Drei Tage lang Handwerk „live“

von Redaktion

Berufsinformationsmesse der Handwerkskammer in Traunstein zeigt Vielfalt und Faszination des Handwerks

Rosenheim – Das Handwerk informiert und wirbt um Auszubildende: Zum zwölften Mal fand die Berufsinformationsmesse (BIM) im Bildungszentrum Traunstein statt. Und in diesem Jahr war schon vor Beginn klar gewesen, dass die Messe mit einer Rekordbeteiligung aufwarten wird, hatten sich doch nach dem offiziellen Anmeldezeitraum bereits 59 Schulklassen aus 18 Schulen aus den beiden Landkreisen Traunstein und Berchtesgaden angemeldet.

Und damit nicht genug: Ab mittags standen die Werkstätten auch allen Spontan- und Einzelbesuchern offen. Handwerksinteressierte konnten dazu auch ihre Eltern mitnehmen, wie die Geschäftsstellenleiterin der planungsverantwortlichen Kreishandwerkerschaft Traunstein-Berchtesgadener Land, Manuela Deneri, betonte. Die Kreiha stellte die Messe zusammen mit der Handwerkskammer auf die Beine und sorgte dafür, dass 14 verschiedene Gewerke in den Werkstätten „live“ erlebt und ausprobiert werden können.

Theorie und
Praxis verbinden

Kreishandwerksmeister Gerhard Kotter sagte bei der Eröffnung, das Konzept mit „lebendigen Werkstätten“, in denen die Schüler unter anderem nach einem ersten Rundgang selbst ihre handwerklichen Fähigkeiten ausprobieren können, habe sich bewährt. Dies zeige sich auch in einer überwältigenden Resonanz. „Wir verbinden Theorie und Praxis damit“, so Kotter. Man wolle Jugendlichen in den drei Tagen „die Vielfalt und Faszination des Handwerks näherbringen.“ Das Handwerk biete gute Zukunftsperspektiven, Aufstiegschancen und Verdienstmöglichkeiten, rief er den jungen Menschen und den geladenen Gästen beim Auftakt zu und schob abschließend nach: „Das Handwerk hat viel zu bieten!“

Bundestagsabgeordneter Siegfried Walch sagte in seiner Eigenschaft als Schirmherr der Messe in einer Videoansprache aus Berlin: „Bei uns ist es am besten!“ Er warb damit für eine Ausbildung in der Region und brach dabei eine Lanze für das Handwerk.

„Handwerk hat für
jeden was zu bieten“

„Das Handwerk bietet unglaublich viele Chancen. Es hat für jeden etwas zu bieten.“ Durch die Vielfalt der verschiedenen Fachrichtungen könnten sich die Bewerber um einen Ausbildungsplatz je nach ihren Stärken den Beruf heraussuchen, der zu ihnen passe. Eine Ausbildung im Handwerk bringe junge Menschen daneben in ihrer Persönlichkeitsentwicklung weiter.

Walch stellte auch das hohe Engagement der Organisatoren und Mitwirkenden in der Vorbereitung heraus. So stellen viele Betriebe während der BIM unentgeltlich Mitarbeiter für die Werkstätten zur Verfügung.

Der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Franz Xaver Peteranderl, freute sich über das Interesse der Schulklassen: Bei 130 angebotenen möglichen Berufen sei für jeden etwas dabei, egal ob die eigenen Präferenzen mehr in der persönlichen Kreativität liegen oder beispielsweise mehr beim Arbeiten in der freien Natur. „Ergreift die Chancen und fragt die Ausbilder. Im Handwerk habt ihr gute Chancen!“, sagte Peteranderl. Er warb dafür, vor einem eventuellen späteren Studium zuerst eine Ausbildung zu machen. Das Handwerk sei offen für Menschen aus aller Welt. „Entscheidend ist nicht, wo jemand herkommt, sondern wohin er will.“ Der Teamgedanke und der Zusammenhalt würden im Handwerk großgeschrieben.

Danach ging es für die Gäste aus Handwerk, Wirtschaft, Behörden und Politik zum Rundgang durch die Werkstätten, aber auch für die ersten Schülergruppen, denen in einem gut abgestimmten Zeitplan weitere folgten, sodass in den einzelnen Werkstätten immer genug Platz für die interessierten jungen Schüler war.

Viele Hände zogen an einem Strang, damit sich der enorme Aufwand rund um die BIM rentiert. Ob es die vielen Helfer der verschiedenen Gewerke waren oder die ebenfalls anwesende Spenglerkönigin Marion Ross aus Vogtareuth, die den jungen Menschen das Spengler-Handwerk näherbringen wollte. Oder auch die vielen Auszubildenden, die den Schülern in den Werkstätten ihr Handwerk erklärten.

Etwas mit eigenen
Händen erschaffen

Denis Lohwieser vom Bau-Handwerk zum Beispiel erklärte den Schülern seine Motivation: „Ich will zeigen, was man mit den eigenen Händen schaffen kann. Und wenn ich abends von der Baustelle heimfahre, sehe ich, was ich geschaffen habe.“ Das Interesse war bei den Schülern erkennbar groß. Zoe Luft vom Landschulheim Schloss Ising etwa wollte sich nach Ausbildungen auf der BIM erkundigen. „Vielleicht finde ich ja einen Beruf, den ich erlernen will, von dem ich vorher gar nicht wusste, dass es den überhaupt gibt.“ Auch ihre Freundin Valentina Lebenau will sich zwischen den Optionen Studium oder Ausbildung noch nicht festlegen: „Wenn er mir gefällt, dann erlerne ich einen Handwerksberuf.“wz

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