Mühldorf/Altötting – 445 Mitarbeiter kümmern sich bei der Sparkasse Altötting-Mühldorf um 121000 private und gewerbliche Kunden in beiden Landkreisen an 30 Standorten. Diese Verwurzelung in der Fläche sowie die persönliche Betreuung vor Ort, aber auch in Onlinegesprächen seien wesentliche Faktoren des Erfolgs ihrer Sparkasse – auch in herausfordernden Zeiten. Das betonten die Vorstände Markus Putz und Alexandra Schuhbauer jüngst bei der Bilanz-Pressekonferenz für 2024.
Schwierige Rahmenbedingungen
Das abgelaufene Geschäftsjahr 2024 war für die Sparkasse Altötting-Mühldorf geprägt von schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, so Putz. Stagnation beherrschte die Stimmung der Firmen im Land, man wartete auf eine neue Regierung. Privatleute spürten zwar den leichten Rückgang der Inflation, allerdings bei in Bayern zunehmender Arbeitslosigkeit. Im ersten Halbjahr 2024 wurden private Baukredite und gewerbliche Finanzierungen deshalb nur wenig nachgefragt. Im zweiten Halbjahr verbesserte sich die Zahl der Darlehenszusagen – im Vergleich zum Vorjahr um 36 Prozent.
Insgesamt stieg die Bilanzsumme der Sparkasse im Jahr 2024 leicht um 0,2 Prozent auf 3,588 Milliarden Euro, die Kundenkredite um 0,1 Prozent auf 2,683 Milliarden Euro. Das Volumen der Kundeneinlagen erhöhte sich um 5,7 Prozent auf 2,786 Milliarden Euro, die Zahl der Girokonten stieg um 0,5 Prozent auf 98872. Das Kundendepotvolumen legte um 9,8 Prozent auf 1,099 Milliarden Euro zu.
„Mit einem betreuten Kundengeschäftsvolumen von rund 6,9 Milliarden Euro haben wir unsere Position weiter gefestigt“, stellte Putz zufrieden fest. Die Eigenkapitalbasis habe sich auf 396,8 Millionen Euro erhöht. Ans Finanzamt führte die Sparkasse zwölf Millionen Euro an Steuern ab.
Für ihre 121000 Kunden – 107000 Privatkunden und 14000 Firmenkunden – ist die Sparkasse in den beiden Landkreisen an 30 Standorten mit 23 Filialen und 79 Selbstbedienungs-Geräten flächendeckend da. Persönliche Beratung bleibe ein wichtiger Bestandteil der Sparkassen-Philosophie, egal ob vor Ort in der Filiale oder online. Putz unterstrich: „Unser Sparkassen-Kundencenter ist kein Call-Center irgendwo auf der Welt, sondern im Haus mit den eigenen Mitarbeitern besetzt.“
Immer mehr Online-Banking
Viele Kontoinhaber nutzten die digitalen Services, wie die Sparkassen-App und die Internetfiliale. „80 Prozent aller Girokonten werden online geführt“, so Putz. „Die Nutzung der Sparkassen-App stieg 2024 um elf Prozent, täglich verzeichnen wir knapp 16000 Besuche in der Internetfiliale.“ Vor allem Jüngere nutzten die App.
Nachhaltiges und ressourcenschonendes Handeln schreibt die Sparkasse laut Putz groß. Der Strom- und Papierverbrauch werde stetig gesenkt, der Fuhrpark zunehmend auf Elektro- und Hybridfahrzeuge umgestellt, bisher wurden zehn Photovoltaikanlagen auf die Dächer der Filialen montiert. Zwischen 2020 und 2023 konnte der CO2-Ausstoß um fast 20 Prozent reduziert werden.
Ihren 445 Mitarbeitern – 274 Frauen und 171 Männer – bietet die Sparkasse flexible Arbeitszeitmodelle und mobile Arbeitsmöglichkeiten. 183 arbeiten in Teilzeit. Derzeit sind 31 Auszubildende im Haus, ab September starten zwölf neue Azubis und eine duale Studentin in den Beruf. Mit 1340 Fortbildungstagen im Jahr 2024 lag die Sparkasse um 25 Prozent über dem Sparkassen-Durchschnitt.
Ihrem Ruf als Förderer in der Region wird die Sparkasse Altötting-Mühldorf mit mehr als 700 Projekten im Jahr 2024 und einer Fördersumme von insgesamt 540000 Euro in Bereichen wie Kunst, Kultur, Sport, Bildung und Soziales gerecht. Markus Putz: „Seit 2010 haben wir uns mit 6,5 Millionen Euro mit Spenden und Sponsoring engagiert.“ Das werde immer wichtiger, denn andere Stellen und Firmen würden ihr Engagement spürbar zurückfahren. „Wir wollen auch kleine Vereine nicht fallen lassen.“
Am Ende der Bilanz für 2024 stand der Blick auf die aktuelle Entwicklung im laufenden Jahr, das angesichts der Weltlage und wirtschaftlicher Unsicherheiten wieder ein herausforderndes für die Sparkasse sein wird. Die Stimmungslage der privaten und gewerblichen Kunden der Sparkasse Altötting-Mühldorf habe sich deutlich verbessert, konnte Vorstandsvorsitzender Markus Putz als Lichtblick vermelden. Die Hoffnung auf eine stabilere Bundesregierung als die Ampel es war, mache es möglich. „Wir haben viele gesunde und stabile Firmen in der Region, die mit ihren Investitionen wieder aus der Deckung kommen“, so Putz.
Es wird wieder investiert und gebaut
„Bei den Baufinanzierungen haben wir fast wieder das Vor-Krisen-Niveau erreicht, die Bautätigkeit springt wieder an“, konnte seine Vorstandskollegin Alexandra Schuhbauer berichten. Vor allem private Häuslebauer trauten sich wieder, den Neubau eines Eigenheims zu finanzieren oder eine Bestandsimmobilie zu kaufen und umzubauen. Zwar seien die Baukosten hoch, aber die steigenden Mieten machten das Eigenheim interessant.
Vor dem Hintergrund der bestehenden Rahmenbedingungen rechnen beide mit einer rückläufigen Entwicklung der Ertragslage im Jahr 2025, aber, so Putz: „Wir werden ein auskömmliches Ergebnis erzielen. Die Sparkasse wird auch weiterhin konsequent auf Nachhaltigkeit im Handeln, die Zufriedenheit der Kunden und eine langfristige, zukunftsfähige Ausrichtung setzen.“ Christa Latta