Wasserburg – „Unser Fokus liegt aktuell auf der Stabilisierung des Geschäftsbetriebs“, schreibt Alexander Görbing, der mit seinem PR-Büro die Kommunikation für Gronbach übernommen hat, auf eine Anfrage der Redaktion. Erst danach würden alle möglichen Zukunftslösungen geprüft.
Firma will sich
neu ausrichten
Tatsache ist: Die Firma Gronbach will sich neu ausrichten. In welche Richtung, dazu gibt es keine konkreten Antworten, stattdessen ist die Rede von „mehreren Optionen“. Ob dazu auch ein Stellenabbau gehört, auch dazu will sich das Unternehmen zum derzeitigen Stand des Verfahrens nicht äußern.
Nur so viel: Durch das Insolvenzrecht gebe es die Möglichkeit, „umfangreiche Maßnahmen“ in die Wege zu leiten, heißt es vage formuliert. „Für eine Ankündigung oder Diskussion von einzelnen Maßnahmen ist es aber noch zu früh“, weist Görbing den Wunsch nach näheren Informationen zum jetzigen Zeitpunkt zurück. Antworten auf die Frage, ob Fertigungsbereiche eventuell aufgegeben werden sollen, gibt es demnach nicht.
Doch eine Sanierung ist notwendig. Sie wird von Anchor begleitet, ein Hybrid aus Anwaltskanzlei und Unternehmensberatung und Spezialist für Insolvenzen und Sanierungen. „Der genaue Termin für den Abschluss der Maßnahmen ist aktuell noch offen – zurzeit befinden wir uns im vorläufigen Eigenverwaltungsverfahren, das voraussichtlich noch bis einschließlich Juni andauern wird“, heißt es auf Anfrage zum Zeitplan.
Zu den Ursachen der Krise hatte Gronbach in einer Pressemitteilung auf „den Abzug von Kernprodukten im vierten Quartal 2025“ hingewiesen. Mehrere Kunden hätten ihr Volumen deutlich reduziert, bedauert das Unternehmen. Es befinde sich gerade in einer intensiven Abstimmung mit allen Auftraggebern und sei optimistisch, was die Auslastung angehe, heißt es weiter.
Gronbach ist auch ein Opfer der geopolitischen Krisen und einer allgemeinen Konsumflaute im Bereich Küchenausstattungen. Die aktuelle Lage und Unsicherheiten auf dem Markt machen zu schaffen. „Aber wir können es nicht ändern und müssen trotzdem die Sanierung schaffen. Alle Beteiligten (Geschäftsleitung, Beschäftigte, Lieferanten, Kunden und Finanzierer) arbeiten aktuell sehr gut zusammen“, schreibt Görbing.
Löhne sind bis
Juni gesichert
Von der Insolvenz in Eigenverwaltung ist lediglich der Standort in der Innstadt betroffen. Die Wilhelm Gronbach GmbH in Wasserburg ist Teil der Wilhelm Gronbach Gruppe mit Standorten in Österreich, Italien und der Slowakei. Das Familienunternehmen ist auf die Bereiche Lüftungstechnik, Oberflächenveredelung, Gerätebau und Kinematik spezialisiert.
Als Zulieferer bedient die Gruppe nach Angaben der Unternehmensleitung mit insgesamt rund 700 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von über 125 Millionen Euro Kunden aus der Hausgeräteindustrie, Automotive und Medizintechnik. Am Standort in Wasserburg sind 180 Mitarbeiter beschäftigt. Die Löhne sind bis einschließlich Juni über das Insolvenzgeld gesichert, wie das Unternehmen in einer Erklärung mitteilt.