„Ohne das Handwerk steht alles still“

von Redaktion

Rainer Dachsberger über KI und echte Arbeit

Mühldorf/Altötting – „Künstliche Intelligenz schreibt Texte, analysiert Daten und steuert ganze Produktionsabläufe. Algorithmen werden immer schneller, präziser und leistungsfähiger. Doch bei aller technischen Entwicklung gibt es eine klare Grenze: KI kann vieles, aber sie kann kein Dach decken, kein Brot backen, keine Leitungen verlegen und kein Haus bauen“, betont Kreishandwerksmeister Rainer Dachsberger der Kreishandwerkerschaft Altötting-Mühldorf.

Er bricht eine Lanze für das Handwerk: Handwerk bedeute Praxis und Präzision sowie Nähe und Kommunikation. Ein Bäcker wisse, wann der Teig perfekt ist und das nicht nur nach Rezept, sondern nach Gefühl und jahrelanger Berufstätigkeit. Ein Zimmerer oder Maurer erkenne auf den ersten Blick, wo Feuchtigkeit eindringen könnte. Ein Elektriker sorge dafür, dass moderne Technik sicher funktioniert.

„Alle diese Fähigkeiten entstehen durch Ausbildung, jahrelange Erfahrung und Leidenschaft zum Beruf und nicht durch einen Algorithmus“, gibt sich Dachsberger überzeugt. Gerade in Zeiten des digitalen Wandels und der wirtschaftlichen Situation in der Industrie zeige sich, wie unverzichtbar das Handwerk für die Gesellschaft sei: Häuser müssen gebaut, saniert und instand gehalten werden. Straßen, Kanalisation, Wasserleitungen und Stromnetze brauchen Fachkräfte, die anpacken, mitdenken und Verantwortung übernehmen. „Diese Aufgaben lassen sich nicht in den virtuellen Raum verlagern, sie erfordern Können, Erfahrung und menschliches Geschick“, sagt Dachsberger.

Gleichzeitig sei das Handwerk alles andere als rückständig. Moderne Betriebe nutzten digitale Planung, intelligente Maschinen und innovative Materialien. KI könne dabei unterstützen. „Doch sie ersetzt nicht die Hände, die anpacken und den Kopf, der die bestmöglichen Entscheidungen trifft. Im Handwerk arbeiten menschliche Intelligenz und Technik zusammen, nicht gegeneinander.“

Das Handwerk biete sichere Arbeitsplätze mit Zukunft. „Ohne das Handwerk steht alles still. Das Handwerk ist nicht nur systemrelevant. Es ist zukunftssicher.“ am

Artikel 7 von 8