Klare Forderungen an die Politik

von Redaktion

Vor den Kommunalwahlen in Rosenheim formulieren Wirtschaftsverbände wie die IHK klare Forderungen an die Politik. Im Fokus stehen vor allem eine moderne, digitale Verwaltung, weniger Bürokratie und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Die Verbände fordern ein grundsätzliches Umdenken bei den künftigen Amtsträgern.

Rosenheim – Die Politik wird von allen Seiten gefordert. Direkt vor den Kommunalwahlen am Sonntag, den 8. März 2026, melden sich zahlreiche Verbände, Vereine und Gemeinschaften mit unterschiedlichen Wünschen. So kommen beispielsweise von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft 16 Forderungen. Neun weitere vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Bayern und noch mal fünf vom Bund Naturschutz. Es geht unter anderem um knappen Wohnraum, Kinderbetreuung, Nachhaltigkeit und Gesundheitsversorgung.

Doch welche der zahlreichen Vorschläge sind speziell für die Rosenheimer Wirtschaft entscheidend? „Für uns liegt der Schwerpunkt auf drei Themen: eine moderne Verwaltung, lösungsorientiertes Bauen und eine gute Verkehrsinfrastruktur“, sagt Andreas Bensegger, Vorsitzender des Regionalausschusses Rosenheim der Industrie- und Handelskammer (IHK). Um speziell die ersten beiden Punkte zu erfüllen, braucht es aber zunächst eine passende digitale Struktur. Diese soll den Unternehmen in der Region helfen, einfacher mit den Behörden zusammenzuarbeiten. „Es bringt nichts, wenn ich einen digitalen Bauantrag einreichen kann, wenn der anschließend im Rathaus ausgedruckt werden muss”, meint Bensegger.

Für das Rosenheimer Landratsamt und die Kommunen bedeutet das aus Sicht der IHK, dass sie gemeinsam „modern“ werden müssen. „Das funktioniert nur mit einem einheitlichen System“, ist Jens Wucherpfennig, Leiter der Rosenheimer IHK-Geschäftsstelle, überzeugt. Wenn jede Gemeinde eine unterschiedliche Lösung präsentiert, würde das zu einer großen Diskrepanz führen. „Wir wissen, dass es sehr fortschrittliche Gemeinden gibt, aber es müssen alle miteinander kompatibel bleiben“, betont Wucherpfennig. Hier sei natürlich auch der Freistaat gefordert, den Gemeinden etwas an die Hand zu geben. „Ein gutes Beispiel dafür ist das Bayern Portal“, meint der Geschäftsstellenleiter. Hier gibt es offizielle Anleitungen und Hilfen für den digitalen Antrag von Geburtsurkunden, Ausweisen oder Abmeldungen bei einem Umzug, die sich auf die Kommunen übertragen lassen.

Auch bei der Kreishandwerkerschaft Rosenheim wird deutlich, worauf es im Jahr 2026 ankommt. Im Gespräch mit dem Bayerischen Bau- und Verkehrsminister Christian Bernreiter ging es vor allem um effizientere und faire Vergabeverfahren, um schneller Raum für neue Wohnungen, Schulen oder Kindergärten zu schaffen. „Das Handwerk fordert außerdem den angekündigten Bürokratieabbau“, sagt Rosenheimer Kreishandwerksmeister Rudolf Schiller. Dass diese Wünsche allerdings nicht einfach nach einer Wahl wahr werden, ist den Verbänden bewusst. „Das funktioniert natürlich nicht über Nacht“, sagt Wucherpfennig. Vielmehr geht es ihm um die Grundeinstellung der Politiker, etwas zu verändern. „Ein grundsätzliches Umdenken, um damit auch den Mitarbeitern den Rücken zu stärken – das ist Chefsache“, betont der IHK-Geschäftsstellenleiter und nimmt damit den künftigen Rosenheimer Landrat sowie alle kommenden Bürgermeister in die Pflicht.

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