Megasat übernimmt Sparte Satellitenanlagen

von Redaktion

Nach der Insolvenz mehrerer Sparten des Rosenheimer Technik-Konzerns Kathrein gibt es eine Lösung für den Satellitenspezialisten Kathrein Digital Systems. Das Unternehmen Megasat aus Unterfranken übernimmt die Sparte. Der Standort in Rosenheim mit 63 Mitarbeitern soll zunächst erhalten bleiben.

Rosenheim – Der Mobilfunk an Ericsson, die Rundfunkantennen an die Lenbach Capital und nun die Satellitentechnik an Megasat. So lässt sich die Zerstückelung des ehemaligen Großkonzerns Kathrein in den vergangenen Jahren zusammenfassen.

Nachdem im Jahr 2019 das Herzstück im Rosenheimer Zentrum an Ericsson verkauft worden war, meldeten im Jahr 2025 gleich mehrere Sparten der Kathrein SE Insolvenz an. Bereits im August 2025 löste sich dadurch die Kathrein Broadcast aus Rohrdorf von der Dachgesellschaft. Jetzt hat die nächste Sparte einen neuen Investor gefunden.

„Es ist uns gelungen, in einem herausfordernden Marktumfeld eine ideale Nachfolgelösung zu finden“, sagt Insolvenzverwalter Michael Verken von der Anwaltskanzlei und Unternehmensberatung Anchor. Mit der frisch unterschriebenen Insolvenzvereinbarung steigt die Firma Megasat bei der Kathrein Digital Systems ein und übernimmt damit den Bereich der Rosenheimer Satellitentechnik. Das Unternehmen aus Unterfranken ist seit rund 20 Jahren in derselben Branche wie Kathrein tätig und ist neben dem TV-Empfang vor allem auf die Technik im Campingbereich spezialisiert. „Megasat kennt den Markt bereits und ist deshalb ein sehr guter Investor für uns“, sagt Markus Auer, Geschäftsführer von Kathrein Digital Systems, auf OVB-Anfrage.

Doch was bedeutet die Übernahme konkret für Rosenheim? „Wir bleiben zunächst an unserem Standort in der Salinstraße und werden weiterhin für unsere Kunden und Partner da sein“, verspricht Auer. Aktuell arbeiten demnach 63 Mitarbeiter in der Rosenheimer Innenstadt. Inwieweit es hier durch den neuen Investor Veränderungen geben wird, kann der Geschäftsführer noch nicht sagen. „Wir haben gerade erst die Insolvenzvereinbarung unterschrieben. Der Prozess läuft noch“, sagt Auer. Die Umsetzung des Insolvenzplans sowie die formelle Aufhebung des Insolvenzverfahrens und die Übertragung der Anteile an den Investor werden laut Rechtsanwalt Verken bis Ende Februar 2026 erfolgen.

Schon vor der Insolvenzanmeldung im August 2025 sah sich Auer mit vielen Herausforderungen am Markt konfrontiert. „Wir hängen mit unseren Lösungen stark an der Baubranche“, erklärt der Satellitenspezialist. Die schlechte Baukonjunktur führte dementsprechend auch zu einer rückläufigen Nachfrage im Großhandel. Mit dem neuen Investor hofft man allerdings, neu angreifen zu können. „Wir glauben fest an das Potenzial der Marke und der Produkte. Wir freuen uns darauf, das Know-how beider Standorte zu vereinen und gemeinsam die Zukunft der Empfangstechnik zu gestalten“, sagt Sven Melzer, Geschäftsführer von Megasat.

Für die übrig gebliebenen Anteile von Kathrein ist es damit allerdings noch nicht vorbei. Denn neben der Satellitentechnik und der Antennensparte hatten auch die Kathrein Electronics sowie die Dachgesellschaft Kathrein SE im August 2025 Insolvenz angemeldet. Das Verfahren dazu läuft noch.

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