Hochwertiges Angebot trifft auf gedrosselte Nachfrage

von Redaktion

Herausfordernder Verlauf des Traunsteiner April-Großviehmarkts in der Chiemgauhalle

Traunstein – Einem guten und qualitativ hochwertigen Angebot stand beim jüngsten Großviehmarkt in Traunstein in Folge sinkender Milch- und Fleischpreise eine gedrosselte Nachfrage gegenüber. Dies führte zu einem herausfordernden Marktverlauf, wobei die Preisfindung bei einigen Tieren nicht das Niveau der vorherigen Märkte erreichte.

Neben einem Stier für den Besamungseinsatz konnten sechs Stiere in den Natursprung für im Mittel 2.750 Euro verkauft werden. Von den acht angebotenen Mehrkalbskühen konnten sieben zu einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 2.670 Euro den Besitzer wechseln. Der Zuschlag bei 51 verkauften Jungkühen mit einer durchschnittlichen Milchleistung von 30,6 kg erfolgte im Mittel bei knapp 2.830 Euro, wobei hier eine enorme Preisspanne von 1.900 bis 3.950 Euro zu verzeichnen war.

Ein reinerbig hornloser „Sanders Pp“ -Sohn vom bekannten Zuchtbetrieb Kaltner aus Mörn bei Seeon konnte zum stolzen Preis von 8.000 Euro zur Besamungsstation Bayern Genetik nach Grub wechseln. Neben einem Gesamtzuchtwert von 137 waren auch einige Einzelzuchtwerte für den Kauf ausschlaggebend. So lagen alle wichtigen Fitness-Zuchtwerte im hochpositiven Bereich und auch die Exterieur-Zuchtwerte ließen keine Wünsche offen. Hinzu kommt eine gute Milchmengenvererbung von +1.067 kg und auch die Kuhlinie vom Betrieb Kaltner, aus der der Bulle stammt, ist in der Fleckviehzucht nicht unbekannt. Der sehr gut entwickelte Bulle wurde nach einer bekannten Pop-Sängerin benannt und heißt nun „Swift PP“. Wie üblich bei der Traunsteiner Versteigerung konnten auch die neun angebotenen Natursprungbullen mit guten Zuchtwerten und passender Entwicklung aufwarten. Auf den Preis bei den Natursprungstieren hat neben den Zuchtwerten und dem Hornstatus auch die Weidetauglichkeit einen großen Einfluss. So erzielte ein „Space Pp“-Sohn von Anton Sichler aus Grassau den höchsten Steigpreis.

Auch an diesem Markttagfand eine Begutachtung und Klassifizierung aller Jungkühe statt. Drei Jungkühe, die von der Bewertungskommision in Wertklasse 1 eingereiht wurden, erreichten durchschnittlich 3.330 Euro. Sie wurden von den Betrieben Sebastian Pichler aus Köhldorf bei Schnaitsee, Rupert und Karina Blank aus Mollbaum bei Waging und Hubert Hartl aus Bürghub bei Seeon angeboten. Den Spitzenpreis des Marktes mit 3.950 Euro erzielte eine BIO-Jungkuh aus dem Betrieb Martin Heilig aus Thann bei Surberg, der seit diesem Jahr Teilnehmer beim Programm „Gesundheit und Robustheit“ ist. Infolgedessen wurde diese sehr gute Jungkuh auch genotypisiert und somit auf ihre Zuchtwerte und ihren Hornstatus untersucht. Sie begeisterte mit über 31 kg Milch und 720 kg Lebendgewicht und auch ihre Genetik lässt kaum Wünsche offen. Sie ist reinerbig hornlos und kann einen Gesamtzuchtwert von 127 vorweisen. 19 weitere Jungkühe wechselten ebenfalls mit Preisen über 3.000 Euro den Besitzer.

Vier Bullen, fünf Kühe, 21 Jungkühe und eine Kalbin bleiben im eigenen Gebiet. Drei Stiere, zwei Kühe und 26 Jungkühe ersteigerten sich bayerische Käufer. Vier Jungkühe wechselten über ein Viehhandelsunternehmen nach Südtirol.

Der nächste Großviehmarkt ist am 13. Mai.

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