Rosenheim – Von Aschau nach Rosenheim in sämtliche Großstädte der Welt. So lässt sich der Werdegang der Firma Proske kurz zusammenfassen. Was als eine Art Zusatz zu einem Reisebüro begann, ist heute die wohl größte Eventfirma aus der Region. „Dabei war das Unternehmen am Anfang nicht viel mehr als ein Tisch in einem Nebenzimmer“, erinnert sich René Proske, Enkel des Gründers Hugo Proske.
Der 45-Jährige übernahm 2008 das Geschäft von seinem Vater Bernd Proske und war bis 2021 der alleinige Geschäftsführer. Seitdem ist er Gesellschafter der Firma und führt das Unternehmen in dritter Generation fort.
Vor allem in der
Pharmabranche etabliert
Im Jahr 1985 schuf Hugo Proske in Aschau im Chiemgau das Unternehmen „Proske Reisen und Organisation“. Die Idee dazu kam von seinem Sohn, Bernd Proske, der das Unternehmen kurze Zeit später übernahm und über die Jahre zu dem machte, was es heute ist. Bernd Proske arbeitete damals für ein Reisebüro, das es mittlerweile nicht mehr gibt. Seine Idee war es, die Aufgabe zu übernehmen, die vor 40 Jahren bei einem klassischen Reisebüro auf der Strecke blieb – die Organisation vor Ort. „Es ging darum, einen Ansprechpartner am Reiseziel zu haben, Transfers zu organisieren und für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen“, beschreibt René Proske. Kurz gesagt: Es ging um alles, was über die klassische An- und Abreise hinausgeht.
Schon vor 40 Jahren arbeitete die Familie Proske dabei vor allem für die Pharmaindustrie. „In dieser Branche sind wir bis heute bekannt und etabliert“, erklärt Larissa Steinbäcker. Sie steht seit dem „Rückzug“ von René Proske als reiner Gesellschafter zusammen mit Markus Struppler als Geschäftsführerin an der Spitze von weltweit rund 140 Proske-Mitarbeitern und kümmert sich unter anderem um neun der 20 größten Pharmakonzerne der Welt.
„Einfach eine gute Party
organisieren kann jeder“
Die Aufgaben von Proske gehen mittlerweile weit über die reine Logistik bei internationalen Veranstaltungen hinaus. Während es 1985 beispielsweise noch mehr darum ging, Zimmerlisten zu erstellen und per Post an die richtigen Unterkünfte zu schicken, steht heute ein „strategisches Gesamtkonzept“ im Vordergrund. „Wir schauen uns nicht mehr eine einzelne Messe an, sondern analysieren den gesamten Veranstaltungskalender unserer Kunden“, erklärt René Proske.
Auch die Anforderungen an die Branche sind in den vier Jahrzehnten gewachsen. „Einfach eine gute Party organisieren kann jeder“, sagt René Proske. Vielmehr gehe es um ein vorher klar definiertes Ziel, das mit einem Kongress, einer Fortbildung oder teaminternen Veranstaltungen erreicht werden soll. Auch mithilfe von künstlicher Intelligenz werden beispielsweise Kundenkontakte oder Absatzzahlen vor und nach einer Veranstaltung analysiert, um zu sehen, inwieweit sich diese wirklich gelohnt hat.
Mit diesem ganzheitlichen Ansatz hat sich die Firma bei Großkonzernen einen Namen erarbeitet und kümmert sich um Veranstaltungen mit teilweise über 1.000 Teilnehmern. „Wir haben einen großen Markt in Amerika, sind aber grundsätzlich in der ganzen Welt vertreten“, sagt der Gesellschafter. Im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft 2024 arbeitete Proske beispielsweise mit Coca-Cola zusammen. Aber auch Ikea, Henkel oder Abbott zählen zu den Kunden.
Der Großteil der Mitarbeiter, rund 100 der insgesamt 140, kommt aus der Region um Rosenheim. Für René Proske hat das einen bestimmten Grund. „Wir haben hier eine kulturelle Stärke – die Selbstständigkeit“, meint der Gesellschafter. Seiner Erfahrung nach braucht es in dem Beruf Menschen, die proaktiv etwas mitgestalten und nicht nur eine Checkliste abarbeiten. Und genau diese Mentalität findet sich laut Proske in Rosenheim.
Proske baut auf
Rosenheim als Hauptsitz
Selbst wenn es der Beruf zulässt oder sogar mit sich bringt, aus der Ferne zu arbeiten, soll der Hauptsitz in Rosenheim erhalten bleiben. Ein Beispiel: Beim Online-Gespräch mit dem OVB sitzt René Proske in Portugal, Larissa Steinbäcker auf Malta. „Auch das war vor wenigen Jahren noch unvorstellbar“, sagt Steinbäcker. Wer möchte, hat aber immer die Möglichkeit, sich in der Ellmaierstraße direkt am Innspitz mit seinen Kollegen zu treffen, um gemeinsam am nächsten Projekt zu arbeiten.