Aufklärung bei Generalversammlung

von Redaktion

RSA-Bank mietet Badria-Halle – 75 Prozent Zustimmung für Fusion erforderlich

Wasserburg/Rechtmehring/Albaching/Soyen/ München – Die Badria-Halle in Wasserburg kann 1250 Besucher aufnehmen. Ob diese Kapazität für die Generalversammlung der RSA-Bank am Mittwoch, 12. November, überhaupt ausreichen wird? RSA-Direktor Mark Mühlberger betont auf Anfrage: „Die Versammlung ist organisatorisch so vorbereitet, dass alle teilnehmenden Mitglieder ausreichend Platz finden.“

Offene Fragen
und große Sorgen

Die Genossenschaftsbank hat 5200 Mitglieder. Und die große Mehrzahl fiebert der ersten Versammlung seit Bekanntwerden der finanziellen Probleme entgegen. Es gibt viele offene Fragen, große Sorgen, Verunsicherung, Proteste. Sogar eine Bürgerinitiative „Rettet die RSA-Bank“ hat sich gegründet.

Bisher gab es keine detaillierten Informationen zum Geschäftsbericht 2024, der die angebliche Schieflage des Hauses aufzeigen soll. In Branchen-Medien ist jedoch sogar von einem „Sanierungsfall“ die Rede. Nur so viel: Die Genossenschaftsbank benötigt nach Vorstandsangaben einen Schutzschirm. Die Sicherungseinrichtung der Volks- und Raiffeisenbanken sorge für Stabilität.

Jahresabschluss in
den Filialen einsehbar

Die Generalversammlung der RSA-Bank soll Aufklärung liefern. Die Mitglieder können seit Montag, 4. November, in den RSA-Geschäftsstellen Rechtmehring, Albaching, Soyen, Wasserburg und München Einsicht nehmen in den Jahresabschluss, einen Lagebericht und in den Bericht des Aufsichtsrates.

Tatsache ist: So fröhlich wie 2024 wird es bei der Generalversammlung heuer nicht zugehen. Schon damals kamen über 900 Mitglieder, die die Tatsache feierten, dass ihre Bank erstmals die Bilanzsumme von einer Milliarde Euro überschritten hatte.

Sechs Prozent
Dividende

Verkündet wurde eine Dividende von sechs Prozent. Für gute Laune sorgte damals auch der bekannte Kabarettist Martin Frank. Im Januar 2025 war die Stimmung zum letzten Mal gut: Damals hatte die RSA-Bank zum Neujahrsempfang geladen. Hier war schon von einer Bilanzsumme von 1,2 Milliarden Euro die Rede, außerdem von Wachstumsraten in vielen Geschäftsbereichen. Im Frühjahr verging den Mitgliedern dann die gute Laune: Die RSA befinde sich in finanzieller Schieflage, hieß es plötzlich. Vorstand Alfred Pongratz musste gehen, danach folgte eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Vorläufiger Höhepunkt: der Schutzschirm, unter den die RSA im September gestellt wurde. Vorher hatte sie bereits eine Kooperation mit der Volks- und Raiffeisenbank Rosenheim vereinbart. Seitdem steht nicht nur in Insider-Kreisen fest: Es geht wohl Richtung Fusion.

Dieser müssen 75 Prozent der 5200 Mitglieder zustimmen, vermutlich im Jahr 2026. Die Generalversammlung am 12. November gilt deshalb als wichtige Vorstufe. Doch es formiert sich Widerstand. Die Interessengemeinschaft (IG) RSA-Bank hat sich zum Ziel gesetzt, die Selbstständigkeit zu bewahren. Auch sie benötige für die Gründungsveranstaltung einen großen Saal: die Sporthalle in Soyen. 300 Interessierte kamen, mittlerweile hat die IG laut Schriftführer Karl Fischberger über 600 Mitglieder.

Jahrelang
im Aufsichtsrat

Fischberger saß jahrelang im Aufsichtsrat, als Bürgermeister von Soyen. Er ist die Stimme der Initiative, ebenso wie der Bürgermeister von Rechtmehring, Sebastian Linner, als Vorsitzender, sowie seine Stellvertreter, die Rathauschefs von Albaching und Soyen, Rudolf Schreyer und Thomas Weber. In Rechtmehring hat die RSA-Bank traditionell ihren Stammsitz.

Doch es gibt auch eine Filiale in München. Das gilt als ungewöhnlich. Seit Langem halten sich Gerüchte, das Bankhaus habe sich in der Landeshauptstadt an riskanten Immobiliengeschäften beteiligt. Ob das stimmt, auch dazu erwarten die Mitglieder in der Generalversammlung eine Antwort.

Was schiefgelaufen sein könnte, wenn es so war, dazu gab es zuletzt aus dem Vorstand ein paar Informationen: Die Analysen würden drei Hauptursachen für die Probleme aufzeigen: „Das Bankhaus RSA ist in den vergangenen Jahren zu schnell gewachsen, das Geschäft war zu stark auf wenige Bereiche konzentriert und Wertberichtigungen auf riskantere Kredite haben das Eigenkapital geschwächt.“ Die IG „Rettet die RSA-Bank“ sieht dies jedoch anders: Sie geht davon aus, die Bank werde gezielt in eine Fusion gedrängt.

Kritik äußern die IG-Mitglieder immer wieder am Genossenschafts-Prüfungsverband.

Er habe bei der Bewertung des Geschäftsberichts 2024 beispielsweise beim Thema Kreditsicherheiten 2025 plötzlich eine Kehrtwende vollzogen. Auf der Tagesordnung der nichtöffentlichen Mitgliederversammlung am 12. November fällt diesbezüglich der nachgereichte Punkt „Beitritt zu einem weiteren Prüfungsverband“ auf. „Der Tagesordnungspunkt wurde aufgrund eines frist- und formgerechten Mitgliederantrags aufgenommen. Inhaltliche Bewertungen erfolgen ausschließlich in der Versammlung. Die Entscheidung liegt bei den Mitgliedern der Genossenschaft“, teilt dazu Mühlberger auf Anfrage mit.

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