Hochmoderne Werkstätten für die Ausbildung

von Redaktion

Ein starkes Zeichen für die Zukunft des Handwerks: Die Handwerkskammer hat in Traunstein eine neue SHK-Ausbildungsstätte mit modernster Ausstattung eröffnet. Davon profitieren zahlreiche Auszubildende aus der ganzen Region.

Traunstein – Die Handwerkskammer für München und Oberbayern hat neben ihrem Bildungszentrum in Traunstein in den Mühlwiesen eine neue, bedeutende Außenstelle: In der Sonntagshornstraße 14 wird den Auszubildenden neben dem Lernen in Betrieb und Berufsschule das praktische Arbeiten im SHK-Handwerk (Sanitär, Heizung, Klima) und im Spenglerhandwerk in hochmodernen, neu geschaffenen Werkstätten beigebracht.

Bis zu 500 Lehrlinge aus der gesamten Region

Damit das Projekt im komplizierten Förderdschungel aus europäischen, nationalen und bayerischen Förderquellen realisiert werden konnte, brauchte es neben dem hohen finanziellen Engagement der Handwerkskammer auch den Einsatz von 22 Fachförderern aus Handel und Industrie, die sich in das Projekt mit zum Teil umfangreichen Produktförderungen einbrachten, sodass die Lehrlinge hier an Produkten lernen, die technisch und energietechnisch dem allerneuesten Stand entsprechen.

Kürzlich fand die offizielle Eröffnungsfeier statt, zu der viele geladene Gäste aus Handwerk, Berufsschule und Politik kamen. Viele von ihnen haben zum Gelingen des Großprojektes beigetragen. Dabei haben die Werkstätten eine Bedeutung, die weit über den südostbayerischen Raum hinausgeht. Werden doch in den drei beziehungsweise teilweise vier Ausbildungsjahrgängen bis zu 500 Lehrlinge aus den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf, Altötting, Rosenheim, Bad Aibling, Miesbach und Bad Tölz ausgebildet.

Andreas Pfaffinger, Leiter des Traunsteiner Bildungszentrums, freute sich über das Gelingen des Projekts: Die Handwerkskammer und die Innungen hätten hier gut Hand in Hand zusammengearbeitet und das Projekt erfolgreich auf die Beine gestellt. Er würdigte das – gerade vonseiten der Innungen kommende – ehrenamtliche Umfeld, das sich in die Schulungsstätte eingebracht habe.

Auch von politischer Seite betonte Landtagsabgeordneter Martin Brunnhuber (Freie Wähler) dass hier für die Ausbildung, die Jugend und das Handwerk zwar viel Geld investiert wurde. „Aber jeder Cent ist gut investiert.“ Gerade das SHK-Handwerk sei auch „politischen Herausforderungen“ ausgesetzt, wenn er an die Diskussionen und Verunsicherungen durch die Wärmepumpe und das Heizungsgesetz denke. „Das ist ein Spannungsfeld, das wir ohne Ausbildungsstätten nicht bewältigen können.“ Die Bedeutung des Handwerks machte er an einem Beispiel deutlich: „Es wird keine künstliche Intelligenz (KI) geben, die den Heizungskessel in den Keller trägt. Die KI wird das Handwerk nicht bedrohen.“

Zeichen für Investition
in die Zukunft

Dr. Frank Hüpers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, sagte, dass die neuen Werkstätten auch ein Zeichen für Investition in die Zukunft seien. Die Bildungszentren der Handwerkskammer seien in die Jahre gekommen und müssten renoviert werden. Das SHK-Handwerk bekomme nun komplett neue Werkstätten in dem von der Handwerkskammer erworbenen Objekt. In der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) würden die Auszubildenden mit der Qualität unterrichtet, die landauf landab so geschätzt sei. „SHK – das ist ein Gewerk, das wahrlich goldenen Boden hat. Wir haben zurecht einen Pflock eingesetzt.“ Dem ihm folgenden Redner, Josef Pflügl, Obermeister der SHK-Innung Traunstein, attestierte Hüpers eine „legendäre Hartnäckigkeit“ und betonte: „Es hat sich gelohnt!“

Ein sichtlich
gerührter Obermeister

Pflügl griff in seiner Rede den Zeitplan der Maßnahme auf und betonte, dass er bereits 2013 bei geeigneter Stelle deutlich machte, dass man für das SHK-Handwerk ein neues Berufsbildungszentum brauche. 2018 habe auch das Verständnis dafür in der Handwerkskammer zugenommen und ab 2020 habe man mit Weitsicht mit der Planung begonnen“, berichtete ein zu Tränen gerührter Obermeister und überreichte den Handwerkskammervertretern eine entsprechend bedruckte SHK-Fahne.

Bildungszentrumsleiter Andreas Pfaffinger betonte, dass Pflügl den hartnäckigen Anstoß gegeben habe. Für seine Vorgänger im Bildungszentrum, Max Stadler und Franz Ertl, hatte er viel Lob übrig, da sich diese für das Projekt stark gemacht hätten. Die Ausbildungsmeister Thomas Pathe jun. und sen. erhielten ein Extralob für ihr Engagement rund um die Ausbildung im Haus.

Die Anwesenden konnten sich in der anschließenden Werkstättenbesichtigung ein eigenes Bild von der zeitgemäßen Ausstattung machen.

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