Rosenheim/Traunstein/ Mühldorf – Der Arbeitsmarkt in der Region zeigte sich zum Jahresende trotz der konjunkturellen Eintrübungen stabil. Das winterliche Wetter machte sich jedoch auch in diesem Jahr in den vergangenen Wochen bemerkbar. Betriebe in den witterungsabhängigen Bereichen wie Gartenbau sowie Hoch-/Tief- und Innenausbau haben Beschäftigte über die Wintermonate freigestellt, weil in diesen Bereichen weniger Arbeit anfällt.
Insgesamt stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen im Betrachtungszeitraum vom 13. November bis 11. Dezember im Agenturbezirk Rosenheim um 41 Personen auf 9.852 (+169 gegenüber Dezember 2024). Die Arbeitslosenquote lag im Agenturbezirk wie im Vormonat bei 3,1 Prozent (Dezember 2024: 3,0 Prozent).
Für die Stadt Rosenheim errechnete sich eine Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent (Vormonat: 4,9 Prozent; Dezember 2024: 5,1 Prozent). Derzeit sind in der Stadt 1.862 Bürger ohne Arbeit. Im Landkreis Rosenheim lag die Arbeitslosenquote bei 3,1 Prozent (Vormonat: 3,1 Prozent; Dezember 2024: 2,9 Prozent). Die Zahl der arbeitslosen Menschen insgesamt für den Landkreis betrug im Dezember 4.679.
Michael Preisendanz, der Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Rosenheim, bilanziert: „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist 2025 im Dezember so gering ausgefallen wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Das zeigt durchaus auch, dass viele Betriebe ihr Personal halten und Möglichkeiten der Qualifizierung nutzen.“
Mit Blick auf den Arbeitsmarkt führt er weiter aus: „Die konjunkturellen Eintrübungen hinterlassen weiterhin ihre Spuren. Im Dezember waren mehr Menschen arbeitslos und weniger Stellenangebote gemeldet als vor einem Jahr.“ Da die Betriebe bei der Besetzung von neuen Stellen zurückhaltender agierten, bräuchten die Menschen, die eine neue Arbeit suchen, dafür vergleichsweise länger. So ist die Zahl derer, die bereits länger als zwölf Monate arbeitslos und von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind, laut Preisendanz gegenüber Dezember 2024 um 235 Personen auf 2.267 gestiegen.
Preisendanz betont aber auch, dass die Situation auf dem Arbeitsmarkt in der Region im deutschlandweiten Vergleich weiterhin gut sei: „Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung entwickelt sich weiterhin positiv. Zum letzten Stichtag vom 30. Juni arbeiteten mit 204.491 um 0,9 Prozent mehr Menschen in einem Angestelltenverhältnis als vor einem Jahr. Das zeigt, dass der Arbeitsmarkt weiterhin Chancen bietet“, so der Experte.
Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Traunstein lag im Dezember bei 10.592 Personen, die Arbeitslosenquote betrug 3,6 Prozent. Der angrenzende Wirtschaftsraum des Chemiedreiecks bleibt auch für den Landkreis Traunstein ein wichtiger Indikator für Pendler- und Zulieferverflechtungen. Die wirtschaftliche Gesamtlage bleibt verhalten. Die Unternehmen fokussieren sich daher auf das Halten und Qualifizieren ihrer Belegschaften, Neueinstellungen erfolgen nach Angaben der Agentur für Arbeit Traunstein dagegen selektiv und stärker kompetenzbasiert. „Unser Arbeitsmarkt zeigt im Dezember die übliche Winterdelle, strukturell bleibt er tragfähig und entwickelt sich mit gebremster Dynamik weiter“, so Michael Vontra, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein. Für die kommenden Monate rechnet er nicht mit einer schnellen Belebung. Wahrscheinlicher sei eine Seitwärts-Entwicklung mit zeitlich verzögerten und insgesamt schwächeren Impulsen, begleitet von selektiver Rekrutierung sowie einem Fokus auf Personalbindung und Qualifizierung.
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein betrug im Dezember 3,4 Prozent, das ist ein Anstieg im Vergleich zu November um 0,2 und zum Vorjahresmonat um 0,3 Prozentpunkte. 3.486 Menschen waren hier arbeitslos gemeldet, das sind 275 Menschen mehr als vor einem Jahr und 202 mehr als im November.
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf betrug im Dezember 3,7 Prozent – ein Anstieg um 0,2 Prozent im Vergleich zur November-Quote. 2.577 Menschen waren dort im Dezember arbeitslos gemeldet, 103 (4,2 Prozent) mehr als im November. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 81 Menschen mehr, die Quote lag im Vorjahresmonat bei 3,6 Prozent.