Wie die KI-Revolution die Logistik verändert

von Redaktion

Das Traunsteiner Unternehmen advasolutions zeigt, wie der Mittelstand mit künstlicher Intelligenz und digitaler Lagerautomation neue Märkte erobert. Bei einem Besuch zeigte sich auch Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber jüngst von der „Frischelogistik der Zukunft“ beeindruckt.

Traunstein – Wie sich mit Erfindergeist, innovativer Hightech-Agenda und digitaler Lagerautomation neue Märkte im Mittelstand erobern lassen, zeigt das Unternehmen advasolutions in Traunstein. Anlässlich der Vorstellung eines bundesweiten Referenzprojekts für die „Frischelogistik der Zukunft“ zeigte auch Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber großes Interesse. Bei einem Rundgang im Unternehmen wurden Details über den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) und die Revolutionierung der Intralogistik von Mittelständlern besprochen, ebenso wie Gegenstrategien zum Fachkräftemangel und Karriereperspektiven für Frauen in der Technologiebranche.

Revolution
der Intralogistik

Max Dhom, Diplom-Ingeneur für Maschinenbau und Wirtschaftsingenieur, gab als Mitbegründer und Vice President der Softwareentwicklung Einblick in die rasante Entwicklung von advasolutions als neue Technologie-Plattform. Das Unternehmen entwickelt modulare Automatisierungslösungen mit innovativer Hardware, Software und skalierbaren Regalsystemen sowie Echtzeit-Tracking, 5G-Kommunikation und Datenabgleich per digitalem Zwilling.

Diese sollen Mittelständler künftig dabei unterstützen, ihre hausinterne Logistik zu revolutionieren, anstatt diese an externe Dienstleister auszulagern.

Während des Rundgangs erhielt die Ministerin konkrete Einblicke in die Neuentwicklungen. Vorgestellt wurden insbesondere die KI-basierten Funktionen zur Qualitätskontrolle, Routenoptimierung und zur frühzeitigen Erkennung von Fehlern und Abweichungen in logistischen Prozessen. Die Systeme analysieren Prozess- und Bewegungsdaten in Echtzeit, identifizieren automatisch Auffälligkeiten und unterstützen so einen stabilen und effizienten Lagerbetrieb – auch bei wachsender Komplexität und wechselnden Anforderungen.

Im anschließenden Austausch mit Vertretern aus Politik, Unternehmen und Praxis wurde erörtert, wie KI-gestützte Automatisierung dazu beitragen kann, Logistikprozesse – insbesondere in der Frischelogistik – resilienter, energieeffizienter und wirtschaftlich planbarer zu gestalten. Diskutiert wurden zudem Fragen der Investitionssicherheit, Skalierbarkeit sowie konkrete Anwendungsbeispiele aus dem Mittelstand.

Gegenstrategie
zum Fachkräftemangel

Die individuell angepasste Implementierung der Technologie soll dabei helfen, höhere Produktivität bei geringeren Betriebskosten zu erreichen, die Qualität zu verbessern und flexibler auf dynamische Marktanforderungen reagieren zu können.

Allein 50 der 150 Mitarbeiter sind dafür bei advasolutions im Bereich Forschung und Entwicklung in der Zentrale in Traunstein beschäftigt. „Wir leben in einer Zeit, in der es immer schwieriger wird, gute Arbeitskräfte zu rekrutieren – vor allem bei Nachtarbeit wie in der Frische- und Lebensmittellogistik“, erklärte Michaela Kaniber. „Wenn uns hier Arbeitskräfte wegbrechen, entstehen enorme wirtschaftliche Schäden.“ Deshalb sei es umso wichtiger, mit regionalen Innovationen und Automatisierung gegenzusteuern.

Wie die Technologie in der Praxis wirkt, verdeutlichte Richard Maier, CEO von Maier Früchtegroßhandel aus Piding, der die Systeme bereits in seinem Unternehmen einsetzt und aktuell die bundesweit erste Referenzanlage mit der neuen Technologie baut. Für die Umrüstung investiert er mehr als fünf Millionen Euro.

Maier berichtete von künftig 40 bis 50 Prozent mehr Umschlagleistung, von einer lückenlosen Rückverfolgbarkeit und der Chance, die Platzmöglichkeiten der eigenen Lagerhalle besser ausnutzen zu können. Die Folge: mehr Kunden, eine bessere Produktqualität und eine höhere Verfügbarkeit. Die Zusammenarbeit mit advasolutions habe gezeigt, „dass nicht nur große Konzerne von Automatisierung profitieren können, sondern auch Mittelständler“.

Karrierechancen
im ländlichen Raum

Ein weiterer Programmpunkt widmete sich den Karriereperspektiven für Fach- und Nachwuchskräfte – insbesondere an der Schnittstelle zwischen Universität und ländlichem Raum. Bei advasolutions ist man stolz auf die 25-jährige Jana Unterreiner aus Anger, die sich innerhalb weniger Jahre von der Werkstudentin zur neuen Head of Solution Design des Start-ups entwickelt hat.

Dieses Beispiel zeige, dass es auch außerhalb großer Städte Karrieremöglichkeiten für junge Menschen in Start-ups gibt. Ebenfalls besprochen wurde die Bedeutung technologieorientierter Unternehmen für die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Oberbayern.

Ministerin sieht in KI
auch eine große Chance

Zum Abschluss fand ein persönliches Gespräch in kleiner Runde statt. Dabei wurden unter anderem Fördermöglichkeiten für mittelständische Automatisierungstechnik, politische Rahmenbedingungen für Innovationen sowie die langfristige Entwicklung des Standorts thematisiert. „künstliche Intelligenz und Digitalisierung verändern unsere Arbeitswelt grundlegend und mit ihnen die Arbeitsplätze, die aber nicht weniger werden – genau darin liegt eine große Chance“, so Kaniber. „Bayern ist hier mit seiner starken Hightech- und Start-up-Landschaft sehr gut aufgestellt.“

Der Besuch von Kaniber unterstreiche die Bedeutung technologiegetriebener Automatisierung für den industriellen Mittelstand, vor allem in der Lebensmittelindustrie, ergänzte Dr. Marcus Englert, Vorstandsvorsitzender von advastore SE. Moderne Intralogistik sei damit ein zentraler Hebel für Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und nachhaltiges Wachstum.

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