Rosenheim – „Das Tal der Tränen haben wir durchschritten“, so Peer Teske, wobei er die Niedrigzinsphase meint, die auch der Sparda-Bank zu schaffen machte, „und jetzt haben wir viel vor.“ Es werde „einen Paradigmenwechsel“ geben, so das Vorstandsmitglied der Sparda-Bank München eG.
Ziel sei es, so Teske, die Bank für die kommenden Anforderungen fit zu machen, um sie als Genossenschaft zu erhalten und diese zukunftsfähig zu gestalten. Dafür notwendig war unter anderem der Umzug der Daten auf ein größeres Rechenzentrum, das bereits von vielen Genossenschaftsbanken genutzt wird. Dieses arbeite wirtschaftlicher als das bisherige, das nur wenige Banken bediente.
Spezialisierte Berater für jede Zielgruppe
Zudem werden Teske zufolge Mitarbeiter darin geschult, Finanzgeschäfte noch stärker „vom Kunden aus zu denken“, um diese optimal beraten zu können. So werde es künftig für jede Zielgruppe spezialisierte Berater geben.
Durch die Einführung von modernen Online-Zahlungsverfahren sollen zudem verstärkt junge Kunden gewonnen werden.
Die 1930 als Eisenbahnerbank gegründete Sparda hat sich laut Teske schon vor über 40 Jahren geöffnet. Heute könne jeder Bürger Mitglied der Genossenschaft werden und von den günstigen Konditionen profitieren, zum Beispiel bei privaten Baukrediten, die einen Großteil des Geschäfts ausmachen.
Ein Problem sieht Teske dabei in der bisher noch geringen Bekanntheit der Sparda-Bank. Um daran etwas zu ändern, soll künftig verstärkt Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden. Das Geld dafür sei dank des wieder guten Geschäftsergebnisses da, so Teske. Es werde jetzt investiert. Bisher kennen laut Umfragen weniger als zehn Prozent der Bürger in Deutschland die Sparda, die geplante Image-Kampagne soll das ändern.
Ein wichtiger Bestandteil der Unternehmens-DNA“ ist laut Teske auch „das ökologische und soziale Engagement der Sparda“, die als erste Bank in Deutschland nach den Regeln der Gemeinwohl-Ökonomie zertifiziert wurde. So wird für jeden neuen Kunden in der Region ein Baum gepflanzt, wobei die Mitarbeiter und Auszubildenden selbst zum Spaten greifen. Im Ruhpoldinger und Hofoldinger Forst stehen bereits 19000 Bäume, die bei der Aktion gepflanzt wurden und die zu einem zukunftsfähigen Mischwald beitragen.
Unterstützung für gemeinnützige Projekte
Auch im sozialen Bereich steht das regionale Engagement im Vordergrund. So wurden im vergangenen Jahr in Oberbayern zwei Millionen Euro aus dem Gewinn-Sparverein an gemeinnützige Projekte ausgezahlt – im Raum Rosenheim waren es 38400 Euro. Empfänger waren hier unter anderem der Hauskrankenpflegeverein Rosenheim, die Igelfreunde Chiemsee, das Chiemgau-Orchester und der Gebirgstrachten-Erhaltungverein „D’Lindntaler Lauterbach“. Zudem werden beim Umbau des Geschäftsgebäudes in der Nähe des Rosenheimer Bahnhofs Mietwohnungen gebaut, um den Wohnungsmangel in Rosenheim zu reduzieren. „Mit unserem gemeinnützigen Engagement“, so Teske, „schaffen wir spürbare Werte, die weit über finanzielle Zahlen hinausgehen.“
Boom bei der Baufinanzierung
Die Sparda-Bank München hat 350000 Kunden und ist mit 258000 Mitgliedern Bayerns mitgliederstärkste Genossenschaftsbank. Sie hatte im vergangenen Jahr einen Jahresüberschuss von 19 Millionen Euro vor Steuern. Besonders die Baufinanzierung boomt. So wuchs das Neugeschäft der Rosenheimer Filiale von 19 Millionen Euro im Jahr 2023 auf über 27 Millionen Euro im vergangenen Jahr.
Der Marktbereichsleiter für Rosenheim und Grafing, Florian Trautinger, sieht den Erfolg der 1985 eröffneten Rosenheimer Filiale in der festen Verankerung in der Region begründet: „Mit echter Kundennähe und dem klaren Ziel, das Vertrauen der Menschen weiter zu stärken, leisten unsere 19 Mitarbeiter einen spürbaren Beitrag zum Erfolg der Sparda-Bank München.“