Megasat übernimmt Kathrein-Tochter

von Redaktion

Die Kathrein Digital Systems ist nicht mehr insolvent. Nach einem halben Jahr in der Insolvenzverwaltung hat die bisherige Kathrein-Tochter mit der Firma Megasat offiziell einen neuen Inhaber. Der Standort in Rosenheim mit allen 63 Mitarbeitern bleibt erhalten.

Rosenheim – „Wir haben die beste Lösung gefunden“, sagt Michael Auer, Geschäftsführer der Kathrein Digital Systems, und klingt im Gespräch mit dem OVB erleichtert. Denn nach rund einem halben Jahr in der Insolvenzverwaltung hat die bisherige Kathrein-Tochter nun offiziell einen neuen Inhaber gefunden.

Im August 2025 meldete Kathrein Insolvenz an

Im August 2025 meldete die Kathrein-Sparte, die sich auf „Empfangstechnik und Signalverteilung“ spezialisiert hat, Insolvenz an. Es folgten einige Monate der Unsicherheit. „Das war nicht einfach. Solange nicht hundertprozentig sicher war, wie es weitergeht, waren die Kunden und die Mitarbeiter skeptisch“, beschreibt Auer.

Mittlerweile steht fest: Für den Satelliten-Spezialisten wird es weitergehen. „Und das nicht nur mit einem Investor, sondern mit jemandem vom Fach”, betont der Geschäftsführer. Denn die Marke Megasat, die nun in Rosenheim übernommen hat, ist kein Unbekannter auf dem Markt. Speziell im Bereich Camping ist die Firma einer der führenden Anbieter von Empfangstechnik. Mit der Kathrein Digital Systems im Boot verspricht man sich, auch den Elektrogroßhandel zu bedienen.

Der neue Gesellschafter ist beim ehemaligen Rosenheimer Technikgiganten sogar persönlich bekannt. „Der Name Kathrein ist eng mit meinem Werdegang verbunden. Nach meiner Ausbildung zum Radio- und Fernsehtechnikermeister begann hier meine erste berufliche Station als Service-Spezialist“, erklärt Sven Melzer, Geschäftsführer von Megasat. Nachdem er für Kathrein die damalige Tochterfirma „CityCom“ geführt hatte, verließ Melzer den Konzern und gründete im Jahr 2004 Megasat. Rund 20 Jahre später übernimmt er nun mit seinem eigenen Unternehmen die Kathrein Digital Systems.

Rosenheimer Standort bleibt erhalten

Nachdem die Verhandlungen abgeschlossen sind und das Insolvenzverfahren im Februar offiziell aufgehoben wurde, kann Auer sowohl die Kunden als auch alle 63 Rosenheimer Mitarbeiter beruhigen. „Der Name, die Produktqualität und der Standort bleiben erhalten“, sagt der Geschäftsführer.

Der Unternehmenssitz bleibt demnach in der Salinstraße in Rosenheim als letztes sichtbares Überbleibsel des einstigen Großkonzerns. Dieser löst sich mit der Übernahme jedoch weiter auf. Denn neben Kathrein Digital Systems sind auch die Kathrein Broadcast und die Mobilfunksparte verkauft worden. Die Dachgesellschaft, die Kathrein SE, befindet sich außerdem seit August 2025 nach wie vor in der Insolvenz.

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