Auftragslage im Metall-Handwerk trotz geopolitischer Risiken derzeit gut

von Redaktion

Jahreshauptversammlung der Metall-Innung Traunstein-Berchtesgadener Land – Obermeister Petry stimmt auf Führungswechsel ein

Traunstein/Berchtesgadener Land – „Wir haben mit 66 Innungsbetrieben unveränderte Mitgliedszahlen und gleichzeitig leicht steigende Lehrlingszahlen.“ Das betonte Wolfgang Petry, Obermeister der Metall-Innung Traunstein-Berchtesgadener Land kürzlich bei der Jahreshauptversammlung der Innung. „Die Auftragslage ist tatsächlich nach einigen verhaltenen Monaten wieder gut“, fügte er hinzu, ohne auf aktuelle geopolitischen Risiken einzugehen. In der Innung stehe man finanziell gut da.

Petry ging auch auf Umbrüche in der Dachorganisation der heimischen Innung, der Kreishandwerkerschaft Traunstein-Berchtesgadener Land (Kreiha), ein.

Stellvertretender Obermeister Fritz Graßl sensibilisierte für die Tücken bei telefonischer Auftragserteilung. Hier bestehe ein 14-tägiges Widerrufsrecht für private Verbraucher, wie er deutlich machte. „Da sind schon viele auf die Nase gefallen“, betonte Graßl und ergänzte: „Je weiter es in Richtung München geht, umso schlimmer wird es.“

Die Jahresrechnung 2025 legte Dagmar Sinzinger von der Kreiha vor. Den Einnahmen im hohen fünfstelligen Bereich – insbesondere durch Mitgliedsbeiträge und Prüfungsgebühren – standen Ausgaben in ähnlicher Höhe gegenüber. Die Innungsmitglieder beschlossen nach dem positiven Votum der beiden Rechnungsprüfer Michael Kettenberger jun. und Andreas Brand die Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung.

Auch der im Nachgang präsentierte Haushalt für das laufende Jahr wurde einstimmig verabschiedet. Diskussionen gab es um die Frage, ob die Verbandskosten für die Innung angemessen seien, was insbesondere Kettenberger unter Zustimmung von Obermeister Petry kritisch hinterfragte und verneinte.

An Neuwahlen stand in diesem Jahr lediglich die Bestätigung des Rechnungsprüfungsausschusses an. Hier votierten die anwesenden Mitglieder einstimmig für das Prüferduo Kettenberger und Brand.

Obermeister Petry stimmte die Mitglieder darüber hinaus darauf ein, dass er sich bei der nächsten turnusgemäßen Wahl nicht mehr als Obermeister zur Verfügung stellen werde. „Die Innung muss sich neu erfinden“, sagte er mit Blick auf die Verbandsarbeit, die er zum Teil deutlich kritisierte. Er halte an Innung und Kreishandwerkerschaft als wichtige Institutionen für das heimische Handwerk fest, wolle aber nicht mehr für die Zusammenarbeit mit dem Verband verantwortlich sein.

Sein Stellvertreter Graßl erklärte seine Bereitschaft, das Ehrenamt für eine oder maximal zwei Amtsperioden zu übernehmen. Manuela Deneri, Geschäftsstellenleiterin der Kreiha, warb für eine geregelte Nachfolge, um auch weiterhin die Ausbildungs- und Prüfungshoheit in der Innung zu belassen.

Bei der Versammlung ehrte die Innung zudem Mitglieder, die zum Teil schon über viele Jahrzehnte Mitglied in der Handwerkervereinigung sind. Geehrt wurden für zehn Jahre Innungsmitgliedschaft Georg Stief (Wonneberg) und Max Maierhofer (Waging), für 20 Jahre Metallbau Bodenstein (Marquartstein), Stahlbau Klapfenberger (Trostberg) und die Bau- und Kunstschlosserei Hubert Weber (Bischofswiesen). Für 35 Jahre Mitgliedschaft wurden ausgezeichnet die Schlosserei HD Dorfhuber (Palling) sowie die Schlosserei und Spenglerei Karl Surrer (Mitterfelden) und für 40 Jahre die Schlosserei Fritz Mayer (Bad Reichenhall). 45 Jahre mit dabei ist Metall- und Maschinenbau Heinz (Traunstein) und auf ganze 75 Jahre bringt es Metallbau Fritz Graßl (Traunstein). wz

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