Arri-Mitarbeiter vor ungewisser Zukunft

von Redaktion

Das Aus des Licht- und Kamera-Spezialisten Arri in Stephanskirchen und Brannenburg traf die Mitarbeiter hart. Rund drei Monate nach der angekündigten Schließung wissen viele immer noch nicht, wie es für sie weitergeht. Dabei sollten die Verhandlungen eigentlich schon abgeschlossen sein.

Stephanskirchen/Brannenburg – Als „völlig utopisch“ bezeichnete die Gewerkschaft der IG Metall die geplante Schließung der Arri-Standorte in Stephanskirchen und Brannenburg innerhalb von nur drei Monaten – und scheint nun recht zu behalten.

Flaute in der Filmbranche

Der Licht- und Kamera-Spezialist hatte Anfang Juni 2025 angekündigt, die Produktion und Logistik in der Region zu schließen. Als Grund dafür wurde die Entwicklung in der Film- und Kinobranche genannt. „Seit der Corona-Pandemie und dem Streik der Schauspieler in Hollywood sind wir nicht mehr auf demselben Niveau wie zuvor”, erklärte dazu Pressesprecherin Reegan Köster.

Mehr als 100 Mitarbeiter stehen seitdem vor einer ungewissen Zukunft. Der Plan der Geschäftsführung war, „bis in den Spätsommer” eine passende Lösung anzubieten. Eine Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen zeigt jedoch, dass sich die Angestellten noch gedulden müssen. „Wir befinden uns weiterhin in Verhandlungen mit dem Betriebsrat vor Ort”, heißt es vonseiten des Unternehmens. 

Ob und was dabei bisher erreicht wurde, bleibt jedoch unbeantwortet. Arri hatte zu Beginn in den Raum gestellt, einen Teil der Mitarbeiter mit an den Hauptstandort nach München zu nehmen. Inwieweit das funktioniert, bleibt jedoch unklar. „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir in diesem laufenden Prozess keine Auskünfte oder Kommentierungen über die Inhalte oder den Ablauf geben möchten”, heißt es vonseiten der Firma auf Nachfrage. 

Noch keine
Einigung erzielt

Wie lange die Verhandlungen mit dem Betriebsrat noch dauern, ist damit auch nicht abzusehen. Das bisher letzte Treffen fand am 3. September statt. „Auch da gab es keine Einigung”, bestätigt Bettina Thurl, Geschäftsführerin der IG Metall Rosenheim. Sie ist nicht überrascht, dass es noch nichts zu vermelden gibt. „Das konnte in der Zeit nicht funktionieren“, meint sie.

Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist demnach weiterhin angespannt. Denn selbst wenn der Arbeitsplatz aus Stephanskirchen oder Brannenburg nach München wechseln würde, wären einige Angestellte nicht begeistert. Sie wollen in der Region weiterarbeiten. Ein Verbleib der Firma ist aber nach den Äußerungen der Geschäftsführung ausgeschlossen. 

Artikel 3 von 7