der Rechnungsprüfer Klaus Berreiter und Reinhard Bösch ohne Gegenstimme verabschiedet, der Vorstand und die Innungsgeschäftsführung wurden entlastet. Die Zustimmung der Mitglieder wurde auch im Nachgang für den Haushaltsplan 2025 ohne Gegenstimme eingeholt. Einen breiten Raum nahm die Neuwahl der Führungsmannschaft der Innung ein.

Pflügl stellte sich nach 15 Jahren als Obermeister zur Wiederwahl („Einmal mach ich es noch, aber in drei Jahren brauchen wir einen Neuen“) und wurde ohne Gegenstimme für die nächsten drei Jahre wiedergewählt. Seine Stellvertreter sind wie bisher Timo Kleinschroth aus Schleching und Thomas Aigner aus Fridolfing. Als Vorstände wurden Helmut Schorer aus Altötting, Stefan Ottenthaler aus Engelsberg und Markus Fischer aus Trostberg im Ehrenamt bestätigt. Für den ausscheidenden Herbert Reininger aus Frabertsham wurde Georg Hölzl aus Truchtlaching neu in das Ehrenamt gewählt. Pflügl wurde von seinen Kollegen für seine herausragende Obermeisterarbeit geehrt. Als Rechnungsprüfer konnten die bisherigen Prüfer Berreiter und Bösch wieder gewonnen werden.

Goldener
Meisterbrief

Den Goldenen Meisterbrief erhielt Konrad Manghofer, der vor 35 Jahren in die Handwerksrolle eingetragen wurde und schon im Alter von 17 Jahren den Betrieb übernehmen musste. Die Gründung seiner Firma in den Anfangszeiten reicht bereits in das Jahr 1878 zurück. „Ihr wart immer der Innung verbunden“, freute sich Pflügl. Mit einer Ehrenmitgliedschaft wurden Lambert Axthammer aus Truchtlaching und Georg Stürzer aus Pittenhart ausgezeichnet. Installateur- und Heizungsbaumeister Axthammer war über Jahrzehnte in verschiedenen Ausschüssen tätig, darunter auch als Vorsitzender im Prüfungsausschuss. Installateur- und Heizungsbaumeister Stürzer war unter anderem über zehn Jahre stellvertretender Obermeister.

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