Traunstein – Das Handwerk hat Tradition, besonders das Metall-Handwerk, das als eines der ältesten Gewerke der Welt gilt. Diese Tradition zeigt sich nicht nur in der Arbeit, sondern auch in der Feier zum Abschluss der Lehrzeit, der Freisprechung. Kürzlich feierte die Metall-Innung Traunstein-Berchtesgadener Land ihre jungen Gesellen. Vertreter aus den Ausbildungsbetrieben, den Berufsschulen, dem Bildungszentrum der Handwerkskammer und der Kreishandwerkerschaft waren ebenso anwesend wie Familienangehörige, die ihre Kinder und Geschwister durch die nicht immer leichte Lehrzeit begleitet haben. Die jungen Gesellen haben, auch und gerade wegen wirtschaftlich schwieriger Zeiten, beruflich gute Perspektiven. Kompetente Handwerker sind in Zeiten fehlender Fachkräfte gefragt und gesucht wie selten zuvor, wie mehrfach betont wurde.
Obermeister Wolfgang Petry gratulierte den erfolgreichen Gesellen und hob dabei insbesondere das Engagement der Familien, der Lehrer und der Ausbildungsbetriebe hervor, die ihnen zur Seite gestanden haben. „Das, was ein Metallbauer macht, wird überall gebraucht“, sagte er am Beispiel des Baus einer Fluchttreppe. „Euer Handwerk macht Euch nicht reich, aber es macht Euch glücklich, Ihr könnt davon leben. Und vor allem macht Euch die Arbeit stolz.“ Er freue sich, dass Metall-Handwerker etwas mit den eigenen Händen schaffen, das man anschauen, spüren und nutzen könne. „Ihr dürft heute alle stolz sein auf das, was Ihr geschafft habt. Das ist eine große Sache. Ein deutscher Metallbauer wird auf der ganzen Welt ernst genommen.“
Vonseiten der Berufsschulen betonte Studiendirektor Rudolf Ritter, stellvertretender Schulleiter der Berufsschule I Traunstein, in seinem Grußwort, dass die jungen Handwerker im Rahmen des Berufsschulabschlusses „nie wieder Schulpflicht“ hätten. Alles, was jetzt noch komme, sei freiwillig. „Heute feiern wir den richtigen Einstieg in ein Berufsleben, in dem Stahl, Funkenflug und Präzision genauso wichtig sind wie Durchhaltevermögen, Humor und die Fähigkeit, auch nach dem dritten Versuch noch ruhig zu bleiben, wenn es einfach ‚fuxt‘.“ Er betonte, dass sie mit dem Metallerberuf einen anspruchsvollen Beruf erlernt hätten: „Metall verzeiht keine Fehler, aber es belohnt Sorgfalt.“ Sie würden zu den „guten Kräften“ gehören, die sich diese Auszeichnung durch Fleiß, Talent und „unzählige Stunden in Schule und Betrieb“ verdient hätten. Auf die jungen Metaller warte nun eine „Zukunft voller Möglichkeiten“.
Manuel Hasenöhrl sagte als Vertreter der Junggesellen: „Es sieht so aus, dass wir es geschafft haben, und darauf können wir stolz sein.“ Er sprach von den Momenten, in denen sie Fehler gemacht hätten. „Aber so lernt man in einer Ausbildung. Lehrjahre sind keine Herrenjahre.“ Er bedankte sich bei den Ausbildern, die immer das Ziel gehabt hätten, dass sie besser werden. Die Lehrkräfte hätten ihnen Wissen erfolgreich vermittelt. Sie seien sich darüber im Klaren, dass das lebenslange Lernen weitergehe. „Unsere Reise hat erst begonnen.“ Sie seien zudem aufgefordert, ihr Wissen an künftige Auszubildende weiterzugeben. Für den Moment gelte es aber: „Wir haben es gemeinsam geschafft!“
Fritz Graßl, stellvertretender Obermeister und Prüfungsvorsitzender, gab einen Überblick über die Gesellenprüfung. Er bedankte sich für die gute Zusammenarbeit im Prüfungsausschuss mit dem Bildungszentrum der Handwerkskammer in Traunstein, der Kreishandwerkerschaft und den Berufsschulen in Traunstein und Traunreut. Auch für die Prüflinge hatte er nur Lob übrig: „Bei den Prüfungen selbst haben alle Teilnehmer wirklich super mitgezogen und mit großem Eifer mitgemacht!“ Im praktischen Teil mussten unter anderem Türheber und Klemmvorrichtungen gefertigt werden. Ebenso waren Handpressen anzufertigen, bei denen Techniken wie Schweißen, Bohren und Feilen gefordert waren. Beim Bau eines Dreifach-Carports waren Planung, Bau und Montage gefordert.
Graßl ging auf das neue Innungslogo ein, das auf von einem Fördermitglied gesponserten T-Shirts aufgedruckt war. Es besteht aus den Elementen der alten Zunftzeichen der Schlosser-Schmiede-Maschinenbauer Innung und dem „Katzenkopf“, dem Spitznamen der Wandergesellen. Der „Katzenkopf“ entstand aus der Form der alten Truhenschlösser. Diese Tradition macht dabei deutlich, dass der Geselle noch nicht alles weiß und weitere Erfahrung sammeln muss. „Sie haben in dem wohl ältesten Handwerk der Geschichte Ihre Prüfung bestanden. Die anderen Gewerke konnten erst entstehen, als der Schmied anfing, Werkzeuge für andere herzustellen. Seien Sie alle also stolz darauf, ein ‚Katzenkopf‘ zu sein, und bleiben Sie wissbegierig.“
Im Fachbereich Metallbauer – Fachrichtung Konstruktionstechnik waren in der Winterprüfung 18 Teilnehmer angetreten.wz