Traunstein – Ein rekordverdächtiges Angebot an Zuchttieren und starke Preise haben den jüngsten Zuchtviehmarkt in der Chiemgauhalle in Traunstein geprägt. Wie der Veranstalter mitteilt, fanden insgesamt 120 Zuchttiere einen neuen Besitzer, nachdem der Markt aufgrund einer Pause von rund sechs Wochen mit einem besonders großen Auftrieb gestartet war.
Viele Besucher und Käufer sorgten für eine positive Marktstimmung und volle Ränge. Besonders erfreulich verlief die Vermarktung der Zuchtbullen. Alle zehn gemeldeten, genetisch hornlosen Bullen wurden aufgetrieben und zu sehr guten Preisen verkauft. Den Spitzenpreis in Höhe von 41.000 Euro erzielte ein reinerbig hornloser „Wachau PS“-Sohn vom bekannten Zuchtbetrieb Christian Niederbuchner aus Aiging. Mit einem Gesamtzuchtwert von 142, durchwegs positiven Einzelzuchtwerten und guter körperlicher Entwicklung gilt er als Nummer eins aller reinerbig hornlosen Söhne seines Vaters und überzeugte damit den Besamungsverein Neustadt (BVN).
Der Bulle wird künftig unter dem Namen „Watzmann PP“ für hochwertigen Fleckviehnachwuchs sorgen.
Auch das qualitativ hochwertige Angebot an Natursprungstieren führte zu hohen Preisen. Für die Natursprungbullen wurde ein Durchschnittspreis von 3.600 Euro erzielt. Ein phänomenaler Höchstpreis von 4.750 Euro für die Katalognummer 7, gezüchtet von Andreas Remmelberger aus Tittmoning und aufgezogen von Georg Wolfertstetter aus Palling, unterstrich die Qualität des Angebots und die gute Nachfragesituation.
Im Anschluss an die Bullenversteigerung kamen wie gewohnt die weiblichen Zuchttiere in den Ring. Die sieben angebotenen Kalbinnen wurden zu einem Durchschnittspreis von 2.240 Euro bei einer Preisspanne von 1.750 bis 2.450 Euro verkauft. Zehn noch sehr jugendlich wirkende Zweitkalbskühe erzielten einen mittleren Steigpreis von 2.830 Euro. Angeboten wurden sie mit einer mittleren Milchleistung von 35 Kilo und Lebendgewichten zwischen 580 und 720 Kilo.
Die Vermarktung der 93 angebotenen Jungkühe, von denen 92 verkauft wurden, verlief ebenfalls zufriedenstellend. Käufer und Verkäufer konnten sich über angemessene und faire Preise freuen. Bei einer durchschnittlichen Milchleistung von über 30 Kilo Milch und überdurchschnittlicher Qualität über alle Jungkühe hinweg wurde ein Durchschnittspreis von 2.900 Euro erreicht. Die hohe Dichte an Jungkühen mit guten Fundamenten und hoch sitzenden Eutern, gepaart mit ausgeprägter Leistungsbereitschaft, ist selten zu finden.
Fünf Jungkühe wurden dieses Mal in die Wertklasse eins eingestuft und kosteten im Mittel 3.540 Euro. Neben einem guten Exterieur lag deren Milchleistung bei durchschnittlich 36,4 Kilo Milch bei einer Melkbarkeit von 2,8 Kilo pro Minute. Züchter dieser Jungkühe waren Alois Rehrl aus Seeleiten, Philipp Schöndorfer aus Piding, Korbinian Lechner aus Ramsdorf, Johannes Huber aus Polsing und Anton Hasholzner aus Ranham. Den höchsten Zuschlag für eine Jungkuh mit 4.000 Euro erzielte Michael Huber aus Steinrab bei Truchtlaching für seine „Maybach PP“-Tochter mit der Katalognummer 156. Die aus einem Biobetrieb stammende Kuh überzeugte mit einer Milchleistung von 30 Kilo und einem fehlerlosen Exterieur.
Zwei Stiere, drei Kalbinnen, eine Zweitkalbskuh und 26 Jungkühe blieben im Zuchtverbandsgebiet. Sechs Stiere, drei Kalbinnen, acht Zweitkalbskühe und 42 Jungkühe ersteigerten sich Käufer aus dem restlichen bayerischen Raum. Ein Stier und eine Jungkuh wurden in andere Bundesgebiete abgesetzt und ein Bulle, eine Kalbin, eine Zweitkalbskuh und 23 Jungkühe konnten in die Niederlande verkauft werden.
Der nächste Großviehmarkt in Traunstein findet am Donnerstag, 19. Februar, statt.