Zum Bericht „Bahnstrecke drei Stunden gesperrt“ (Regionalteil):
Gerade noch mal gut gegangen, könnte man sagen, wenn man den Bericht liest. Die Rettungskräfte haben erfolgreich gearbeitet, der betrunkene Verursacher bekommt hoffentlich eine satte Rechnung.
Wir waren selbst unterwegs an diesem Abend und sind dann am Rosenheimer Bahnhof gestrandet. Drei Stunden hingen wir dort rum und wussten nicht, wo und wann ein Schienen-Ersatzverkehr fahren würde und ob überhaupt. Es gab zwar Lautsprecher-Durchsagen, aber die waren praktisch nicht verständlich und außerdem vertröstend stereotyp vom Band. Die Leute an der Info-Theke der Bahn im Bahnhof wussten offenbar auch nichts. Es wurde auf einen vorgesehenen Schienen-Ersatzverkehr verwiesen, der dann sogar per Megafon angekündigt werde. So warteten wir halt, aber eine Durchsage zum Ersatzverkehr kam nicht.
Und als dann nach drei Stunden wieder ein Zug fahren konnte, bekamen wir das auch nur durch Zufall mit, denn er fuhr von Gleis 4 am gegenüberliegenden Bahnsteig und wurde in der Bahnhofshalle nicht angekündigt. Hier drängt sich der Verdacht auf, dass die Bahn die Leute einfach warten ließ und sich so die Kosten für den Ersatzverkehr gespart hat.
Seit Jahrzehnten fahre ich mit der Bahn von und nach Rosenheim, aber das Krisenmanagement am Bahnhof Rosenheim hat noch selten geklappt. Nie weiß man, was los ist und wie’s weitergeht.
Sepp Genghammer
Bernau