Rosenheim – Stift, Zettel, Kreuz – wirklich kompliziert ist es nicht, im Betrieb ein Wörtchen mitzureden: Noch bis Ende Mai laufen die Betriebsratswahlen. Möglich sind sie in allen Firmen in Rosenheim, in denen fünf oder mehr Beschäftigte arbeiten. Dabei zählen Vollzeit- und Teilzeitkräfte genauso wie Azubis und Mini-Jobber. Darauf hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) hingewiesen.
Von der Industrie über das Handwerk bis zur Dienstleistung: In Rosenheim gibt es rund 3.410 Unternehmen mit 48.200 Beschäftigten. In rund 41 Prozent der Firmen kann in Rosenheim ein Betriebsrat gewählt werden, so die IG BAU Oberbayern. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur. „Gerade Handwerker in Rosenheim sollten ihre Chance, einen Betriebsrat zu wählen, besser nutzen: in Bauunternehmen genauso wie bei Dachdecker- oder Malerbetrieben. Da ist nämlich noch viel Luft nach oben, wenn es um die Interessenvertretung der Beschäftigten gegenüber dem Chef geht“, sagt Dieter Pangerl von der IG Bau Oberbayern.
Aber auch in der Gebäudereinigung sei ein Betriebsrat wichtig: „Immer wieder gibt es gerade in der Reinigungsbranche in der Region Ärger um Dienstpläne, um Urlaub und um fehlende Zulagen für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen. Vor allem aber auch, wenn der faire Tariflohn nicht gezahlt wird. In solchen Fällen ist der Betriebsrat ein wichtiges Sprachrohr gegenüber der Chef-Etage“, sagt Dieter Pangerl.
Für den Bezirksvorsitzenden der IG Bau Oberbayern ist der Betriebsrat ein „wichtiges Instrument, um Konflikte hinterm Werkstor zu lösen“. Vor allem auch dann, wenn es um Arbeitsplätze gehe.
Wer in Rosenheim auf dem Bau, in der Gebäudereinigung, im Garten- und Landschaftsbau, in der Forst- oder Landwirtschaft arbeitet, kann sich bei Fragen rund um den Betriebsrat an die IG Bau Oberbayern unter Telefon 089/ 5441050 oder per E-Mail an muenchen@igbau.de.wenden. Die Gewerkschaft unterstützt Beschäftigte, die in ihrer Firma einen Betriebsrat wählen oder neu gründen wollen.