SPIE-Konzern kauft die ROFA AG

von Redaktion

Der französische SPIE-Konzern übernimmt die ROFA-Gruppe mit Stammsitz in Kolbermoor. Die Übernahme wirft Fragen bezüglich der Zukunft des Standorts und der rund 200 Arbeitsplätze auf. Laut ROFA-CEO Andreas Bauer ist jedoch kein Personalabbau geplant und der Standort Kolbermoor soll erhalten bleiben.

Kolbermoor – Paukenschlag am Wirtschaftsstandort Kolbermoor: Das Unternehmen SPIE, nach eigenen Angaben „der unabhängige europäische Marktführer für multitechnische Dienstleistungen in den Bereichen Energie und Kommunikation“, übernimmt die ROFA-Gruppe. Das haben beide Unternehmen jetzt bekannt gegeben.

Doch was bedeutet diese Entwicklung für den Hauptsitz der Gruppe, die ROFA Industrial Automation AG in Kolbermoor, und die dort rund 200 Beschäftigten? Das OVB hat bei beiden Unternehmen nachgehakt.

Kartellbehörde
muss zustimmen

„Durch die Akquisition stärkt SPIE das Leistungsspektrum der Industrieservices in den attraktiven Bereichen Industrieautomation, Fördersysteme und Intralogistik in Deutschland“, teilte die SPIE Germany Switzerland Austria (GSA) GmbH mit Sitz in Düsseldorf, ein Tochterunternehmen der französischen SPIE-Gruppe, per Presseaussendung in Hinblick auf die Übernahme des Kolbermoorer Unternehmens ROFA mit seinen insgesamt rund 1.200 Mitarbeitern an 14 Standorten mit. Der „endgültige Abschluss der Transaktion“ werde im zweiten Quartal 2026 erwartet „und steht lediglich unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörde“. SPIE werde bei Abschluss rund 99 Prozent der Anteile an der ROFA AG erwerben, rund ein Prozent werde vom ROFA-Management-Team – „das das Geschäft auch zukünftig verantworten wird“ – gehalten.

„Die Akquisition von ROFA stärkt die Position von SPIE als führender Anbieter von Industriedienstleistungen in Deutschland“, zeigte sich Gauthier Louette, CEO von SPIE, erfreut über die Vereinbarung. „Sie ist ein wichtiger Schritt im größten strategischen Markt von SPIE und steht im Einklang mit dem Ziel der Gruppe, das Leistungsspektrum zu erweitern.“ Er gehe davon aus, dass die Transaktion „einen erheblichen Mehrwert“ schaffe, „unterstützt durch attraktive Wachstums- und Rentabilitätsaussichten“.

Ähnlich äußerte sich in der Pressemitteilung auch der „SPIE GSA“-Geschäftsführer Markus Holzke. „Die Verstärkung mit ROFA ermöglicht es SPIE, in industrielle Automatisierungs- und Intralogistiklösungen zu expandieren und damit deutlich in der Wertschöpfungskette aufzusteigen“, so Holzke. „Wir freuen uns, das Managementteam sowie seine hoch qualifizierten Mitarbeitenden bei SPIE willkommen zu heißen und gemeinsam die Entwicklungen des Geschäfts weiter zu beschleunigen.“

„Beide Unternehmen
passen ideal zusammen“

Andreas Bauer, CEO von ROFA, kam in der Pressemitteilung ebenfalls zu Wort. „ROFA hat sich in den vergangenen Jahren als einer der führenden Anbieter für industrielle Automatisierungslösungen etabliert und unterstützt Kunden weltweit bei der Realisierung effizienter und intelligenter Produktions- und Logistiksysteme“, erklärte der CEO, der seine Funktion auch in Zukunft behalten soll. „Als Teil von SPIE können wir diese Position weiter ausbauen und stärken.“ Beide Unternehmen passen nach Einschätzung von Bauer „in Technologie, Kultur und Ambition ideal zusammen“, weshalb sich ROFA darauf freue, „dieses nächste Kapitel gemeinsam zu gestalten“.

Strategische Entscheidung
für nachhaltiges Wachstum

Auf seiner Internetseite spricht das Kolbermoorer Unternehmen zudem von „idealen Rahmenbedingungen“ durch die „Partnerschaft mit SPIE“, um „unsere strategische Entwicklung auf ein neues Fundament zu stellen“. „Durch den Zugang zu weiteren Netzwerken, umfangreichen Ressourcen und zusätzlicher Investitionskraft kann ROFA ihre Marktposition weiter ausbauen“, ist die Unternehmensführung überzeugt. „Für unsere Mitarbeitenden bedeutet dieser Schritt vor allem Kontinuität, aber auch spannende Entwicklungsmöglichkeiten und eine starke Perspektive für die Zukunft.“

Zum finanziellen Rahmen des Deals wollten beide Unternehmen gegenüber dem OVB keine Angaben machen. „Wie bei vergleichbaren Transaktionen üblich, geben wir keine Angaben zum Kaufkreis oder finanziellen Rahmen der Vereinbarung“, teilte die ROFA AG in einer mit SPIE abgesprochenen Rückmeldung mit. Wie es überhaupt zum Deal kam, erklären beide Unternehmen mit einer strategischen Entscheidung, „um nachhaltiges Wachstum und technologische Weiterentwicklung“ sicherzustellen. SPIE entschied sich dabei gezielt für die Gruppe aufgrund der „technologischen Exzellenz, des stabilen Wachstums und des enormen Zukunftspotenzials im Bereich industrieller Automatisierung“, so eine ROFA-Sprecherin gegenüber dem OVB.

Auch zur Zukunft der ROFA-Standorte äußerte sich das Unternehmen. „Wir sind sicher, dass wir mit dieser Entscheidung für unsere Kunden und alle unsere Mitarbeiter an 14 Standorten weitere Entwicklungsmöglichkeiten und zugleich Kontinuität vereinen“, teilte die Pressestelle mit, die davon überzeugt ist, dass die Verbindung „mit einem starken internationalen Partner“ der ROFA „neue Möglichkeiten für Wachstum und Innovation“ eröffnet.

„Wir planen definitiv
keinen Personalabbau“

In Hinblick auf die Zukunft der rund 200 Mitarbeiter in Kolbermoor äußerte sich das Unternehmen zunächst eher allgemein. Eine Unternehmenssprecherin verwies auf „zusätzliche Möglichkeiten, ein internationales Netzwerk und eine gestärkte Position in den Zukunftsmärkten der Industrieservices“ in Hinblick auf die Verkaufsentscheidung. Auf eine erneute OVB-Nachfrage wurde ROFA-CEO Bauer dann aber konkret: „Wir planen definitiv keinen Personalabbau am Standort in Kolbermoor. Dies gilt für die komplette ROFA-Gruppe. Unser Ziel ist weiterhin Wachstum.“

Bleibt der Name „ROFA“
auch in Zukunft bestehen?

Wachstum, für das auch nach der Übernahme das bestehende ROFA-Management sorgen soll. „Das langjährige und erfahrene Managementteam führt die Geschäfte auch zukünftig unverändert fort“, teilte ROFA dazu mit. „Gleichzeitig profitiert das Unternehmen künftig von den Synergien und dem Know-how innerhalb der SPIE-Gruppe.“ Zudem soll Kolbermoor „unverändert der Unternehmenssitz der ROFA-Gruppe“ bleiben. Offen scheint noch, ob der Name „ROFA“ bestehen bleibt. Darauf gibt es seitens des Unternehmens keine konkrete Antwort. „Wir freuen uns, in Zukunft als starker Teil von SPIE am Markt aufzutreten“, teilte dazu eine Sprecherin mit. „Im Detail werden wir ab Closing das Zusammenwachsen definieren und gemeinsam mit dem Management von SPIE die nächsten Schritte festlegen.“

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