Politische Sterndeuter

von Redaktion

Zum Bericht „Koalition wickelt Habeck-Erbe ab“ (Politikteil):

Mit dieser vorab groß angekündigten Abschaffung des sogenannten „Heizungsgesetzes“ von Robert Habeck wurde das nun veröffentlichte Eckpunktepapier von CDU/CSU und SPD als Anleitung für eine technologieoffene Wärmeerzeugung in den Heizungskellern der Bürger vorgestellt. Dass hierbei das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird, ist den „Experten“ Jens Spahn (CDU), Matthias Miersch (SPD) und Alexander Hoffmann (CSU) völlig egal.

Zurück lassen sie nach wie vor die verunsicherten Hauseigentümer bei der Entscheidung, wann und wie ihr Gas- oder Ölheizkessel erneuert werden soll. Hoffentlich rutscht die verantwortliche Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche bei so viel Bio-Methan und Rapsöl in den CO2-neutralen Brennstoffen nicht auf der „Bio-Treppe“ aus, die ab 2029 in den Heizkesseln verbrannt werden sollen. Mit diesem Eckpunktepapier der Koalitionsparteien wird vom eigentlichen Problem des versäumten Ausbaus der Stromnetze abgelenkt. Der rasant ansteigende Strombedarf in Deutschland kann nur mit einer entsprechenden Infrastruktur im Netzbereich bewältigt werden.

Wer elektrisch betriebene Wärmepumpen und die E-Mobilität favorisiert, muss auch dafür sorgen, dass diese Technologie zukunftssicher über ein leistungsstarkes Netz versorgt werden kann. Ein weiterhin Verbrennen von fossilen Brennstoffen, ob nun zehn, 20 oder 30 Prozent Anteil mit Biomethan oder synthetischem Treibstoff, streut den Bürgern nur Sand in die Augen. Wo so viel Bio-Anteile herkommen sollen, steht in den Sternen. Aber politische Sterndeuter gibt es ja leider immer wieder.

Rainer Tschichholz

Kolbermoor

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