Gründe für Mangel an bezahlbarem Wohnraum

von Redaktion

Zum Bericht „Riesenärger über Mieten“ (Titelseite):

Es fehlt an bezahlbarem Wohnraum, aber warum? Wenn der Staat kein Geld dafür hat und er private Investoren gewinnen will, muss er die Rahmenbedingungen ändern. Warum sollte ein Investor zwei bis drei Jahre Geld vorhalten, bis genehmigt und gebaut werden kann, und sich dann mit einer Rendite von 2,5 Prozent zufriedengeben? Obendrauf muss er damit rechnen, sich Ärger mit Mietern einzuhandeln. Andere Anlagen sind attraktiver, etwa festverzinsliche Wertpapiere oder Aktien – das bringt bis zu acht Prozent. Braucht er für seinen Bau auch noch einen Teil Fremdfinanzierung, bezahlt er 3,5 bis 3,8 Prozent an Zinsen. Um rentabel zu sein, müsste eine Neubauwohnung auf dem Land, aufgrund der hohen Baukosten und Grundstückspreise, pro Quadratmeter 18 Euro Miete kosten, liegt ja der Grundstückspreis auch auf dem Land für einen Quadratmeter Wohnfläche oft schon bei 2000 bis 3000 Euro. Vielleicht müsste mehr Bauland ausgewiesen werden, um die Preise zu senken, was aber der Vorgabe, weniger zu versiegeln, widerspricht. Was wäre die Lösung? Kreditzinsen müssten für zehn Jahre auf zwei Prozent gedeckelt werden – sowohl für Investoren als auch für Menschen, die eine eigene Immobilie wollen. Und warum nicht mal das Mieterrecht vermieterfreundlicher gestalten, wie etwa in Österreich, wo jeder Vermieter in den ersten zwei Jahren dem Mieter ohne Angabe von Gründen kündigen darf. Da gibt es sicher weniger Mietnomaden.

Hans Fritz

Bad Endorf

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