Waldkraiburg – Nachhaltigkeit zeigt sich bei Netzsch Pumpen & Systeme nicht nur in Emissionsbilanzen oder Strategiepapieren, sondern vor allem im Arbeitsalltag: in nachhaltigen Produkten, verantwortungsvoll ausgewählten Lieferanten und einer Unternehmenskultur, die Mitarbeitende aktiv einbindet. Diese ganzheitliche Herangehensweise wurde 2025 mit dem Sonderpreis „Green Exzellenz“ des Lean & Green Management Award ausgezeichnet. Gewürdigt wurden dabei insbesondere die wirksamen CO2-Reduktionsmaßnahmen sowie die konsequente Integration von Nachhaltigkeit in die Managementsysteme des Unternehmens.
Nachhaltigkeit als
unternehmerische Aufgabe
Grundlage dafür sei ein Nachhaltigkeitsverständnis, das ökologische Aspekte ebenso aufgreift wie soziale und wirtschaftliche. Netzsch denke Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette und verstehe sie als langfristige unternehmerische Aufgabe. Als Ausdruck dieser Verantwortung habe die Netzsch Gruppe voriges Jahr ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht vorgelegt, obwohl das Unternehmen dazu aktuell nicht verpflichtet sei. So werde klar ersichtlich, welche Maßnahmen umgesetzt würden, welche Investitionen geplant seien oder wo es noch Verbesserungen geben könne.
Mitentscheidend für diesen Ansatz seien auch die gesamtgesellschaftlichen Veränderungen: „Bei dem, was ringsum passiert, muss es oberstes Ziel – auch für die Wirtschaft – sein, die Welt zu erhalten. In unseren Geschäftsführern Paul und Moritz Netzsch haben wir in puncto Nachhaltigkeit zwei Mentoren, die dafür einstehen und der Region verbunden sind“, erklärt Johann Vetter, Leiter Nachhaltigkeitsmanagement der Netzsch Gruppe.
Produkte und Prozesse
nachhaltig gestalten
Wie vielfältig Nachhaltigkeit im Unternehmen gelebt wird, zeigt sich am Standort Waldkraiburg: Grundwasser zum Kühlen und Heizen der Hallen, eine Hackschnitzelheizung, eine Photovoltaikanlage zur Deckung der Grundlast, Geothermie sowie eine Obst- und Blühwiese zur Förderung der Biodiversität. Ergänzt werden diese Ansätze durch konsequentes Recycling sowie Einsparpotenziale in den Prozessen. Dabei geht es nicht um eine einzige Technologie im Speziellen, sondern um das Zusammenspiel mehrerer Bausteine, um Energie und Ressourcen zu schonen. Dazu braucht es mehr als technische Lösungen, auch die Produkte und Prozesse selbst müssen konsequent nachhaltig gestaltet sein.
Für Netzsch bedeutet Nachhaltigkeit jedoch mehr, als Energie zu sparen oder CO2-Emissionen zu reduzieren. Sie ist ein wesentlicher Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg. „Immer mehr Unternehmen formulieren verbindliche Umweltziele und erwarten dies auch von ihren Zulieferern“, erklärt Johann Vetter. Für die Produkte von Netzsch bedeutet das: Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Anpassungsfähigkeit an neue Anforderungen – etwa im Zusammenhang mit alternativen Treibstoffen – sind zentrale Kriterien in der Produktentwicklung. Noch wichtiger ist: Diese Ziele wirken nur dann, wenn sie in der täglichen Arbeit umgesetzt werden.
Miteinander reden,
sehen und verstehen
Eine wichtige Rolle spielen auch die Mitarbeiter. Nachhaltigkeit ist Teil der Unternehmenskultur und wird nicht nur vorgegeben, sondern gemeinsam gestaltet. Der Austausch zwischen den Standorten trägt dazu bei, Erfahrungen zu teilen und Verbesserungen voranzutreiben. Ganz nach dem Motto: Miteinander reden, sehen und verstehen. „Ein solcher Austausch kann einen Push geben, dass Mitarbeiter neue Ideen in ihre Werke mitnehmen und vor Ort Initialprojekte ins Laufen kommen“, erklärt Vetter. Damit zeigt sich: Nachhaltigkeit erfordert nicht nur Maßnahmen auf Werksebene, sondern auch Kommunikation und Sensibilisierung über Ländergrenzen hinweg. Ein solcher Dialog erfordert aber auch Fingerspitzengefühl: „Die Mentalität in den verschiedenen Ländern ist unterschiedlich. Manchmal fehlt einfach noch das Bewusstsein“, sagt Vetter. In China würde es mittlerweile strikte Vorgaben geben, auch Länder wie Brasilien und Indien würden aufholen. „Stillstand ist keine Option, ansonsten sind unsere Ziele nicht zu erreichen“, sagt Johann Vetter.
Zum Beispiel hat sich die Netzsch-Gruppe als Ziel gesetzt, bis 2045 CO2-neutral zu sein. Um dies zu schaffen, braucht es auch ein Umdenken bei den Produkten – weniger Stahl und Guss, mehr Kunststoff. „Kunststoff ist leichter, verbraucht weniger Energie und ist besser verfügbar“, sagt Vetter dazu. Hier kommt auch das neue Forschungszentrum für Recycling von Kunststoffen in Waldkraiburg ins Spiel. „Wie kann besser recycelt werden? Wie kann die Kreislaufwirtschaft gefördert werden? Das muss man neu denken, und das Forschungszentrum kann dabei helfen“, ist Vetter überzeugt.
Neue Erkenntnisse
schnell integrieren
Eine enge Verbindung von Forschung und Praxis ermögliche es, neue Erkenntnisse schneller in die Unternehmensprozesse zu integrieren. „Wir möchten weiter an dem Thema dranbleiben und uns auch weiter verbessern.“ Ob ein besseres Recycling oder geringere Verbräuche: Beim Thema „Ressourcen schonen“ sieht sich Netzsch Pumpen & Systeme noch nicht am Ende. „Das ist ein fortschreitendes Thema und da wird sich auch noch einiges tun“, sagt Vetter auch mit Blick auf das Forschungszentrum.