Vorsichtig optimistisch für 2026

von Redaktion

Jahrespressekonferenz der Agentur für Arbeit – Probleme bei Schön-Klinik

Rosenheim – Drei Jahre ohne Wirtschaftswachstum, die Zölle von Donald Trump und eine unsichere politische Lage. Es ist eigentlich nicht verwunderlich, dass Dr. Nicole Cujai, Geschäftsführungsvorsitzende der Agentur für Arbeit Rosenheim, von noch mehr Herausforderungen als im Vorjahr spricht. „Einige Rosenheimer kommen an ihre Grenzen“, bilanziert sie und meint damit vor allem die Betriebe im verarbeitenden Gewerbe. Vor allem die Automobilhersteller, der Maschinenbau und die chemische Industrie haben laut der Agentur für Arbeit zu kämpfen. „Wir merken, dass dort die Stellenbestände sinken und viele Anträge auf Kurzarbeit gestellt werden“, erklärt Cujai. Laut den Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit sind aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim rund 2.000 Stellen von Kurzarbeit betroffen. Im Vorjahr waren es noch circa 1.600. „Das ist deutlich, aber im Langzeitvergleich noch im Rahmen“, ordnet die Agentur-Vorsitzende ein. So waren beispielsweise im Jahr der Corona-Pandemie 2020 gut 10.000 Menschen, also circa fünfmal so viele, in Kurzarbeit. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen ist im Jahr 2025 angestiegen. Im Bereich der Stadt Rosenheim sind aktuell 1.957 Menschen ohne Arbeit, was einer Quote von 5,2 Prozent entspricht. Im Vorjahr waren es dagegen 1.808 (4,9 Prozent). Auch im Landkreis nahm die Anzahl der Arbeitslosen von 4.250 (2,8 Prozent) auf 4.745 (3,1 Prozent) zu.  

Im Vergleich zu Deutschland liegt Rosenheim noch deutlich unter dem Schnitt von 6,2 Prozent. „Wir haben in der Region einen guten Branchenmix“, sagt Cujai. Im Gegensatz zu Städten wie Ingolstadt sei man daher nicht auf einen großen Hersteller wie Audi angewiesen.

Dementsprechend verteilt sich eine schwache Wirtschaft auf mehrere Schultern und macht sich nicht so stark bemerkbar. Was in Rosenheim dennoch besonders heraussticht? „Das ist der Bereich Gesundheit und Soziales“, bilanziert die Geschäftsführerin. Dort gibt es in Stadt und Landkreis einige große Arbeitgeber. 

Dementsprechend mache es sich bemerkbar, wenn auf einmal rund 200 Stellen wie an der Schön-Klinik wegfallen sollen. „Das würden wir natürlich erst einmal zu spüren bekommen“, sagt Michael Preisendanz, Mitglied der Geschäftsführung der Rosenheimer Arbeitsagentur. In der Regel würden solche Schließungen wie die der Abteilung in Vogtareuth sich aber nur kurz auf den Rosenheimer Arbeitsmarkt auswirken, da die meisten in dem Bereich schnell wieder eine Stelle finden würden.

„Dafür sind Pfleger und Ärzte viel zu sehr gefragt“, meint Cujai. Beim Blick auf das kommende Jahr gibt sich die Geschäftsführung optimistisch. „Die Prognosen sind ein wenig besser als für 2025 und stellen ein leichtes Wirtschaftswachstum in Aussicht“, meint Cujai.

Ob sich das allerdings direkt auf den Arbeitsmarkt auswirken wird, möchte die Agentur nicht prognostizieren. Eins steht jedoch fest. „Ohne Wachstum wird sich wenig tun”, bilanziert Cujai.

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