Mit Mut, Fleiß und Zuversicht im Handwerk Karriere machen

von Redaktion

Freisprechungsfeier für 64 neue SHK-Gesellen – Lobende Worte auch von Pfarrer Rainer Maria Schießler

Traunstein/Altötting/Berchtesgadener Land/Mühldorf/Rosenheim/Wasserburg – Festakt und traditionelles Freudenfest zugleich: Die Freisprechung der 64 jungen Gesellen der SHK-Innung (Sanitär, Heizung, Klima), die ihre Prüfungen erfolgreich bestanden haben. Am Freitag- abend feierten die drei Innungen Traunstein (Innung für Spengler, Sanitär- und Heiztechnik Traunstein für die Landkreise Traunstein, Mühldorf und Altötting), dem Berchtesgadener Land (Innung Sanitär- und Heiztechnik Berchtesgadener Land) und Rosenheim (SHK-Innung Rosenheim hier nur für die Spengler) den beruflichen Meilenstein in traditioneller Form einer „Freisprechung“.

Mit dabei waren die Vertreter aus Innung, Ausbildungsbetrieben, Bildungszentren, Berufsschulen, Fördermitgliedern und Familienangehörige. Auch die Spenglerkönigin Marion I. aus Vogtareuth war bei der Festveranstaltung mit dabei. Obermeister Josef Pflügl (SHK-Innung Traunstein) betonte in seiner Begrüßung nicht ohne Stolz: „Diese Veranstaltung ist Kult.“

Mit Mut, Fleiß und Zuversicht könnt ihr in eurem Beruf eine ‚super Karriere‘ machen.“ Dies gelte auch vor dem Hintergrund von langfristig deutlich gesunkenen Lehrlingszahlen in Bayern (2.400 Anlagenmechaniker und 170 Spengler) bei der zumindest bei den Anlagenmechanikern zuletzt ein leichter Aufwärtstrend zu verzeichnen war.

Landrat Andreas Danzer betonte: „Wir müssen digitaler und schneller werden“ betonte Danzer mit Blick auf junge Menschen, die er für die Politik begeistern wolle.“ Als Forderung gaben ihm die SHK-Verantwortlichen Josef Pflügl und der stellvertretende Kreishandwerksmeister Thomas Aigner mit, dass man für das SHK-Bildungszentrum in der Traunsteiner Sonntagshornstraße eine Busverbindung benötige.

„Ich will Dinge in Bewegung bringen, ich möchte dafür sorgen, dass meine Kirche zur Heimat wird“ sagte der bekannte Münchner Pfarrer Rainer Maria Schießler, der als Podiumsgast eingeladen war. Der Geistliche schaffte es mit viel Witz und Tiefsinnigkeit, die Anwesenden zu unterhalten („Freigesprochen wird man vor Gericht. Ihr habt nichts verbrochen, ihr habt etwas geleistet“). Er bewunderte den Service seines Heizungsbauers: „Da können wir als Kirche noch viel Lernen“, so Schießler, der unter anderem die Fußballer Philipp Lahm traute und Franz Beckenbauer beerdigte.

Thomas Pate junior betonte in seiner Eigenschaft als Leiter des regionalen SHK-Bildungszentrums mit Blick auf die zurückliegende Lehrzeit: „Jetzt habt ihr es geschafft!“. In seinem Streifzug durch die dreieinhalb Jahre Lehrzeit kam er zu dem Schluss, dass neben den Gesellen viele am Gelingen des erfolgreichen Abschlusses beigetragen hätten. 60 ehrenamtliche Helfer – die größte Zahl in Bayern – würden im Prüfungsausschuss für eine gelungene Prüfung sorgen, ergänzte Obermeister Pflügl.

Stellvertretender Kreishandwerksmeister Thomas Aigner sagte in seinen Ausführungen: „Das ist heute ein Grund zu feiern!“. Es sei ein Schritt in die Freiheit aber auch ein Schritt in die Verantwortung. Es sei ein guter Jahrgang für qualifizierte Kollegen. Er machte deutlich, dass die Gesellschaft gut ausgebildete Handwerker brauche. Mit der „Eintrittskarte ins Berufsleben“ hätten die jungen Fachkräfte eine „lebenslange Arbeitsplatzgarantie. Ohne uns geht es nicht“ sagte Aigner. Danach ging es ganz schnell: Mit einer kurzen Formel sprach er die jungen Gesellen von den Pflichten ihres Lehrverhältnisses frei und hob sie unter langanhaltendem Applaus in den Gesellenstand – verbunden mit dem gemeinsamen Absingen der Bayernhymne.

Anschließend wurden die Gesellenbriefe überreicht. Gesamt wurden in den beiden Prüfungen Sommer 2025 und Winter 2026 insgesamt 64 Gesellen freigesprochen. 64 Anlagenmechaniker waren zur Prüfung angetreten, 53 haben diese erfolgreich abgeschlossen. Der Notendurchschnitt lag in der Winterprüfung bei 3,62, im Sommer bei 3,45. Prüfungsbester im Sommer sind Corbinian Klotz vom Ausbildungsbetrieb Schustermann in Waging mit einem Notendurchschnitt von 1,7 gefolgt von Christina Hollrieder vom Ausbildungsbetrieb Johann Schwaiger in Berchtesgaden mit einem Schnitt von 1,8 gefolgt von Simon Bruce-Dupe mit 2,1 (gleicher Ausbildungsbetrieb). In der Winterprüfung ist Pius Wallner (2,0, Ausbildungsbetrieb Martin Praxenthaler, Traunstein) der erfolgreichste Prüfling vor Jakob Hillenbrand (2,3, Ottenthaler, Engelsberg) und Simon Perl (2,4, Johann Pertl, Staudach).

Bei den Spenglern haben – in der erfolgreichsten Spenglerprüfung seit 16 Jahren – von den zwölf angetretenen Prüflingen elf diese erfolgreich abgelegt. Der Notendurchschnitt lag bei 2,6 in der Winterprüfung und 2,0 in der Sommerprüfung. In der Sommerprüfung ist Korbinian Kastner (1,7, Franz Hallinger, Schönau) Bester, in der Winterprüfung ist dies Jakob Schroll (2,2, Zenz, Bergen).

Aus dem Bereich der Fördermitglieder sponserte in diesem Jahr die Firma Kreiller für die Besten eine wertvolle Zwei-Tages-Incentivereise. Gespickt mit praktischen Tipps und guten Wünschen für die jungen Gesellen ging es im Nachgang mit dem Impulsvortrag von Pfarrer Schießler bei der rund dreistündigen Veranstaltung weiter.

Im Nachgang sorgte die Haager Schlossturmmusi mit bayerischer Festmusik weiter für gute Stimmung. wz

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