Unsicherheit durch KI

von Redaktion

Die Zurückhaltung auf dem Arbeitsmarkt ist auch in der Region Rosenheim spürbar. Ein Grund dafür ist die künstliche Intelligenz. Doch wie viel Einfluss hat die KI bei der Jobsuche wirklich? Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass sich aktuell niemand so richtig sicher ist.

Rosenheim – Egal ob Rasen mähen, Türen öffnen oder schnell eine Frage beantworten. Dass Computer uns lästige Dinge abnehmen, ist erst einmal nichts Neues. Seitdem „ChatGPT“ die künstliche Intelligenz salonfähig gemacht hat, ist das Thema jedoch nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken – auch nicht aus der Arbeitswelt. „Es gibt wirklich viele Unternehmen, die in irgendeiner Form eine KI integrieren wollen – egal, ob das sinnvoll ist, oder nicht”, berichtete Tobias Jonas, IT-Experte und Geschäftsführer der Rosenheimer „innFactory“, schon im Mai 2024.

Wandel auf dem
Arbeitsmarkt durch KI

Die Folge: Viele Firmen haben mittlerweile eine eigene künstliche Intelligenz integriert und verlangen von ihren Mitarbeitern, damit umzugehen. „Durch die Entwicklungen im Bereich der generativen KI tun sich beispielsweise Menschen im Bereich Marketing bei der Stellensuche schwerer als in der Vergangenheit, da ihre Arbeitsinhalte teilweise ersetzbar werden“, stellt Dr. Nicole Cujai, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Rosenheim, fest. Zudem gebe es in den Berufsbildern Informations- und Kommunikationstechnologien – auch durch KI – einen Wandel, durch den es zu Personalfreisetzungen kommen kann. Cujai betont jedoch auch, dass es sich um einen Wandel der notwendigen Anforderungen handelt und nicht um einen reinen Verlust an Arbeitsplätzen durch die KI. Einen Eindruck davon, wie groß der Einfluss der KI bei der Suche nach Arbeit wirklich ist, versucht eine Umfrage der „Talentspring Academy Group“ abzubilden. Dabei wurden Arbeitssuchende aus ganz Deutschland befragt, wie sie die Auswirkungen auf die Jobsuche beurteilen.

Das Ergebnis ist dabei so schwer greifbar wie die KI selbst. Knapp die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass KI ihr Berufsfeld stark verändern wird. Rund 50 Prozent möchten sich in dem Bereich daher weiterbilden. „54 Prozent fühlen sich außerdem nicht ausreichend auf den technologischen Wandel vorbereitet“, analysiert Paul Barbig. Er ist Geschäftsleiter der Berliner Gruppe, die versucht, Menschen bei der Arbeitssuche mithilfe von Fortbildungen zu unterstützen.

Sein Eindruck: „Die Entwicklung im Bereich von KI geht unglaublich schnell. In drei Wochen kann etwas schon wieder besser funktionieren als alles, was wir bisher kennen“, sagt Barbig. Dementsprechend sei es wichtig, den Umgang mit der künstlichen Intelligenz für sein Berufsfeld zu verstehen. „Ich muss mich fragen, an welcher Stelle mich die KI in meinem Beruf besser machen kann, und wie ich sie einsetze“, meint der Geschäftsleiter. Er ist überzeugt, dass viele bei der Jobsuche an diesen „digitalen Basisfähigkeiten“ scheitern.

50 Prozent sagen ja,
die andere Hälfte nein

Ob die KI nun wirklich mehr Plätze wegnimmt, als sie bietet, lässt sich statistisch nur schwer belegen. Ziemlich genau die Hälfte fühlt sich durch die KI auf der Arbeitssuche bedroht, die anderen 50 Prozent dementsprechend nicht. „Ob diese Hälfte sich so sicher fühlt, oder nur nicht weiß, dass ihre Branche auch betroffen sein kann, kann ich nicht beurteilen“, meint Barbig. Dazu bräuchte es weitere Studien.

Weitere Berichte zu den Themen Arbeit und Zukunft finden Sie auf ovb-online.de.

Artikel 2 von 9